Vorlage: Sammlung und Konvolut
In eine Konvolut-Anzeige gehören vier Angaben: wie viele Teile es sind, was davon vollständig ist, in welchem Zustand die schwächsten Stücke sind und ob du nur komplett abgibst. Alles Weitere ist Beiwerk. Fehlt die Stückzahl, ist jede zweite Nachricht eine Rückfrage danach — und die meisten Leute fragen gar nicht erst.
Die Stückzahl ist die wichtigste Zahl der Anzeige
„Große Briefmarkensammlung, alles muss weg“ ist keine Angabe, sondern eine Stimmung. 1.400 Marken in vier Alben, Schwerpunkt Bundespost 1960 bis 1990, ist eine. Zähl vor dem Inserieren, und wenn du nicht Stück für Stück zählen willst, schätz nachvollziehbar: „rund 1.400 Marken, hochgerechnet über 70 volle Albumseiten“. Schreib die Methode dazu, dann ist die Zahl belastbar, und niemand fühlt sich getäuscht, wenn es am Ende 1.380 sind. Die Stückzahl ist auch der Grund, warum Konvolute überhaupt gesucht werden: Wer weiterverkauft, rechnet in Preis pro Stück, und ohne Nenner kann er nicht rechnen. Nennst du eine Zahl, wird sie Teil dessen, was ihr vereinbart habt — fehlen später Stücke, ist die Sache mangelhaft. So sieht die Rechtslage im Normalfall aus; eine Rechtsberatung für dein Konvolut ist das nicht.
Der Zustand der schwächsten Stücke bestimmt den Preis
Bei einer Sammlung schaut niemand auf das beste Teil, sondern auf das schlechteste. Schreib deshalb nicht „guter Zustand“, sondern: „Von den zwölf Tassen haben drei Haarrisse im Boden, zwei Untertassen sind bestoßen, der Rest ist unbenutzt.“ Das klingt schlechter und verkauft besser, weil der Käufer aufhört zu raten. Genauso wichtig ist, was fehlt: die Nummer sieben in einer Serie, der passende Katalog, die Originalschatulle. Bekannte Fehlteile senken den Preis um einen Betrag, den der Käufer selbst kalkuliert. Verschwiegene Fehlteile kosten dich den ganzen Verkauf, weil die Diskussion dann bei der Übergabe anfängt, mit ausgepackter Ware und wartendem Auto. Und wenn du etwas nicht beurteilen kannst, schreib genau das hin: „Echtheit nicht geprüft, Abgabe als Nachlass, wie gesehen.“ Ein ehrliches Fragezeichen ist eine Angabe. Ein weggelassenes Fragezeichen ist ein Streit auf Termin.
Wenn Stückzahl, Lücken und Zustand einmal notiert sind, ist die Anzeige in wenigen Minuten fertig — die Angaben lassen sich direkt in eine kostenlose Konvolut-Anzeige übertragen. Anzeige aufgeben
Komplett oder einzeln — entscheide vor der Anzeige
Die Frage kommt garantiert: „Verkaufst du auch nur den einen Teller?“ Wenn du sie erst im Chat beantwortest, hast du fünf Nachrichten verloren und am Ende eine Sammlung ohne ihre besten Stücke, die niemand mehr will. Entscheide vorher und schreib es in die Anzeige, in einem Satz: „Nur komplett“ oder „Einzelabgabe möglich, Liste mit Einzelpreisen auf Anfrage“. Beides ist legitim, nur die Unentschiedenheit ist teuer. Wer komplett abgibt, sollte den Preis pro Stück selbst ausrechnen und nennen — bei 1.400 Marken für 140 Euro sind das zehn Cent, und diese Rechnung überzeugt Wiederverkäufer schneller als jede Beschreibung. Wer einzeln abgibt, plant Zeit für Rückfragen ein und legt vorher fest, ab welcher Menge er versendet. Und beim Abholen gilt dieselbe Reihenfolge wie sonst auch: gemeinsam durchzählen, dann Geld, dann Kisten ins Auto.
Zum Kopieren
Titel: [Thema] Konvolut, [Stückzahl] Teile, [Zeitraum oder Serie], nur komplett Beschreibung: Ich löse meine Sammlung [Thema] auf. Insgesamt [Stückzahl] Teile, aufbewahrt in [Alben, Kisten, Vitrine]. Schwerpunkt: [Hersteller, Serie, Jahre]. Vollständig sind [x Sätze oder Reihen], unvollständig ist [y — was genau fehlt]. Zustand: Die Mehrzahl ist [Zustand], [Anzahl] Stücke haben [Kratzer, Risse, fehlende Teile] — auf Foto 4 und 5 im Detail. Doppelte Stücke sind mitgezählt, es sind rund [Anzahl]. Nicht enthalten: [Katalog, Ordner, Vitrine]. Geprüft habe ich [was du geprüft hast], nicht geprüft habe ich [Echtheit, Funktion]. Ich gebe nur komplett ab. Abholung in [Ort], zwei Kisten, bitte Auto mitbringen. Preis [Betrag] Euro, das sind [Betrag] Cent pro Stück. Privatverkauf von privat, keine Rücknahme, keine Gewährleistung.
Häufige Fragen
Muss ich jedes einzelne Teil auflisten?
Nein, und bei 1.400 Marken wäre es auch niemandem geholfen. Nenn die Gesamtzahl, die Schwerpunkte, die vollständigen Sätze und alle bekannten Lücken. Wichtig ist nur, dass ein Käufer aus deiner Beschreibung rechnen kann. Für Einzelheiten reicht der Hinweis, dass du auf Nachfrage Fotos von bestimmten Bereichen schickst.
Was mache ich, wenn jemand nur die guten Stücke will?
Das entscheidest du vor der Anzeige, nicht im Chat. Gibst du einzeln ab, bleibt am Ende ein Rest, den kaum jemand kauft — kalkulier das in den Einzelpreis ein. Willst du das nicht, schreib „nur komplett“ in den Titel. Dann filterst du die Anfragen weg, bevor sie entstehen.
Wie fotografiere ich eine große Sammlung?
Leg sie aus, statt in die Kiste zu fotografieren. Ein Übersichtsbild mit allem nebeneinander, dann drei bis vier Detailaufnahmen: die besten Stücke, die schlechtesten Stücke, eine Rückseite mit Marke oder Signatur. Ein Lineal oder eine Münze im Bild gibt den Maßstab. Und ein Foto der Verpackung, in der du übergibst.
Darf ich „ungeprüft aus Nachlass“ schreiben?
Ja, und es ist oft die ehrlichste Formulierung. Sie sagt, dass du selbst nichts über Echtheit oder Funktion behauptest. Was du nicht darfst: etwas als echt oder funktionierend bezeichnen, wenn du Zweifel hast. Ungeprüft heißt ungeprüft — und dann gehört auch kein Katalogwert in den Text.