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IMEI weitergegeben – was daraus folgen kann

Allein mit der IMEI kann dir niemand das Handy sperren oder ein Konto übernehmen. Gefährlich wird die Nummer erst im Paket mit Fotos, Kaufbeleg und Ausweiskopie — daraus baut jemand eine täuschend echte Anzeige für ein Gerät, das er gar nicht hat. Prüfe, was sonst noch rausging, und melde das Profil.

Was die IMEI ist und was sie nicht kann

Die IMEI ist die Seriennummer deines Mobilfunkgeräts, fünfzehn Ziffern lang und fest im Gerät verankert. Du siehst sie über die Tastenkombination, auf der Originalverpackung und in den Einstellungen. Sie kennzeichnet das Gerät, nicht dich: An SIM-Karte, Mobilfunkvertrag, Google- oder Apple-Konto hängt sie nicht. Wer nur die IMEI hat, kann damit weder telefonieren noch dein Handy orten noch eine Sperre auslösen. Eine Netzsperre setzt eine Verlustmeldung des Anschlussinhabers voraus, eine Fahndungssperre eine Anzeige mit Nachweis. Die IMEI ist also kein Geheimnis wie ein Passwort — aber auch keine Angabe, die in eine Chatnachricht an Unbekannte gehört. Ihr Wert für Betrüger liegt an einer ganz anderen Stelle. Wer sie kennt, weiß also nur, welches Gerät gemeint ist, nicht wem es gehört und schon gar nicht, wie man hineinkommt.

Warum sie im Chat nach der IMEI fragen

Drei Gründe kommen in der Praxis vor. Erstens Glaubwürdigkeit: Wer eine Fake-Anzeige für ein gefragtes Handy baut, will echte Fotos, einen echten Beleg und eine echte Gerätenummer. Ein Käufer, der die Nummer vor dem Kauf prüfen lässt, bekommt dann ein sauberes Ergebnis, obwohl das Gerät bei dir im Schrank liegt. Zweitens der Einstieg: Auf die Nummer folgen Bitten um den Kaufbeleg, dann um eine Ausweiskopie. Drittens Phishing — ein Link zu einer Seite, auf der du die Nummer angeblich verifizieren sollst und dabei Zugangsdaten eingibst. Ein ehrlicher Käufer fragt nach Zustand, Akkukapazität, Speichergröße und danach, ob das Gerät noch mit einem Konto gekoppelt ist. Nach der IMEI fragt er beim Treffen, mit dem Handy in der Hand.

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Was du jetzt konkret prüfst

Geh die Unterhaltung durch und notiere, was wirklich rausgegangen ist. Nur die Gerätenummer: ärgerlich, aber ohne Folgen. Nummer plus Fotos: Rechne damit, dass deine Bilder in einer fremden Anzeige auftauchen, und suche gelegentlich mit der Bilderrückwärtssuche danach. Nummer plus Kaufbeleg mit deinem Namen: Schwärze künftig Name, Adresse und Kundennummer, bevor du so etwas verschickst. War ein Link dabei, den du geöffnet hast, änderst du das Passwort des betroffenen Kontos und schaltest die Zwei-Faktor-Anmeldung ein. Mach Screenshots, bevor Anzeige und Profil verschwinden, und melde beides der Plattform. Verkaufst du das Gerät später wirklich, setz es vorher auf Werkseinstellungen zurück und lösche es aus deinem Herstellerkonto, sonst ist es für den Käufer unbrauchbar.

Die Regel für den nächsten Handyverkauf

Die Gerätenummer gehört an zwei Stellen: in die Übergabe und in den Kaufvertrag, nicht in den Chat. Beim Treffen kann der Käufer sie selbst abrufen und mit der Verpackung vergleichen — das ist die einzige Prüfung, die wirklich etwas beweist, weil das Gerät dabei vor ihm liegt. In die Anzeige schreibst du stattdessen, was ein Käufer entscheiden lässt: Modell, Speichergröße, Akkukapazität in Prozent, Displayschäden, Reparaturhistorie, ob eine Kontosperre entfernt wurde und welches Zubehör dabei ist. Wer eine dieser Angaben nachfragen muss, klickt oft lieber weiter. Bei der Übergabe tragt ihr die Nummer gemeinsam in den Kaufvertrag ein, dann ist später eindeutig, welches Gerät verkauft wurde. Das beschreibt die übliche Rechtslage und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Kann jemand mit meiner IMEI mein Handy sperren lassen?

Praktisch nicht. Netzbetreiber sperren eine Gerätenummer nur nach einer Verlustmeldung des Vertragsinhabers, Fahndungssperren setzen eine Anzeige voraus. Ein Fremder erfüllt beides nicht. Findet dein Gerät trotzdem plötzlich kein Netz mehr, ruf deinen Anbieter an und lass den Status der Nummer prüfen, bevor du etwas anderes unternimmst.

Soll ich die IMEI in die Anzeige schreiben?

Nein, besser nicht. Vor der Übergabe bringt sie Käufern keinen Erkenntnisgewinn, macht dein Gerät aber zur Vorlage für Fake-Anzeigen. Nenne stattdessen Modell, Speicher, Akkuzustand und Schäden. Die Nummer zeigst du beim Treffen und trägst sie gemeinsam mit dem Käufer in den Kaufvertrag ein.

Was mache ich, wenn meine Fotos in einer fremden Anzeige auftauchen?

Melde die Anzeige beim Portal und schreib dazu, dass die Bilder von dir stammen. Häng die Originaldateien an, sie haben eine höhere Auflösung als die kopierten und beweisen die Herkunft. Kommst du an die Interessenten heran, warne sie direkt, bevor jemand Geld überweist.

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Weiterführend

Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.