Festivalausrüstung im Sommer
Festivalausrüstung verkaufst du zwischen Mai und Juli und kaufst sie im September. Die Saison beginnt in Deutschland rund um Pfingsten, das immer 49 Tage nach Ostersonntag liegt, und endet im August. Gefragt ist alles, was leicht ist, sich tragen lässt und einen verregneten Acker übersteht.
Die Saison beginnt an Pfingsten und endet im August
Pfingstsonntag liegt immer 49 Tage nach Ostersonntag, und damit fällt der traditionelle Auftakt der deutschen Festivalsaison je nach Jahr zwischen Mitte Mai und Mitte Juni. Von da an reiht sich bis Ende August ein Wochenende ans nächste. Für den Gebrauchtmarkt heißt das: Ab April wird gesucht, im Mai und Juni am stärksten, und ab Mitte August ist es vorbei. Wer verkaufen will, stellt im April oder Anfang Mai ein, nicht im Juli. Und wer kauft, plant den Kauf vor dem Ticketkauf ein, nicht danach — in der Woche vor einem großen Festival sind Bollerwagen und Pavillons in der jeweiligen Region regelmäßig vergriffen. Ein Suchauftrag im Frühjahr ist hier praktischer als hektisches Vergleichen zwei Tage vorher.
Gebraucht kaufen lohnt bei Festivalausrüstung besonders
Kaum eine Kategorie wird so wenig benutzt und so schnell wieder abgegeben. Zelte, Isomatten, Campingstühle, Bollerwagen und passive Kühlboxen kommen oft nach einem einzigen Wochenende zurück auf den Markt — und weil Festivalausrüstung ohnehin nicht schön bleiben muss, ist der Zustand hier weniger kritisch als bei Campingausrüstung für den Urlaub. Achte trotzdem auf drei Dinge: vollständiges Gestänge, funktionierende Reißverschlüsse und Heringe. Genau diese drei fehlen am häufigsten. Bei Bollerwagen prüfst du die Reifen — Luftreifen rollen über Wiesen deutlich besser als Vollgummi, sind aber anfälliger — und das Faltmaß, weil der Wagen ins Auto passen muss. Was auf vielen Festivals nicht erlaubt ist: Glasflaschen, offenes Feuer und Gaskocher. Kläre das im Zweifel vorher, bevor du dafür Geld ausgibst.
Wenn dein Zelt nach dem Sommer trocken und vollständig im Keller liegt, ist der April der richtige Moment, es wieder online zu bringen. Anzeige aufgeben
Drei Angaben machen deine Anzeige beantwortbar
Bei Zelten nennst du Personenzahl, Packmaß und die Frage, ob es ein Wurfzelt ist; bei Wurfzelten gehört der Durchmesser der zusammengelegten Scheibe dazu, weil sie in kein normales Kofferraumfach passt. Bei Schlafsäcken gibst du die drei Temperaturwerte an, die auf dem Etikett stehen — Komfort, Grenze, Extrem — und dazu Innenmaß und Packmaß. Der Komfortwert ist der einzige, mit dem man planen sollte; der Extremwert beschreibt eine Überlebenssituation, keine angenehme Nacht. Bei Bollerwagen nennst du Faltmaß, Eigengewicht und die zulässige Zuladung in Kilogramm. Und schreib bei allem dazu, wie oft es benutzt wurde und ob es trocken eingelagert war. „Zweimal auf einem Festival, danach in der Wohnung getrocknet“ ist eine Information, die den Preis trägt, während „guter Zustand“ nichts erklärt.
Im September kommt alles zurück
Nach dem letzten Festivalwochenende füllt sich der Markt. Zelte, die einmal im Schlamm standen, Pavillons mit einem gebrochenen Bein, Campingstühle, Isomatten, Powerbanks. Für Käufer mit Geduld ist der September der beste Monat des Jahres, für Verkäufer der schlechteste. Wenn du im Herbst verkaufen musst, sei ehrlich beim Zustand und schreib die Gebrauchsspuren so hin, wie sie sind: Grasflecken, ein geflickter Boden, ein Gestängebogen mit Reparaturhülse. Das kostet dich weniger Preis als eine Absage vor Ort. Was du dagegen nicht verkaufen solltest, ist ein Zelt, das feucht eingepackt wurde und seitdem im Sack liegt — pack es aus, trockne es, prüf es. Ein Zelt mit Stockflecken bringt niemandem etwas und beschädigt deinen Ruf als Verkäufer mehr, als die zwanzig Euro wert sind.
Häufige Fragen
Wann kaufe ich Festivalausrüstung am günstigsten?
Im September, direkt nach der Saison. Dann geben viele ihre Ausrüstung nach einem einzigen Wochenende wieder ab und es sucht kaum jemand. Im Mai und Juni zahlst du für dasselbe Zelt deutlich mehr, und kurz vor großen Festivals sind Bollerwagen und Pavillons in der Region oft komplett vergriffen.
Worauf achte ich bei einem gebrauchten Wurfzelt?
Auf das Gestänge und den Packdurchmesser. Wurfzelte haben umlaufende Federstäbe, die brechen können, und lassen sich mit einem Knick im Gestänge nicht mehr sauber zusammenlegen. Lass es dir beim Termin einmal aufstellen und wieder falten. Der Packdurchmesser entscheidet außerdem, ob es überhaupt in dein Auto passt.
Welche Temperaturangabe am Schlafsack zählt wirklich?
Es sind drei Werte: Komfort, Grenze und Extrem. Planen solltest du nur mit dem Komfortwert, denn er beschreibt eine tatsächlich angenehme Nacht. Der Extremwert steht für eine Überlebenssituation und taugt nicht als Kaufkriterium. Frag zusätzlich nach Innenmaß und Packmaß, beides fehlt in den meisten Anzeigen.
Lohnt es sich, ein Festivalzelt danach zu verkaufen?
Wenn es trocken und vollständig ist, ja. Trockne es vor dem Einstellen komplett, zähl die Heringe nach und prüf die Reißverschlüsse. Ein feucht eingepacktes Zelt mit Stockflecken verkauft sich nicht und sollte auch nicht angeboten werden. Schreib Grasflecken und Reparaturstellen offen hin, das kostet weniger als eine Absage vor Ort.