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„Was ist das wert?“ – so findest du es heraus

Wert ist, was jemand zuletzt tatsächlich gezahlt hat — nicht der Neupreis und nicht die Summe der laufenden Angebote. Such nach abgeschlossenen Verkäufen desselben Modells im selben Zustand, nimm den mittleren Bereich und zieh für jeden echten Mangel ab. Zehn Minuten Recherche ersetzen jede Schätzung.

Laufende Anzeigen zeigen Wünsche, keine Preise

Der häufigste Fehler ist, den eigenen Preis an anderen Anzeigen auszurichten. Eine laufende Anzeige beweist nur, dass jemand diesen Betrag gern hätte — nicht, dass ihn jemand zahlt. Und Anzeigen, die zu teuer sind, bleiben besonders lange stehen und dominieren dadurch die Trefferliste. Was du stattdessen brauchst, sind abgeschlossene Verkäufe: verkaufte Artikel auf Auktionsplattformen, Ankaufspreise gewerblicher Aufkäufer als Untergrenze, Preisverläufe bei Sammlerware. Nimm mindestens fünf Datenpunkte desselben Modells und derselben Ausstattung, streich den höchsten und den niedrigsten und arbeite mit dem, was übrig bleibt. Wenn du keine fünf findest, ist der Gegenstand entweder selten oder es gibt kaum Nachfrage. Beides bedeutet: Der Preis entsteht in der Verhandlung, nicht in der Tabelle.

Warum Abschreibungstabellen den Marktwert nicht treffen

Viele suchen nach einer Formel für den Wertverlust. Es gibt sie, aber sie meint etwas anderes. Das Bundesfinanzministerium hat mit Schreiben vom 26. Februar 2021 die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von Computern und Notebooks auf ein Jahr gesetzt — steuerlich sind sie danach vollständig abgeschrieben. Am Gebrauchtmarkt bringt ein drei Jahre altes Notebook trotzdem einen erheblichen Teil des Neupreises. Steuerliche Nutzungsdauer und Marktwert sind zwei völlig verschiedene Größen. Dasselbe gilt für Versicherungstabellen zum Zeitwert: Sie regeln, was im Schadensfall ersetzt wird, nicht was ein Käufer zahlt. Verlass dich deshalb auf tatsächlich erzielte Preise. Das ist eine Beschreibung der allgemeinen Zusammenhänge und keine Steuerberatung. Wer eine Zahl aus einer Tabelle in seine Anzeige schreibt, bekommt regelmäßig gar keine Anfragen und weiß hinterher nicht, warum.

Wenn du eine Preisspanne hast, ist der schnellste Test der Markt selbst — stell die Sache mit deinem Wunschpreis ein und beobachte die Anfragen. Anzeige aufgeben

Die vier Abschläge, die wirklich zählen

Erstens Zustand: sichtbare Kratzer, Verschleiß an Kanten und Bedienelementen kosten je nach Warengruppe zehn bis dreißig Prozent. Zweitens Vollständigkeit: fehlende Originalverpackung, Kabel, Fernbedienung, Zubehör oder Schlüssel kosten spürbar, weil sie einzeln nachgekauft werden müssen. Drittens Nachweisbarkeit: ohne Kaufbeleg, Wartungsheft oder Garantiereste sinkt der erzielbare Preis, weil Käufer Unsicherheit einpreisen. Viertens Zeit: Wer schnell verkaufen will, liegt am unteren Rand der Spanne, wer sechs Wochen warten kann, am oberen. Rechne das offen durch, statt nach Gefühl abzurunden. Und schreib die Abschläge in die Anzeige, denn ein genannter Mangel senkt den Preis um zehn Prozent, ein entdeckter Mangel kostet den ganzen Verkauf. Und rechne nicht die Reparatur ein, die du vorhattest, sondern den Zustand, in dem die Sache tatsächlich steht.

Saison ist der unterschätzte Faktor

Derselbe Gegenstand bringt je nach Monat deutlich verschiedene Preise. Fahrräder und Gartenmöbel laufen von März bis Juni, Skiausrüstung von Oktober bis Januar, Kinderfahrräder vor Weihnachten und zum Schulanfang, Umzugskartons und Waschmaschinen zum Monatsende und zum Quartalswechsel. Wer im November ein Rennrad einstellt, verkauft es — nur eben zwanzig Prozent unter dem Preis, den er im April bekommen hätte. Prüf deshalb vor dem Einstellen, ob es sich lohnt, sechs Wochen zu warten. Zweiter Punkt: Stell nicht alles am selben Tag ein, wenn du zehn ähnliche Dinge verkaufst — du konkurrierst sonst mit dir selbst in derselben Trefferliste und drückst deinen eigenen Preis. Wer zehn Dinge zu verkaufen hat, stellt sie über vier Wochen verteilt ein und behält so die Preise oben.

Häufige Fragen

Wo sehe ich, was wirklich gezahlt wurde?

In den Listen abgeschlossener Verkäufe auf Auktionsplattformen und in Ankaufspreisen gewerblicher Aufkäufer, die die Untergrenze markieren. Laufende Anzeigen taugen nicht, weil überteuerte Angebote am längsten stehen bleiben und die Trefferliste deshalb nach oben verzerren. Notiere dir fünf Preise mit Datum, dann siehst du auch die Entwicklung.

Wie viel Prozent vom Neupreis ist realistisch?

Das schwankt zu stark für eine Faustformel: Markenwerkzeug hält den Wert besser als Unterhaltungselektronik, Möbel besser als Drucker. Such lieber fünf echte Verkaufspreise deines Modells. Eine Prozentregel ersetzt keine Marktbeobachtung und führt regelmäßig zu deutlich zu hohen Preisen. Prüf zusätzlich, ob dein Modell inzwischen einen Nachfolger hat, das drückt den Preis spürbar.

Soll ich höher einsteigen, weil ohnehin verhandelt wird?

Ein Aufschlag von fünf bis zehn Prozent ist üblich und wird eingeplant. Alles darüber sortiert dich aus den Preisfiltern der Suchenden heraus, und dann sieht deine Anzeige niemand mehr. Lieber knapp kalkulieren und beim Nachlass hart bleiben. Runde nach unten auf einen glatten Betrag, das wirkt entschiedener als eine krumme Zahl.

Was mache ich, wenn es gar keine Vergleichspreise gibt?

Dann setzt du einen Startpreis, beobachtest zwei Wochen und passt an. Bei seltenen Stücken ist die Zahl der Anfragen dein Messgerät: keine Nachricht in zehn Tagen heißt zu teuer, fünf Nachrichten am ersten Tag heißen zu billig. Notiere dir Datum und Preis jeder Anpassung, dann erkennst du den Punkt, an dem es kippt.

Preisspanne bestimmt, Mängel genannt, Saison beachtet — dann darf die Anzeige online

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.