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Falschgeld bei der Übergabe erkennen

Falschgeld erkennst du in zehn Sekunden über fühlen, sehen und kippen — das Relief, das Wasserzeichen und die wechselnde Farbe der Smaragdzahl. Nimm einen verdächtigen Schein nicht an. Wenn er doch in deiner Kasse landet, wird er eingezogen: Ersatz gibt es nicht, und der Schaden bleibt bei dem, der ihn zuletzt hatte.

Fühlen, sehen, kippen — in dieser Reihenfolge

Fühlen: Am Rand jeder Banknote, bei den Zahlen und bei der Schrift ist das Papier spürbar erhaben, weil es im Stichtiefdruck gedruckt wird. Ein glatter Schein ist ein schlechtes Zeichen. Das Papier selbst fühlt sich griffig an, nicht wachsig — es besteht aus Baumwolle, nicht aus Zellstoff. Sehen: Gegen das Licht erscheinen Wasserzeichen, Sicherheitsfaden und bei den Scheinen der Europa-Serie das Porträtfenster im Hologrammstreifen. Kippen: Die Smaragdzahl unten links wechselt die Farbe und zeigt einen wandernden Lichtbalken, der Streifen am rechten Rand zeigt je nach Blickwinkel Wertzahl und Porträt. Zwei von drei Prüfungen genügen im Alltag. Prüf bei Übergaben ab 100 Euro jeden einzelnen Schein, nicht Stichproben aus dem Stapel.

Wie viel davon im Umlauf ist und in welcher Stückelung

Die Bundesbank zog im ersten Halbjahr 2026 rund 30.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr, mit einem Schaden von 1,75 Millionen Euro. Der Trend geht seit Jahren nach unten: Im ersten Halbjahr 2025 waren es noch 36.610 Fälschungen. Entscheidend für die Übergabe an der Haustür ist die Verteilung, nicht die Gesamtzahl. Knapp 47 Prozent aller Fälschungen entfielen auf den 50-Euro-Schein, rund ein Viertel auf den 20-Euro-Schein. Das ist gegen die Intuition: Die meisten Verkäufer prüfen den 200er sorgfältig und nehmen fünf Fünfziger ungesehen. Fälscher setzen genau darauf, weil kleine Scheine schnell zirkulieren und selten kontrolliert werden. Bei einer Zahlung von 250 Euro in Fünfzigern lohnt die Prüfung also mehr als bei einem einzelnen großen Schein.

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Wenn du einen falschen Schein bekommst, zahlst du drauf

Falschgeld darf nicht weitergegeben werden. Banken und die Bundesbank ziehen es ein, eine Entschädigung gibt es nicht — der Verlust bleibt bei dem, der den Schein zuletzt angenommen hat. Wer ihn wissentlich weitergibt, macht sich nach § 147 StGB strafbar, der das Inverkehrbringen von Falschgeld mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bedroht. Der einzige richtige Weg ist deshalb: Schein behalten, nicht zurückgeben, Polizei verständigen und den Vorgang schildern. Fass ihn dabei so wenig wie möglich an und steck ihn in eine Hülle. Notiere alles, was du über den Übergeber weißt: Aussehen, Fahrzeug, Kennzeichen, Uhrzeit, Ort. Das beschreibt die übliche Rechtslage und ist keine Rechtsberatung im Einzelfall. Melde den Vorfall zusätzlich dem Portal, wenn der Kontakt über eine Anzeige zustande kam.

Die Übergabe so gestalten, dass es gar nicht erst passiert

Vier Gewohnheiten senken das Risiko fast auf null. Erstens: Bei Beträgen ab etwa 200 Euro auf eine Echtzeitüberweisung ausweichen, dann entfällt die Prüfung vollständig. Zweitens: bei Tageslicht oder in einem hellen Raum übergeben, nicht abends auf einem Parkplatz. Drittens: die Scheine einzeln durch die Hand gehen lassen und dabei fühlen, statt sie zu zählen und einzustecken. Viertens: Filialen mancher Banken und Sparkassen prüfen Bargeld für Kunden, was sich bei großen Summen lohnt — dort kann die Übergabe auch gleich stattfinden. Und wenn der Käufer drängt, während du prüfst, ist das kein Zeitproblem, sondern ein Hinweis. Eine ordentliche Prüfung von zehn Scheinen dauert eine Minute, und diese Minute darf jeder Kauf kosten.

Häufige Fragen

Bekomme ich Geld zurück, wenn ich einen falschen Schein hatte?

Nein. Falschgeld wird eingezogen, ohne Entschädigung. Der Schaden bleibt bei demjenigen, der den Schein zuletzt angenommen hat. Genau deshalb lohnt sich die Prüfung bei der Übergabe mehr als jede spätere Reklamation, denn danach gibt es keinen Weg zurück. Zehn Sekunden pro Schein kosten dich weniger als jeder Verlust.

Was mache ich, wenn mir bei der Übergabe ein Schein verdächtig vorkommt?

Nimm ihn nicht an und brich den Kauf ab. Sag ruhig, dass du den Schein nicht annimmst, und schlag eine Überweisung vor. Wird der Schein aufgedrängt oder wirkt die Lage unangenehm, geh und ruf die Polizei. Die Ware ist weniger wert als eine Auseinandersetzung.

Darf ich einen falschen Schein einfach zurückgeben?

Nein. Weitergabe von Falschgeld ist nach § 147 StGB strafbar, auch die Rückgabe an den Übergeber gehört nicht dazu, was du tun solltest. Behalte den Schein, fass ihn möglichst wenig an und übergib ihn der Polizei zusammen mit deinen Angaben zum Vorfall.

Welche Scheine werden am häufigsten gefälscht?

Der 50-Euro-Schein mit knapp 47 Prozent aller Fälschungen, gefolgt vom 20-Euro-Schein mit rund einem Viertel. Große Scheine werden seltener gefälscht, weil sie ohnehin genauer angesehen werden. Prüf deshalb gerade bei mehreren kleinen Scheinen jeden einzelnen. Ein Bündel aus fünf Fünfzigern verdient dieselbe Aufmerksamkeit wie ein Zweihunderter.

Eine Minute prüfen ist billiger als ein Fünfziger, der nichts wert ist

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.