Preis auf Anfrage
Preis auf Anfrage, kurz PAA, bedeutet, dass der Verkäufer keinen Preis nennt und ihn erst im Gespräch verrät — in privaten Anzeigen kostet das mehr Interessenten, als es an Verhandlungsspielraum einbringt.
Wo PAA in Anzeigen steht und was es auslöst
„Einbauküche komplett, Preis auf Anfrage, nur ernst gemeinte Nachrichten“ — die Formulierung stammt aus dem Immobilien- und Gewerbebereich und wandert von dort in private Anzeigen. Sie hat eine Nebenwirkung, die selten mitbedacht wird: Wer nach „Küche bis 800 Euro“ filtert, sieht deine Anzeige nicht. Suchende sortieren nach Preis, setzen Obergrenzen und speichern Suchaufträge mit Preisspanne. Eine Anzeige ohne Zahl fällt aus all dem heraus und lebt nur noch von Zufallstreffern. Dazu kommt die erste Nachricht, die du bekommst: „Was soll es denn kosten?“ Das ist keine Verhandlung, das ist eine Runde Zeitverlust für beide. Bei Erbstücken oder Sammlerware kann PAA sinnvoll sein — dann aber mit einer Spanne, nicht mit Schweigen.
Der Irrtum: ohne Preis lässt sich besser verhandeln
Das Gegenteil passiert. Ohne Zahl fehlt der Anker, und jeder Interessent setzt seinen eigenen — meist deutlich unter deiner Vorstellung. Verhandeln beginnt dann bei einem Wert, den du nie genannt hättest. Wer Spielraum will, nennt einen Preis und schreibt „VB“ dahinter; das signalisiert dasselbe, bleibt aber auffindbar. Wer keinen Spielraum will, nennt den Preis und schreibt „Festpreis“. Und wenn du den Wert wirklich nicht kennst: Nimm den unteren Rand dessen, was vergleichbare Stücke zuletzt gebracht haben, und geh nach oben, falls es sich innerhalb weniger Tage überschlägt. Eine Pflicht zur Preisangabe hast du privat nicht — die Preisangabenverordnung richtet sich an Unternehmer. Beschrieben ist hier die allgemeine Rechtslage, kein Rat für deinen Einzelfall.
Häufige Fragen
Ist Preis auf Anfrage erlaubt?
Privat ja. Die Pflicht, einen Gesamtpreis auszuweisen, trifft Unternehmer im Geschäft mit Verbrauchern, nicht dich beim Verkauf des alten Sofas. Portale können in ihren Regeln trotzdem ein Preisfeld verlangen und akzeptieren dann nur eine Zahl oder eine Null. Erlaubt heißt hier also nicht überall möglich.
Was schreibe ich statt Preis auf Anfrage?
Eine Zahl plus ein Wort. „450 Euro VB“ zeigt Verhandlungsbereitschaft, „450 Euro fest“ beendet die Diskussion vor der ersten Nachricht. Wenn du unsicher bist, setz den Preis leicht über deiner Schmerzgrenze und plane den Abschlag ein. Beides ist auffindbar, filterbar und beantwortet die Frage, die sonst zwei Nachrichten kostet.