IMEI prüfen, bevor du zahlst
Tipp *#06# in die Telefon-App, und das Gerät zeigt seine fünfzehnstellige IMEI. Vergleich sie mit dem Aufdruck auf dem SIM-Schacht oder der Verpackung und mit den Einstellungen. Stimmen die Nummern nicht überein, ist am Gerät manipuliert worden. Eine öffentliche Diebstahl-Datenbank für Privatpersonen gibt es in Deutschland allerdings nicht.
Drei Stellen, an denen dieselbe Nummer stehen muss
Die IMEI ist die Seriennummer, mit der ein Mobilfunknetz ein Gerät erkennt. Sie hat fünfzehn Ziffern, und die letzte davon ist eine Prüfziffer — falsch abgetippte Nummern fallen deshalb bei jeder Prüfung sofort auf. Du findest sie an drei Stellen: über den Code *#06# im Display, in den Einstellungen unter „Über das Telefon“ beziehungsweise „Allgemein, Info“, und physisch auf dem SIM-Kartenschacht, dem Gehäuserücken oder dem Verpackungsaufkleber. Lass dir alle drei zeigen. Wenn die Nummer im Display nicht zu der auf dem Karton passt, ist entweder der Karton nicht der richtige oder das Innenleben getauscht. Bei Dual-SIM-Geräten sind zwei IMEI hinterlegt, das ist normal. Fotografier die Nummer bei der Übergabe zusammen mit dem Kaufbeleg — falls es später Streit gibt, hast du dokumentiert, welches Gerät du bekommen hast.
Was du mit der IMEI prüfen kannst und was nicht
Prüfen kannst du: ob die Nummer formal gültig ist, ob sie überall am Gerät identisch ist, und bei Apple über die Seriennummer zusätzlich, ob für das Gerät noch Garantie besteht und wann der Kauf ungefähr stattfand. Nicht prüfen kannst du als Privatperson, ob ein Gerät als gestohlen gemeldet ist. Eine öffentlich zugängliche Datenbank dafür gibt es in Deutschland nicht; Netzbetreiber können Geräte anhand der IMEI sperren, die Polizei führt gestohlene Geräte im Fahndungsbestand. Wenn du unsicher bist, kannst du bei der Polizei nachfragen — ohne Garantie auf eine Auskunft. Misstrau grundsätzlich jeder Website, die dir gegen Bezahlung einen „Diebstahl-Check“ verspricht. Die meisten dieser Seiten geben nur Modell und Herstellungsland zurück, also Daten, die in der Nummer selbst codiert sind.
Wer selbst verkauft, nimmt dem Käufer mit einem Foto des Kaufbelegs die halbe Unsicherheit ab — und kann das gleich in die Anzeige legen. Anzeige aufgeben
An gestohlenen Sachen erwirbst du kein Eigentum
Wer eine Sache von jemandem kauft, dem sie nicht gehört, kann sie trotzdem erwerben, wenn er gutgläubig ist — das ist der Grundfall des gutgläubigen Erwerbs. Für gestohlene, verlorene oder sonst abhandengekommene Sachen gilt diese Regel nach § 935 BGB aber gerade nicht. Übersetzt: Wenn das Handy geklaut war, wirst du nicht Eigentümer, egal wie ehrlich du gekauft hast und wie hoch der Preis war. Taucht der wahre Eigentümer auf, musst du das Gerät herausgeben. Deinen Kaufpreis kannst du nur vom Verkäufer zurückverlangen, und der ist erfahrungsgemäß nicht mehr erreichbar. Deshalb ist die Kontrolle vor der Zahlung kein Misstrauen, sondern der einzige Schutz, den du hast. Das gibt die allgemeine Rechtslage wieder und ersetzt keine Rechtsberatung.
Vier Fragen, die ein ehrlicher Verkäufer beantwortet
Erstens: Wie lange nutzt du das Gerät und woher hast du es? Zweitens: Gibt es eine Originalrechnung oder wenigstens einen Kaufbeleg auf deinen Namen? Drittens: Können wir uns dort treffen, wo Netz ist, damit ich eine SIM einlege und einen Anruf mache? Viertens: Setzt du es vor Ort zurück und richtest es mit mir bis zum Startbildschirm ein? Wer alle vier Punkte mitmacht, verkauft mit hoher Wahrscheinlichkeit sein eigenes Gerät. Wer bei drei von vieren ausweicht, verkauft etwas anderes. Der SIM-Test filtert dabei am schärfsten: Ein netzseitig gesperrtes Gerät findet zwar WLAN, aber kein Mobilfunknetz, und genau das siehst du in dreißig Sekunden. Trefft euch für all das in einem Café oder auf einer Polizeiwache mit Übergaberaum, nicht auf einem Parkplatz.
Häufige Fragen
Wie finde ich die IMEI heraus?
Tipp *#06# in die Telefon-App, die Nummer erscheint sofort auf dem Bildschirm. Alternativ steht sie in den Einstellungen unter den Geräteinformationen und meist auch eingraviert auf dem SIM-Schacht. Bei Dual-SIM-Geräten siehst du zwei Nummern, das ist kein Fehler, sondern die Regel bei modernen Modellen.
Gibt es eine Datenbank für gestohlene Handys?
Für Privatpersonen in Deutschland nicht öffentlich zugänglich. Netzbetreiber können Geräte über die IMEI sperren, und die Polizei führt gemeldete Geräte in ihrem Fahndungsbestand. Kostenpflichtige Prüfseiten im Netz liefern in der Regel nur Modell und Herkunftsland, also Informationen, die in der Nummer selbst stecken.
Was passiert, wenn das gekaufte Handy gesperrt wird?
Dann kannst du damit nicht mehr telefonieren, und du wirst am Gerät auch nichts ändern können. Dein Anspruch richtet sich gegen den Verkäufer. Melde den Fall bei der Polizei, denn ohne Anzeige gibt es keine Spur. Deshalb: Ausweisdaten und Kaufbeleg gehören zu jeder Übergabe.
Reicht ein Screenshot der IMEI aus dem Chat?
Nein. Ein Screenshot lässt sich aus jeder beliebigen Anzeige kopieren. Er ist als erste Auskunft nützlich, ersetzt aber nicht den Blick auf das eingeschaltete Gerät. Gleich die Nummer bei der Übergabe im Display mit dem Aufdruck und der Verpackung ab, dann ist sie belastbar.