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Kostüme vor der Session

Kostüme kaufst du am günstigsten im März und April, direkt nach Aschermittwoch, und verkaufst sie ab Anfang Januar. Die Session beginnt zwar am 11. November, gesucht wird aber erst in den vier Wochen vor Weiberfastnacht. Der Straßenkarneval liegt je nach Ostertermin zwischen Anfang Februar und Anfang März.

Der Termin wandert mit Ostern

Karneval hat kein festes Datum. Rosenmontag liegt immer 48 Tage vor Ostersonntag, Weiberfastnacht fällt auf den Donnerstag davor, Aschermittwoch auf den Tag nach Fastnachtsdienstag. Weil Ostern zwischen dem 22. März und dem 25. April wandert, verschiebt sich der Straßenkarneval jedes Jahr zwischen Anfang Februar und Anfang März — und mit ihm dein Verkaufsfenster. Rechne deshalb nicht in Monaten, sondern rückwärts vom Rosenmontag: Vier Wochen davor beginnt die eigentliche Suche, zwei Wochen davor ist sie am stärksten, am Aschermittwoch hört sie innerhalb eines Tages auf. Die Session startet zwar traditionell am 11. November um 11:11 Uhr, aber das ist ein Termin für Vereine und Sitzungen, kein Kaufsignal. Wer im November einstellt, steht drei Monate ohne Anfrage in der Liste.

Nach Aschermittwoch kaufst du für ein Zehntel der Aufmerksamkeit

Am Tag nach dem Fest kippt der Markt vollständig. Wer sein Kostüm loswerden will, tut es jetzt, und es sucht praktisch niemand mehr. Für Käufer ist das die beste Gelegenheit des Jahres, vor allem für aufwendige Sachen: Nähkostüme, Uniformjacken, historische Kleider, komplette Gruppenkostüme, Perücken in guter Qualität. Wenn du weißt, dass du im nächsten Jahr wieder gehst, kauf im März und leg es weg. Als Verkäufer wiederum hast du zwei Möglichkeiten: sofort nach Aschermittwoch abgeben zum niedrigen Preis oder ein Jahr lagern und im Januar einstellen. Die zweite Variante lohnt sich nur bei Sachen, die Platz und Pflege wert sind. Ein Polyesterkostüm aus dem Aktionsregal gehört nicht dazu, ein handgenähtes Kleid schon.

Wenn dein Kostüm nach der Session im Schrank hängt, hast du zwei sinnvolle Termine dafür, und den ersten erreichst du mit einer Anzeige noch in derselben Woche. Anzeige aufgeben

Größe in Zentimetern schlägt Konfektionsgröße

Kostüme werden online gekauft, ohne Anprobe, und Konfektionsgrößen sind bei Kostümen noch unzuverlässiger als bei normaler Kleidung. Miss deshalb nach und schreib die Werte hin: Brustumfang, Taille, Schulterbreite, Ärmellänge, Gesamtlänge, bei Hosen Innenbeinlänge. Bei Kinderkostümen gilt die Körpergröße in Zentimetern, nicht das Alter. Nenne das Motiv so, wie Leute suchen — „Wikinger“, „Biene“, „Zwanzigerjahre“, „Piratin“ —, denn nach Motiv wird gesucht, nach „Faschingskostüm Damen“ nur selten mit Erfolg. Zähl auf, was dabei ist und was fehlt: Hut, Gürtel, Perücke, Schuhe, Accessoires. Und schreib zum Material, ob es waschbar ist und ob du es gewaschen hast. Bei Perücken ist das die Frage, an der ein Verkauf hängt; ohne klare Angabe kauft niemand.

Uniformen, Marken und Sicherheit

Ein paar Kostüme sind heikler, als sie aussehen. Das unbefugte Tragen von Uniformen, Amtskleidung oder Amtsabzeichen ist nach § 132a StGB strafbar — eine echte Polizeiuniform ist deshalb kein Kostüm, auch nicht an Karneval. Bei historischen Uniformteilen kommen je nach Motiv weitere Vorschriften ins Spiel; im Zweifel lässt du solche Stücke aus der Anzeige. Der zweite Punkt ist Sicherheit: Kostüme aus dünner Kunstfaser brennen schnell, und Karneval findet mit Wunderkerzen, Kerzen und Zigaretten statt. Schreib bei Kinderkostümen dazu, wenn ein Hinweis zur Entflammbarkeit im Etikett steht. Prüf Masken darauf, ob das Sichtfeld ausreicht, und Kordeln im Halsbereich darauf, ob sie sich lösen lassen. Das ist eine Beschreibung der allgemeinen Rechtslage und ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Wann verkaufe ich ein Faschingskostüm am besten?

In den vier Wochen vor Weiberfastnacht, also meist ab Anfang Januar. Der Höhepunkt liegt zwei Wochen vor Rosenmontag. Am Aschermittwoch bricht die Nachfrage innerhalb eines Tages weg und kommt erst im nächsten Januar zurück. Ein Kostüm im November einzustellen bringt praktisch nichts.

Lohnt es sich, Kostüme nach Karneval zu kaufen?

Ja, das ist der günstigste Zeitpunkt im Jahr. Nach Aschermittwoch geben viele ihr Kostüm ab, und es sucht niemand. Besonders gut findest du dann aufwendige Sachen: Nähkostüme, historische Kleider, gute Perücken und komplette Gruppenkostüme. Kaufen, waschen, wegräumen — und im nächsten Februar hast du es schon.

Welche Größenangaben gehören in die Anzeige?

Gemessene Werte in Zentimetern statt Konfektionsgrößen. Nenne Brustumfang, Taille, Schulterbreite, Ärmel- und Gesamtlänge, bei Hosen die Innenbeinlänge. Für Kinderkostüme gilt die Körpergröße, nicht das Alter. Ohne diese Angaben kommt die Absage nach der Anprobe, und dein Kostüm steht wieder in der Liste.

Darf ich eine Polizeiuniform als Kostüm verkaufen?

Finger weg. Das unbefugte Tragen von Uniformen und Amtsabzeichen ist nach § 132a StGB strafbar, und eine echte Uniform bleibt eine Uniform, auch im Februar. Kostümnachbildungen mit deutlich abweichender Gestaltung sind etwas anderes. Beschrieben ist die allgemeine Rechtslage, kein Rat für deinen Einzelfall.

Ein Kostüm, das nur einmal getragen wurde, wartet auf den nächsten Januar

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.