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Verjährung von Ansprüchen

Mängelansprüche aus einem Kauf verjähren zwei Jahre nach der Ablieferung, § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB. Für andere Forderungen, etwa den offenen Kaufpreis, gilt die regelmäßige Frist von drei Jahren ab dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Bei Arglist verlängert sich die Frist.

Zwei Fristen, zwei verschiedene Startpunkte

Die Zweijahresfrist für Mängelansprüche beginnt taggenau mit der Ablieferung. Wer am 12. Mai ein Notebook übergibt, ist im Regelfall am 12. Mai zwei Jahre später aus dem Thema heraus. Die regelmäßige Verjährung von drei Jahren nach § 195 BGB läuft anders: Sie startet erst mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den maßgeblichen Umständen erfahren hat. Eine Kaufpreisforderung aus dem März verjährt deshalb nicht im März drei Jahre später, sondern am 31. Dezember des dritten Jahres danach. Dieser Unterschied ist der Grund, warum Verjährungsfragen im Alltag so oft falsch eingeschätzt werden — beide Fristen sind bekannt, ihre Startpunkte nicht. Notiere dir deshalb das genaue Übergabedatum und nicht nur den Monat des Verkaufs.

Was die Frist anhält oder neu beginnen lässt

Verjährung ist kein reines Abwarten. Verhandeln die Parteien über den Anspruch, ist die Verjährung nach § 203 BGB gehemmt, solange die Gespräche laufen — die Zeit zählt dann nicht mit. Erkennt der Schuldner den Anspruch an, etwa durch eine Abschlagszahlung, beginnt die Verjährung nach § 212 BGB von vorn. Und wer einen Mahnbescheid beantragt oder Klage erhebt, hemmt die Verjährung ebenfalls. Für dich als Verkäufer heißt das zweierlei. Wenn ein Käufer sich meldet und du monatelang hin und her schreibst, verschiebt sich das Ende der Frist nach hinten. Und wenn du selbst noch Geld bekommst, ist eine unbeantwortete Mahnung wirkungslos, während ein gerichtlicher Mahnbescheid die Uhr anhält. Das schildert den gesetzlichen Regelfall und ist keine Rechtsberatung.

Wer den Zustand bei der Übergabe belegen kann, muss zwei Jahre später nichts mehr aus dem Gedächtnis rekonstruieren — [halte ihn schon in der Anzeige fest](/anzeige/neu?kategorie=allgemein&thema=uebergabe). Anzeige aufgeben

Mit wirksamem Ausschluss stellt sich die Frage kaum

Hast du die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen, existiert der Mängelanspruch von vornherein nicht — dann kommt es auf Fristen gar nicht an. Relevant wird die Verjährung erst in den Fällen, die der Ausschluss nicht deckt. Genau dort verlängert das Gesetz: Bei einem arglistig verschwiegenen Mangel gilt nach § 438 Abs. 3 BGB die regelmäßige Verjährung, also drei Jahre ab dem Jahresende, in dem der Käufer den Mangel entdeckt hat, mindestens aber die zwei Jahre ab Ablieferung. Ein verschwiegener Wasserschaden, der nach 30 Monaten in der Werkstatt auffliegt, kann daher noch verfolgt werden. Das ist der praktische Grund, warum sich Verschweigen selten rechnet: Der Vorteil dauert zwei Jahre, das Risiko deutlich länger.

Was das für deine Ablage bedeutet

Bewahre die Unterlagen zu einem Verkauf mindestens so lange auf, wie Ansprüche laufen können. Für den Normalfall heißt das zwei Jahre plus einen Puffer: Anzeigentext mit Fotos, Chatverlauf, Kaufvertrag oder Quittung, bei Versand zusätzlich Einlieferungsbeleg und Sendungsverfolgung. Das sind wenige Dateien pro Verkauf, und sie beantworten praktisch jede spätere Frage. Nach Ablauf der Frist kannst du sie löschen — für Daten der Gegenseite ist das sogar der saubere Weg, weil du fremde Anschriften nicht dauerhaft ohne Grund aufbewahren solltest. Wer bei größeren Geschäften auf Nummer sicher gehen will, legt das Übergabefoto mit sichtbarem Datum dazu. Es ist die einzige Aufnahme, die den Zustand am Stichtag festhält, und genau darüber wird später gestritten.

Häufige Fragen

Wie lange kann der Käufer sich nach dem Kauf noch melden?

Ohne Haftungsausschluss zwei Jahre ab Übergabe. Mit wirksamem Ausschluss bestehen Mängelansprüche im Grundsatz gar nicht, dann bleibt nur der Vorwurf der Arglist — und dafür gilt die längere regelmäßige Frist. In der Praxis melden sich fast alle in den ersten Wochen nach dem Kauf.

Wann verjährt mein Anspruch auf den Kaufpreis?

Nach der regelmäßigen Frist von drei Jahren, gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem die Forderung entstanden und dir bekannt war. Ein offener Betrag aus einem Verkauf im Juni verjährt also erst am Silvester drei Jahre später. Bis dahin kannst du ihn geltend machen.

Hält eine Mahnung die Verjährung an?

Eine schriftliche Mahnung allein nicht. Gehemmt wird die Verjährung durch laufende Verhandlungen, durch einen gerichtlichen Mahnbescheid oder durch Klage. Wenn die Frist zu Ende geht und keine Einigung in Sicht ist, hilft nur der gerichtliche Weg — der Antrag lässt sich online stellen.

Ändert eine Teilzahlung etwas an der Frist?

Ja, erheblich. Zahlt der Schuldner eine Rate oder erkennt er die Forderung sonst an, beginnt die Verjährung nach § 212 BGB neu. Aus einem fast abgelaufenen Anspruch wird dann wieder ein frischer. Notiere Datum und Betrag jeder Teilzahlung, sie ist mehr als nur Geld auf dem Konto.

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion. Rechtliche Angaben beschreiben die übliche Rechtslage und ersetzen keine Rechtsberatung.