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Was Goldschmuck wert ist

Goldschmuck hat zwei Preise: Materialwert und Schmuckwert. Den Materialwert rechnest du selbst aus — Gewicht mal Feingehalt mal Tageskurs. Einen darüber liegenden Schmuckwert gibt es nur bei Markenpunze, echter Handarbeit oder zertifizierten Steinen. Fehlt beides, zahlt der Markt Gold, egal wie schön das Stück aussieht.

So rechnest du den Materialwert in zwei Minuten aus

Du brauchst eine Feinwaage mit zwei Nachkommastellen und die Punze. Wieg das Stück ohne Steine, wenn es geht — Steine zählen beim Materialwert nicht mit und verfälschen das Gewicht spürbar. Dann rechnest du: Gewicht in Gramm, mal Feingehalt geteilt durch 1000, mal aktueller Goldkurs pro Gramm. Der Kurs wird international je Feinunze notiert, eine Feinunze sind 31,1035 Gramm; teil den Unzenpreis durch diesen Wert und du hast den Grammpreis. Ein Beispiel mit runden Zahlen: 12 Gramm 585er Gold sind 7,02 Gramm Feingold. Was du für Feingold rechnest, bekommst du beim Ankauf nicht — Scheideanstalten und Juweliere ziehen eine Marge ab. Der errechnete Wert ist deine Untergrenze im Kopf, nicht dein Angebotspreis.

Wo die Punze steckt und was sie verrät

Bei Ringen steht sie innen an der Schiene, bei Ketten und Armbändern auf der Schließe oder auf einem kleinen Plättchen daneben, bei Ohrringen auf dem Stecker. Übliche Zahlen sind 333, 585, 750 und 999 — sie bezeichnen Tausendstel Feingold, 585 bedeutet also 58,5 Prozent. Buchstaben daneben sind oft die Meistermarke des Herstellers, und die kann den Wert heben. Aufgepasst bei Kürzeln wie GP, RG, HGE oder dem Wort Double: Das heißt vergoldet und bedeutet Materialwert nahe null. Ein Magnet ist kein Goldtest, aber ein guter Ausschlusstest — bleibt etwas hängen, steckt Eisen im Stück. Unpunzierter Schmuck aus dem Ausland ist nicht automatisch unecht, muss aber beim Ankauf geprüft werden, meist mit Säure oder Röntgenfluoreszenz.

Wenn du Gewicht und Legierung kennst, kannst du beides direkt in die Anzeige schreiben und bekommst Anfragen von Käufern, die schon gerechnet haben. Anzeige aufgeben

Wann ein Stück mehr wert ist als sein Gold

Drei Fälle heben den Preis über den Materialwert. Erstens eine gesuchte Marke mit eigener Punze und Modellnamen — hier zahlen Käufer für die Herkunft, nicht für das Metall. Zweitens Handarbeit und Alter: Jugendstil, Art déco und Goldschmiedearbeiten mit erkennbarer Machart finden Sammler. Drittens Steine mit Papieren. Ohne Zertifikat ist ein Brillant für den Käufer eine Behauptung, und kleine Steine bringen im Wiederverkauf ohnehin wenig. Perlenketten sind der häufigste Irrtum: Zuchtperlen aus den siebziger Jahren waren teuer und sind heute schwer verkäuflich. Umgekehrt gilt: Ist der Schmuckwert nicht belegbar, verkaufst du besser nach Gewicht — dann ist ein zerbrochener Ohrring genauso viel wert wie ein ganzer. Lass Steine im Zweifel bei einem Juwelier ansehen, bevor du sie in der Anzeige benennst.

Ankauf, Auktion oder privat verkaufen

Der Goldankauf zahlt sofort, aber unter dem Materialwert; hol dir zwei Angebote und lass dir die angesetzte Legierung und das Gewicht schriftlich geben. Privat erzielst du mehr, brauchst dafür aber Geduld und gute Fotos: Punze im Makro, Stück auf der Waage mit sichtbarer Anzeige, Gesamtansicht bei Tageslicht. Genau diese drei Bilder nehmen dem Käufer das Misstrauen. Schreib die Legierung nur, wenn du die Punze gelesen hast — eine Angabe wie 750 ist eine Zusicherung, an der du dich messen lassen musst, und ein pauschaler Gewährleistungsausschluss deckt eine falsche Zusage nicht ab. Bei Erbstücken klär vorher, wem das Stück gehört, wenn mehrere Erben da sind. Das ist eine Beschreibung der üblichen Rechtslage, keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Wie viel bekomme ich beim Goldankauf für 585er Schmuck?

Weniger als den reinen Materialwert. Rechne zuerst selbst: Gewicht mal 0,585 mal Grammpreis für Feingold. Davon zieht der Ankäufer seine Marge ab, die je Anbieter unterschiedlich ausfällt. Deshalb lohnen zwei Angebote am selben Tag — der Goldkurs ändert sich, die Marge auch.

Was mache ich mit einzelnen Ohrringen und kaputten Ketten?

Sammeln und zusammen als Altgold anbieten. Für den Materialwert spielt es keine Rolle, ob ein Stück heil ist. Wieg alles gemeinsam nach Legierung getrennt, also 333er und 585er in eigenen Häufchen, und nenn die Gewichte in der Anzeige. Steine vorher aussortieren.

Ist Schmuck ohne Stempel wertlos?

Nein, aber schwerer zu verkaufen. Alte und ausländische Stücke sind oft nicht gestempelt, manche Punzen sind schlicht abgerieben. Ein Juwelier prüft die Legierung mit Prüfsäure oder Röntgenfluoreszenz, häufig kostenlos beim Ankaufsgespräch. Ohne Prüfung schreibst du in die Anzeige „nicht gepunzt, Legierung ungeprüft“.

Goldschmuck verkaufen, ohne die Ankaufsmarge zu bezahlen

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion. Rechtliche Angaben beschreiben die übliche Rechtslage und ersetzen keine Rechtsberatung.