Bücher loswerden
Trenne in drei Stapel: einzeln verkaufen, als Kiste weggeben, entsorgen. Einzeln lohnt sich fast nur bei Fachbüchern, Studienliteratur, vergriffenen Titeln, Bildbänden und Erstausgaben. Taschenbücher und Bestseller der letzten Jahrzehnte bringen praktisch nichts — die gehen an öffentliche Bücherschränke, Sozialkaufhäuser oder in einen Sammelposten.
Die ISBN entscheidet in zehn Sekunden
Auf der Rückseite steht bei allem, was nach 1970 erschienen ist, eine ISBN. Damit findest du in Sekunden vergleichbare Angebote und siehst, ob ein Buch im einstelligen Cent-Bereich verramscht wird oder ob es gesucht ist. Sortier mit dieser Information, nicht mit dem Gefühl: Ein dicker Bildband kann wertlos sein, ein dünnes Fachheft dagegen dreißig Euro bringen. Gefragt sind vor allem Lehrbücher aktueller Auflagen, technische Normen und Fachliteratur, Kunst- und Fotobände, Regionalgeschichte, alte Kochbücher, Kinderbuchklassiker in guter Erhaltung und alles, was vergriffen ist. Wichtig ist bei Fachbüchern immer die Auflage, denn Studierende brauchen genau die, die im Seminarplan steht. Nenne Auflage und Erscheinungsjahr im Titel der Anzeige. Bei Büchern ohne ISBN, also älteren, entscheidet der Zustand des Einbands über fast alles.
Zustand beschreiben, wie es Buchhändler tun
Beim Buchverkauf gibt es eine eingeführte Sprache, und wer sie benutzt, bekommt weniger Rückfragen. Beschreib getrennt: Einband, Buchblock, Schnitt, Seiten. Konkret heißt das, Dinge zu nennen, die Käufer stören — Namenseintrag auf dem Vorsatzblatt, Anstreichungen mit Textmarker, Wasserrand, gebrochener Rücken bei Taschenbüchern, fehlender Schutzumschlag. Der Schutzumschlag ist bei Hardcover oft ein Drittel des Werts, sein Fehlen gehört also ausdrücklich in die Anzeige. Fotografiere den Rücken, die Titelseite und jede beschriebene Stelle. Ein Buch mit ehrlich genannten Anstreichungen verkauft sich; eines mit unerwähnten kommt zurück. Und noch eine Angabe, die überraschend oft fehlt: das Gewicht, weil es beim Versand über die Portostufe entscheidet und dein Preis sonst am Ende nicht aufgeht.
Auflage und Erscheinungsjahr gehören bei Fachbüchern in den Titel — [leg die Anzeige gleich so an](/anzeige/neu?kategorie=buecher&thema=fachbuch-auflage), sonst findet dich das falsche Semester. Anzeige aufgeben
Preise setzen dürfen nur bei gebrauchten Büchern frei
Neue Bücher unterliegen in Deutschland der Buchpreisbindung, gebrauchte nicht. Der Preis, den du für ein gelesenes Buch verlangst, ist also allein deine Entscheidung, und das gilt auch für Mängelexemplare, die als solche gekennzeichnet sind. Praktisch heißt das: Du darfst ein Buch für einen Euro anbieten, auch wenn es im Laden fünfundzwanzig kostet. Was du nicht darfst, ist neue Bücher unter dem gebundenen Preis verkaufen. Für den privaten Verkauf gilt außerdem der Erschöpfungsgrundsatz: Ein rechtmäßig erworbenes gedrucktes Buch darfst du weiterverkaufen, ohne jemanden zu fragen. Bei E-Books sieht es anders aus, dort erwirbst du in der Regel nur eine Nutzungslizenz, die nicht übertragbar ist. Gemeint ist die übliche Rechtslage. Wenn es um viel Geld geht, frag jemanden, der dafür haftet.
Für den Rest gibt es bessere Wege als die Papiertonne
Bücher, die niemand kauft, sind trotzdem selten Müll. Öffentliche Bücherschränke, Telefonzellen-Bibliotheken und Tauschregale in Cafés nehmen laufend Nachschub, allerdings in Portionen: Zwanzig Bücher auf einmal blockieren einen ganzen Schrank, fünf sind willkommen. Sozialkaufhäuser, Krankenhaus-Bibliotheken, Justizvollzugsanstalten und manche Vereine nehmen Kisten an, aber nur nach Absprache und nur in ordentlichem Zustand. Antiquariate kaufen selten pauschal, sehen sich aber Fachbibliotheken und Sammlungen zu einem Thema gern an. Erst danach kommt die Papiertonne — und dort gehören auch Bücher hinein, denn sie sind Altpapier, allerdings ohne Kunststoffumschläge und ohne Fotoalben mit Klebefolie. Wenn du eine große Menge auf einmal loswerden willst, biete sie als Konvolut mit Themenangabe an, das ist die realistischste Chance auf einen Abnehmer.
Häufige Fragen
Wo verkaufe ich Bücher am besten?
Einzeln lohnt sich der Verkauf über Anzeigen bei Fachliteratur und gesuchten Titeln, weil du dort den Preis selbst bestimmst. Ankaufportale zahlen weniger, nehmen dir aber die Arbeit ab und lohnen bei größeren Mengen Massenware. Für alles darunter ist der Bücherschrank schneller als jede Anzeige.
Wie verschicke ich Bücher günstig?
Als Büchersendung, wenn die Sendung ausschließlich Bücher enthält und zur Prüfung geöffnet werden kann. Beilagen wie Briefe oder Werbung sind dabei nicht zulässig. Verpack die Bücher in Buchverpackungen mit Kantenschutz, denn beschädigte Ecken sind der häufigste Grund für Streit nach dem Versand.
Was ist mit alten Büchern von vor 1900?
Nicht automatisch wertvoll, aber immer einzeln prüfen. Entscheidend sind Auflage, Vollständigkeit, Einbandzustand und ob Karten oder Tafeln noch drin sind — gerade die fehlen oft. Reinige nichts, entferne keine Etiketten und klebe nichts. Bei Verdacht auf einen guten Titel lohnt die Anfrage bei einem Antiquariat vor dem Verkauf.
Nimmt die Bibliothek meine Bücher?
Meist nur gezielt und selten in Menge. Öffentliche Bibliotheken kaufen nach eigenem Bestandsplan und haben selbst zu wenig Platz. Frag stattdessen bei Fördervereinen an, die Bücherflohmärkte veranstalten — dort ist der Bedarf real und die Bücher kommen dem Bibliotheksetat direkt zugute.