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Zollinhaltserklärung ausfüllen

In die Zollinhaltserklärung gehören eine konkrete Warenbezeichnung, Stückzahl, Gewicht, Wert und die Art der Sendung. „Geschenk“ kreuzt du nur an, wenn es wirklich eines ist; bei einem Verkauf ist es Warenverkauf. Falsche Angaben sind kein Kavaliersdelikt, sondern eine unrichtige Erklärung gegenüber dem Zoll.

CN22 oder CN23 — welches Formular wann

Für Sendungen mit geringem Wert genügt die kleine Zollinhaltserklärung CN22, für höhere Werte verlangt der Weltpostverein die ausführliche CN23 samt Begleitpapier. Die Grenze zwischen beiden liegt bei 300 Sonderziehungsrechten, einer Rechnungseinheit, deren Eurowert leicht schwankt. Praktisch musst du dich damit selten beschäftigen: Wer das Label online bucht und das Zielland eingibt, bekommt vom System das richtige Formular vorgelegt und füllt es am Bildschirm aus. Die Angaben laufen heute zusätzlich elektronisch voraus, damit die Zollstelle im Zielland vor Ankunft der Sendung Bescheid weiß. Für dich heißt das vor allem eines: Du kannst nichts mehr nachträglich anpassen, sobald das Paket weg ist. Prüf die Felder deshalb einmal in Ruhe, bevor du auf Bezahlen klickst.

„Geschenk“ und „Muster“ sind keine Warenbezeichnung

Die häufigste Beanstandung ist eine zu vage Beschreibung. „Gebrauchtwaren“, „Geschenk“ oder „Ersatzteil“ reicht nicht, weil die Zollstelle daraus keinen Warencode ableiten kann. Schreib stattdessen, was tatsächlich im Karton liegt, auf Englisch und mit Material oder Verwendung: „used mens jacket, cotton, 1 piece“ statt „Kleidung“. Gib die Stückzahl an, das Gewicht pro Position und den Wert in Euro. Bei mehreren Gegenständen listest du sie einzeln, nicht als Sammelposten. Ein Paket mit einer präzisen Beschreibung läuft durch, eines mit einer unklaren bleibt liegen und wird angeschrieben, und das kostet Tage. Zusätzlich brauchst du eine Telefonnummer oder Mailadresse des Empfängers, damit die Zollstelle ihn erreichen kann, wenn doch etwas fehlt. Und trag deine eigenen Absenderdaten vollständig ein, denn eine unvollständige Absenderangabe verhindert im Zweifel die Rücksendung.

Wenn du Auslandsversand anbietest, gehört ein Hinweis auf Zollpapiere und Abgaben schon in den Anzeigentext, und der ist schnell ergänzt. Anzeige aufgeben

Der Wert entscheidet, was der Empfänger zahlt

Trag den tatsächlichen Verkaufspreis ein, nicht den Neupreis und nicht null. In der EU gibt es seit dem 1. Juli 2021 keine Freigrenze für die Einfuhrumsatzsteuer mehr; sie fällt ab dem ersten Cent an, während Zölle erst ab einem Warenwert von 150 Euro erhoben werden. In anderen Zielländern gelten eigene Grenzen, die Systematik bleibt aber dieselbe: Der deklarierte Wert ist die Bemessungsgrundlage. Ein zu niedrig angesetzter Wert spart dem Empfänger ein paar Euro und kostet dich im Verlustfall alles, weil der Dienstleister nur bis zum angegebenen Betrag entschädigt. Ein zu hoch angesetzter Wert treibt die Abgaben unnötig hoch. Nimm den Preis, der im Chat vereinbart wurde, und leg die Unterhaltung als Beleg ab. Das beschreibt die geltende Systematik, keine Auskunft für dein konkretes Zielland.

Was passiert, wenn die Angaben nicht stimmen

Im günstigsten Fall wird die Sendung angehalten und der Empfänger muss Unterlagen nachreichen. Im schlechteren Fall geht das Paket zurück, und du zahlst den Rückweg. Bei bewusst falschen Wertangaben geht es nicht mehr um Gebühren, sondern um eine unrichtige Erklärung gegenüber der Zollverwaltung, mit den Folgen, die dazugehören. Verantwortlich ist der Absender, nicht der Käufer, auch wenn der Käufer darum gebeten hat. Sag deshalb freundlich Nein, wenn jemand vorschlägt, „einfach dreißig Euro draufzuschreiben“, und erklär den Grund: Es senkt deine eigene Absicherung und ist eine Falschangabe. Wer sauber deklariert, hat im Zweifel nur einen etwas teureren Käufer, aber keinen Vorgang mit der Zollstelle. Das ist die allgemeine Rechtslage, keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Was schreibe ich als Warenbezeichnung rein?

Etwas, das ein Zollbeamter einordnen kann: Art des Gegenstands, Material, Stückzahl, am besten auf Englisch. „used mens jacket, cotton“ funktioniert, „Kleidung“ oder „Geschenk“ nicht. Bei mehreren Sachen listest du jede Position einzeln mit Gewicht und Wert statt einer Sammelangabe. Je konkreter die Zeile, desto seltener wird das Paket angehalten.

Darf ich einen niedrigeren Wert angeben, damit der Käufer weniger zahlt?

Nein. Das ist eine unrichtige Erklärung gegenüber dem Zoll, und verantwortlich bist du als Absender. Dazu kommt der praktische Nachteil: Geht die Sendung verloren, entschädigt der Dienstleister höchstens den deklarierten Wert. Du sparst dem Käufer wenig und riskierst dabei den vollen Betrag.

Brauche ich für ein Päckchen auch eine Zollinhaltserklärung?

Ja, sobald das Ziel außerhalb des Zoll- oder Steuergebiets der EU liegt. Die Sendungsart spielt dabei keine Rolle, der Bestimmungsort schon. Beim Buchen des Labels fragt das System die nötigen Angaben ab und legt dir das passende Formular vor, sobald du das Zielland eingibst.

Wer zahlt die Einfuhrsteuer am Ende?

Sie zahlt der Empfänger, weil auf seinen Namen eingeführt wird. Der Zusteller streckt den Betrag vor und kassiert ihn bei der Zustellung, meist zusammen mit einer eigenen Bearbeitungsgebühr. Nenn dem Käufer diese Positionen vorher, dann verweigert er die Annahme nicht und du sparst dir den Rückläufer.

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.