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Handy-Akku vor dem Kauf prüfen

Auf dem iPhone liest du den Akkuzustand als Prozentzahl direkt in den Einstellungen ab. Bei Android hängt es vom Hersteller ab: Neuere Pixel zeigen Herstellungsdatum und Ladezyklen, Samsung liefert die Werte über die Members-App. Fehlt beides, hilft nur ein Belastungstest vor Ort — Video abspielen und zusehen, wie schnell die Prozentanzeige fällt.

Auf dem iPhone ist die Zahl eindeutig

Einstellungen, Batterie, Batteriezustand und Laden: Dort steht die maximale Kapazität im Verhältnis zum Neuzustand. Bei neueren Modellen findest du daneben die Anzahl der Ladezyklen und das Herstellungsdatum. Ein Ladezyklus zählt dabei nicht pro Steckdosenbesuch, sondern nach Menge: Wer heute von 50 auf 100 Prozent lädt und morgen wieder, hat einen Zyklus verbraucht, nicht zwei. Deshalb sagt eine hohe Zyklenzahl bei einem drei Jahre alten Gerät wenig über den Vorbesitzer aus, aber viel über die verbleibende Lebensdauer. Wichtig ist die Kombination: 90 Prozent bei 300 Zyklen ist ein gepflegtes Gerät, 90 Prozent bei 900 Zyklen deutet auf eine bereits getauschte Batterie hin. Steht statt der Prozentzahl ein Hinweis, dass die Batterie nicht überprüft werden kann, wurde ein Fremdteil verbaut.

Bei Android musst du suchen — und manchmal messen

Es gibt keinen einheitlichen Weg. Aktuelle Pixel-Modelle zeigen unter Einstellungen, Akku, Informationen zum Akku sowohl das Herstellungsdatum als auch die Anzahl der Ladezyklen. Samsung-Geräte liefern die Werte über die vorinstallierte Members-App im Bereich Diagnose, dort steht der Akkuzustand als Einstufung, nicht als Prozentzahl. Bei anderen Herstellern bleibt oft nur der praktische Test. Der geht so: Handy bei der Übergabe auf 100 Prozent bringen lassen, dann zehn Minuten ein Video in voller Helligkeit abspielen und die Prozentanzeige beobachten. Fällt sie in dieser Zeit um mehr als fünf Punkte, ist die Zelle müde. Achte zusätzlich darauf, ob das Gerät beim Laden auffällig warm wird und ob es beim Trennen vom Kabel plötzlich zwanzig Prozent verliert — beides sind Zeichen einer defekten Zelle.

Sobald du den Akkuwert deines alten Geräts kennst, kannst du ihn mit einem Satz in die Anzeige schreiben und dir die Rückfragen sparen. Anzeige aufgeben

Was in eine ehrliche Anzeige gehört

Wenn du selbst verkaufst, ist der Akkuwert die Angabe, mit der du dich von allen anderen Anzeigen abhebst. Schreib die Zahl in den Text und leg ein Foto des Bildschirms dazu, auf dem sie steht. Zwei Sätze reichen: „Batteriezustand 88 Prozent, 412 Ladezyklen, Screenshot im letzten Bild.“ Damit fällt die häufigste Rückfrage weg, und Käufer, denen der Wert zu niedrig ist, melden sich gar nicht erst — das spart beiden Seiten Zeit. Verschweigen lohnt nicht: Wer den Wert erst bei der Übergabe erfährt, verhandelt dort neu, und du stehst mit gepacktem Rucksack im Café. Wenn die Batterie bereits getauscht wurde, schreib das dazu, mit Monat und Anbieter. Ein neuer Akku ist ein Verkaufsargument, kein Makel.

Wann sich ein Tausch rechnet und wann du besser verhandelst

Der Herstellerpreis für einen Batterietausch steht bei Apple und den großen Android-Herstellern öffentlich auf den Support-Seiten; freie Werkstätten arbeiten günstiger, verwenden aber Fremdteile, die die Zustandsanzeige auf dem iPhone deaktivieren können. Als Käufer rechnest du den Tauschpreis also in dein Angebot ein, statt ihn zu ignorieren. Ein Gerät mit 78 Prozent und einem um den Tauschbetrag reduzierten Preis ist ein gutes Geschäft, dasselbe Gerät zum vollen Preis nicht. Als Verkäufer lohnt der Tausch vor dem Verkauf meist nicht — du zahlst den vollen Werkstattpreis und bekommst selten mehr als die Hälfte davon im Verkaufspreis zurück. Die Ausnahme sind Geräte, die wegen der Batterie sonst gar nicht verkäuflich wären, etwa wenn sie sich ohne Kabel abschalten.

Häufige Fragen

Wie prüfe ich den Akku bei einem Handy ohne Anzeige?

Über einen Belastungstest bei der Übergabe. Voll geladenes Gerät, zehn Minuten Video bei maximaler Helligkeit, Prozentanzeige beobachten. Ein plötzlicher Sprung nach unten, starke Wärme beim Laden oder ein Abschalten oberhalb von zehn Prozent sind deutlichere Warnsignale als jede Zahl aus einer App.

Sind Akku-Test-Apps zuverlässig?

Nur eingeschränkt. Viele lesen keine echten Zellwerte aus, sondern schätzen aus Ladeverläufen und zeigen deshalb bei jedem Start etwas anderes. Verlass dich lieber auf die Werte des Systems selbst und auf den praktischen Test. Apps mit Werbeeinblendungen und Berechtigungswünschen brauchst du dafür ohnehin nicht.

Ist ein getauschter Akku schlecht für den Wiederverkauf?

Nein, im Gegenteil, wenn du ihn belegen kannst. Ein Tausch beim Hersteller mit Rechnung hebt den Preis. Ein Tausch mit Fremdteil ist neutral bis leicht negativ, weil die Zustandsanzeige danach fehlen kann. Schreib in beiden Fällen dazu, wann und wo getauscht wurde.

Ab wann sollte ein Akku getauscht werden?

Wenn dich die Laufzeit im Alltag stört, oder wenn das Gerät sich bei Kälte abschaltet, obwohl noch Restladung angezeigt wird. Die reine Prozentzahl ist ein Anhaltspunkt, kein Grund. Viele Geräte laufen bei 80 Prozent völlig problemlos, wenn sie ohnehin jeden Abend am Kabel liegen.

Ehrliche Zahlen verkaufen schneller als geschönte Fotos

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.