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„Sicher bezahlen“-Anfrage prüfen, bevor du klickst

Öffne keinen Link aus der Nachricht. Schließ den Chat und sieh in deiner App oder im Konto nach, ob dort unter deiner Anzeige eine Zahlungsanfrage steht. Steht sie dort nicht, existiert sie nicht. Diese eine Gewohnheit hält die meistgenutzte Masche gegen Verkäufer vollständig auf.

Warum diese Masche so gut funktioniert

Sie nutzt etwas, das eigentlich richtig ist: Der Treuhandweg der Plattform ist tatsächlich die sicherste Zahlungsart, und Verkäufer sollen ihn nutzen. Der Betrüger schlägt also genau das vor, was du für vernünftig hältst. Dann schickt er dir per Mail oder Messenger einen Link zu einer Seite, die dem Original bis zur Fußzeile gleicht, oft samt Chatfenster mit angeblichem Support, der dich Schritt für Schritt begleitet. Dort sollst du „deine Auszahlung bestätigen“ und gibst Onlinebanking-Zugang, Kartennummer oder einen Freigabecode ein. In einer bekannten Variante nennt der falsche Support eine Zahl, die wie eine Prüfziffer aussieht — in Wahrheit ist es der Betrag, den du gerade freigibst. Die Masche gewinnt nicht durch Technik, sondern durch Tempo und Höflichkeit.

Die Prüfung, die vierzig Sekunden dauert

Geh in dieser Reihenfolge vor. Erstens: Schließ die Nachricht und öffne die App oder die Website selbst, über dein Lesezeichen oder die Eingabezeile, nie über den Link. Zweitens: Sieh unter deiner Anzeige nach, ob dort eine Kaufanfrage mit Artikelbezug steht. Drittens: Vergleiche den Betrag mit dem vereinbarten Preis. Viertens: Prüfe, ob überhaupt etwas von dir verlangt wird — für eine Auszahlung genügt deine IBAN. Wird nach Onlinebanking-Zugang, Kartendaten, PIN oder einem Code aus deiner Banking-App gefragt, brich sofort ab. Ein Zahlungsdienst braucht nichts davon, um dir Geld zu senden. Und misstraue jeder Formulierung mit „Testüberweisung“, „Verifizierung“ oder „Prüfziffer“ — sie kommt in echten Abläufen nicht vor. Die Phishing-Seite selbst zeigt die [Sicher-bezahlen-Falle](/sicherheit/sicher-bezahlen-phishing).

Wenn deine Anzeige den Kauf über die Plattform von Anfang an vorsieht, kommt gar keine Anfrage von außen — [erstelle deine Anzeige mit Kauffunktion](/anzeige/neu?thema=kauffunktion). Anzeige aufgeben

Was passiert, wenn du doch etwas eingegeben hast

Ruf sofort deine Bank an und lass Konto und Karte sperren; der Sperr-Notruf 116 116 ist rund um die Uhr erreichbar und kostenlos aus dem deutschen Netz. Danach änderst du die Zugangsdaten, meldest den Vorfall der Plattform und erstattest Anzeige. Wichtig ist die Reihenfolge, denn hier zählt jede Minute. Rechtlich ist die Lage unangenehm: Nach § 675v Absatz 3 BGB haftet der Zahler in voller Höhe, wenn er seine Sicherheitspflichten vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt hat — und die Weitergabe eines Freigabecodes an eine fremde Seite wird von Banken regelmäßig so bewertet. Das ist kein Grund, es nicht zu versuchen: Ob grobe Fahrlässigkeit vorliegt, hängt vom Einzelfall ab, und die Bank muss das begründen. Die weiteren Schritte stehen unter [Bank informieren nach einem Betrugsfall](/loesungen/bank-informieren-nach-betrug). Das ist die allgemeine Rechtslage, keine Beratung für deinen konkreten Fall.

Wie du echte Käufer nicht vergraulst

Viele Verkäufer werden nach einem solchen Versuch misstrauisch gegen alles und lehnen dann auch echte Anfragen ab. Das ist unnötig. Formuliere einmal einen Satz und benutze ihn immer: „Schick mir bitte keine Links, ich sehe die Anfrage in meiner App nach und bestätige sie dort.“ Wer echt kaufen will, findet das selbstverständlich, denn für ihn ändert sich nichts. Wer widerspricht, hat sich selbst erklärt. Ein zweiter Punkt: Antworte nicht in der Mail, sondern immer im Plattform-Chat, dort ist der Verlauf dokumentiert. Und lass dich nicht in einen Messenger ziehen, auch nicht „weil es schneller geht“. Wenn du eine Anfrage grundsätzlich nicht annehmen willst, ist das ebenfalls dein gutes Recht, siehe [Sicher bezahlen ablehnen](/loesungen/sicher-bezahlen-ablehnen). Die übrigen Fälle stehen in den [Lösungen](/loesungen), Begriffe wie [Nachnahme](/glossar/nachnahme) erklärt das Glossar.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine echte Sicher-bezahlen-Anfrage?

Sie steht in deiner App oder im eingeloggten Konto, unter deiner Anzeige, mit Artikel und Betrag. Sie kommt nicht per Mail mit Link, nicht per SMS und nicht im Messenger. Für die Auszahlung reicht deine IBAN. Wird nach Kartennummer, Onlinebanking-Zugang oder einem Freigabecode gefragt, ist es keine echte Anfrage.

Der Käufer schickt einen Link und drängt — soll ich reagieren?

Nein, nicht auf den Link. Antworte im Plattform-Chat, dass du die Anfrage in deinem Konto prüfst, und sieh dort nach. Zeitdruck ist kein Zufall, sondern Teil der Methode. Ein echter Käufer wartet die zwei Minuten problemlos ab, weil ihm dein Nachsehen keinen Nachteil bringt.

Ich habe eine TAN eingegeben — was jetzt?

Ruf sofort deine Bank an und lass Konto und Karte sperren, notfalls über den Sperr-Notruf 116 116. Ändere danach deine Zugangsdaten, sichere Screenshots des Chats und erstatte Anzeige. Melde den Vorfall zusätzlich der Plattform. Je schneller die Sperre wirkt, desto größer die Chance, laufende Abbuchungen noch zu stoppen.

Bekomme ich mein Geld von der Bank zurück?

Das hängt davon ab, wie die Bank dein Verhalten bewertet. Bei nicht autorisierten Abbuchungen besteht ein Erstattungsanspruch, bei grob fahrlässiger Weitergabe von Codes kann er entfallen. Widersprich einer pauschalen Ablehnung schriftlich und lass sie begründen. Die Schlichtungsstelle deiner Bankengruppe prüft solche Fälle kostenfrei.

Ein Kauf, der im Portal beginnt, endet auch dort

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.