Wohnungsauflösung: Checkliste
Plane rückwärts vom Übergabetermin. Zuerst steht die Kündigung, dann die Bestandsaufnahme, dann der Verkauf, dann Entsorgung und Endreinigung, zuletzt Ummeldung, Nachsendeauftrag und Zählerstände. Wer in dieser Reihenfolge arbeitet, hat am Übergabetag eine leere Wohnung — wer beim Entsorgen anfängt, verschenkt alles, was noch Geld gebracht hätte.
Die Fristen setzen den Takt
Alles hängt am Übergabetermin, und der hängt an der Kündigung. Für Mieter beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist drei Monate, unabhängig von der Wohndauer; sie muss spätestens am dritten Werktag eines Monats zugehen, damit dieser Monat mitzählt. Schriftlich, unterschrieben, nachweisbar zugestellt. Ist der Mieter verstorben, haben die Erben ein außerordentliches Kündigungsrecht: Sie können innerhalb eines Monats, nachdem sie vom Tod und vom Eintritt in das Mietverhältnis erfahren haben, mit gesetzlicher Frist kündigen. Von diesem Datum aus rechnest du rückwärts. Trag drei Marken in den Kalender ein: Verkaufsstart spätestens sechs Wochen vor Übergabe, Entsorgungstermin drei Wochen vorher, Endreinigung in der letzten Woche. Wer den Verkauf später startet, verkauft nichts mehr, weil Käufer Zeit für Abholung brauchen. So ist die Rechtslage üblicherweise — eine Rechtsberatung ist das nicht.
Bestandsaufnahme mit Kamera und Liste
Geh vor dem ersten Handgriff einmal durch alle Räume und fotografiere jede Wand, jeden Schrank, jeden Kellerraum. Das dauert zwanzig Minuten und ist später drei Dinge wert: eine Verkaufsliste, ein Nachweis über den Zustand bei Beginn und eine Erinnerungsstütze, wenn du in Woche drei nicht mehr weißt, was in Karton neun liegt. Schreib parallel eine simple Liste in vier Spalten: Gegenstand, Raum, Einschätzung verkaufen oder weg, Termin. Markiere Möbel, die mit dem Aufzug nicht transportabel sind — bei sperrigen Stücken entscheidet das über die Käuferzahl, und du solltest es in die Anzeige schreiben. Achte auf die Dinge, die man beim Räumen übersieht: Dachbodenanteil, Kellerabteil, Garage, Gartenhaus, Briefkastenschlüssel, Fahrradkeller. Für all das brauchst du am Ende ebenfalls Übergabe und Schlüssel.
Sechs Wochen vor der Übergabe ist der richtige Moment für die großen Stücke — [stell Sofa und Schrank jetzt ein](/anzeige/neu?kategorie=moebel&thema=wohnungsaufloesung), Abholung braucht Vorlauf. Anzeige aufgeben
Verkaufen, solange die Wohnung noch steht
Möbel verkaufen sich in der Wohnung besser als im Container. Fotografiere aufgeräumt und bei Tageslicht, mit einem Bild vom ganzen Raum und einem von Details. Setz feste Abholfenster, zum Beispiel zwei Samstage, und schreib das in die Anzeige — das reduziert die Terminabstimmung auf Zusage oder Absage. Beginne mit dem, was am längsten braucht: Küchen, Schränke, Sofas, Waschmaschinen. Kleinteile gehen bis zum Schluss weg. Nenne bei Einbauküchen Maße, Geräte mit Marke und Alter und ob der Käufer selbst ausbaut. Kläre früh, was der Vermieter zurückhaben will: Herd, Einbauten, Teppichböden. Vereinbarungen über den Verbleib von Einbauten gehören schriftlich in die Wohnungsübergabe, sonst diskutierst du am Übergabetag über eine Deckenlampe, während der Transporter unten wartet.
Die letzte Woche: Zähler, Schlüssel, Adresse
Am Ende steht eine kurze, unspektakuläre Liste, die trotzdem oft schiefgeht. Zählerstände für Strom, Gas und Wasser mit Foto und Datum ablesen, Versorger informieren oder ummelden. Schlüssel vollständig zählen, auch die nachgemachten, und im Übergabeprotokoll die Zahl festhalten. Übergabeprotokoll überhaupt anlegen, mit Fotos von jedem Raum. Der Nachsendeauftrag bei der Post läuft nicht automatisch, er muss beantragt werden, und zwar besser einige Tage vor dem Umzug. Die Anmeldung am neuen Wohnort ist nach dem Bundesmeldegesetz innerhalb von zwei Wochen nach Einzug vorzunehmen. Denk außerdem an Vertragsanpassungen: Hausratversicherung, Rundfunkbeitrag, Bank, Arbeitgeber, Kfz-Zulassung. Kündige Verträge, die an die Wohnung gebunden sind, rechtzeitig und getrennt vom Mietvertrag — Internetanschluss und Kabelanschluss laufen sonst weiter, obwohl niemand mehr dort wohnt. Und leg die Zugangsdaten für Internet und Strom nicht in den Karton, der zuerst ins Lager geht.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Wohnungsauflösung realistisch?
Für eine Zweizimmerwohnung mit normalem Hausrat rechne mit vier bis sechs Wochen nebenbei oder wenigen Tagen in Vollzeit. Entscheidend ist nicht das Packen, sondern der Abtransport: Sperrmülltermine haben Vorlauf, Käufer brauchen Wochenenden. Mit Keller und Dachboden verdoppelt sich der Zeitbedarf regelmäßig.
Wer zahlt die Entsorgung bei einer Mietwohnung?
Der Mieter oder im Todesfall der Nachlass. Die Wohnung ist geräumt zurückzugeben, alles, was drin bleibt, kann der Vermieter auf Kosten des Mieters entsorgen lassen — meist teurer als selbst organisiert. Vereinbarungen über zurückgelassene Einbauten gehören schriftlich ins Übergabeprotokoll, nicht in ein Gespräch.
Muss ich die Wohnung renovieren, bevor ich ausziehe?
Das hängt an der Klausel im Mietvertrag und ihrer Wirksamkeit. Starre Fristenpläne für Schönheitsreparaturen sind in vielen Fällen unwirksam, und wer eine unrenovierte Wohnung übernommen hat, muss sie regelmäßig nicht renoviert zurückgeben. Lass die Klausel im Zweifel prüfen, bevor du streichst.
In welcher Reihenfolge packe ich am besten?
Von selten nach häufig benutzt und von oben nach unten: erst Dachboden und Keller, dann Nebenräume, zuletzt Küche und Bad. Beschrifte jeden Karton mit Raum und Inhalt an der Seite, nicht oben. Halte eine Kiste mit Werkzeug, Kabeln, Papieren und Ladegeräten bis zuletzt offen und stell sie zuletzt in den Wagen.