Replika
Replika ist die höfliche Umschreibung für einen Nachbau: ein Produkt, das aussieht wie das Original, aber nicht vom Markeninhaber stammt.
Zwischen Nachbau und Fälschung liegt das Logo
„Barcelona-Trikot, Replika, Größe L“ oder „Bauhaus-Sessel, Replika nach Original“ — beides kommt vor und meint zwei verschiedene Dinge. Ein Möbelstück, dessen Design nicht mehr geschützt ist, darf jeder nachbauen und verkaufen; entscheidend ist, dass in der Anzeige steht, wer es gebaut hat. Sobald aber ein fremdes Markenzeichen darauf klebt, ohne dass es vom Markeninhaber stammt, ist es eine Fälschung — auch dann, wenn im Titel höflich „Replika“ steht. Das Wort ändert die Sache nicht, es beschreibt sie nur netter. Für den Preis heißt das: Ein deklarierter Nachbau ist ein eigenes Produkt mit eigenem Markt.
Der Irrtum: privat verkauft sei es schon erlaubt
Das Markenrecht knüpft an die Benutzung im geschäftlichen Verkehr an, und wer regelmäßig gleichartige Stücke anbietet, wird schnell genau so eingeordnet. Ein einzelner Verkauf aus dem Schrank ist etwas anderes als zwölf Trikots in drei Monaten. Der zweite Punkt trifft dich unabhängig davon: Wer eine Fälschung als Original verkauft, täuscht. Der Käufer kann den Vertrag dann wegen arglistiger Täuschung anfechten, und dafür hat er ab dem Tag, an dem er die Täuschung entdeckt, ein Jahr Zeit. Schreib deshalb hin, was du weißt, und wenn du es nicht sicher weißt, schreib genau das. Das ist die übliche Rechtslage, keine Rechtsberatung für deinen Einzelfall.
Häufige Fragen
Darf ich eine Replika privat verkaufen?
Einen legalen Nachbau ohne fremdes Markenzeichen ja, gekennzeichnet als das, was er ist. Ein Stück mit aufgebrachtem Markenlogo, das nicht vom Markeninhaber stammt, gehört dagegen nicht in eine Anzeige — unabhängig davon, wie du es nennst. Portale löschen solche Anzeigen, und der Markeninhaber kann abmahnen.
Was ist der Unterschied zwischen Replika und Fake?
Der Vorsatz. Eine Replika wird offen als Nachbau angeboten, ein Fake als Original ausgegeben. Praktisch ist die Grenze schnell überschritten: Wer „Replika“ ins Kleingedruckte setzt und im Titel den Markennamen groß nennt, verkauft faktisch als Original. Der Begriff im Titel entscheidet, wie ein Käufer die Anzeige liest.