Versandkosten in der Anzeige angeben
Nenn den Versand als konkrete Summe, nicht als „Versand möglich“. Dazu Dienstleister, Paketgröße und die Angabe, ob versichert verschickt wird. Fehlt die Zahl, rechnet jeder Interessent selbst, und er rechnet fast immer zu hoch. Dann kommt entweder eine Nachfrage oder gar nichts mehr.
„Versand möglich“ ist keine Angabe
Zwei Wörter, die nichts sagen: Möglich ist Versand fast immer. Der Interessent will wissen, was er am Ende überweist, und findet das in deiner Anzeige nicht. Also schätzt er. Bei einer Jacke schätzt er fünf Euro, bei einem Monitor dreißig, und in beiden Fällen liegt er daneben. Schreib stattdessen eine Zeile wie „Versand als versichertes Paket bis fünf Kilo, 6,99 Euro, Abholung in Kleve ebenfalls möglich“. Damit steht die Gesamtsumme im Kopf des Käufers, bevor er dich anschreibt. Wer eine Zahl nachfragen muss, fragt oft gar nicht erst, sondern klickt weiter zur nächsten Anzeige, in der sie schon steht. Genau das kostet dich Anfragen, nicht dein Preis. Und nenn die Versandart mit: Ob als Päckchen oder als versichertes Paket verschickt wird, ist für den Käufer ein Unterschied, den er kennen will.
Wer den Versand zahlt, steht im Gesetz
Nach § 448 Abs. 1 BGB trägt der Verkäufer die Kosten der Übergabe und der Käufer die Kosten der Versendung an einen anderen Ort als den Erfüllungsort. Im Klartext: Wenn nichts anderes vereinbart ist, zahlt der Käufer das Porto. Genau deshalb ist die Angabe in der Anzeige kein Zugeständnis, sondern eine Information über einen Betrag, den er ohnehin trägt. Vereinbaren dürft ihr trotzdem, was ihr wollt: Versand inklusive, geteiltes Porto, Versand zum Selbstkostenpreis. Nur muss diese Abrede vor dem Kauf feststehen und nicht nachträglich entstehen. Schreib sie deshalb in die Anzeige und wiederhol sie in der Nachricht, in der ihr euch einig werdet. Das beschreibt die übliche Rechtslage und ersetzt keine Beratung zu deinem Fall.
Gewicht und Maße stehen auf dem Zettel, also fehlt nur noch die Anzeige, in der Preis und Versandkosten direkt untereinander stehen. Anzeige aufgeben
Erst messen und wiegen, dann die Zahl nennen
Nimm die Küchenwaage und den Zollstock, bevor du den Versandpreis in die Anzeige schreibst. Entscheidend sind das Gewicht in Kilogramm und die drei Außenmaße des gepackten Kartons, nicht die Maße des Artikels. Ein Paar Schuhe wiegt mit Karton und Polster schnell mehr als zwei Kilo, und ein Bilderrahmen fällt wegen der Länge in eine ganz andere Stufe. Rechne Verpackungsmaterial mit ein: Karton, Luftpolsterfolie, Klebeband. Wenn du zwischen zwei Preisstufen liegst, nimm die höhere und schreib sie hin, statt später nachzufordern. Nachforderungen nach dem Kauf wirken wie ein Trick, auch wenn du dich nur verschätzt hast, und sie sind der häufigste Grund, aus dem ein bereits zugesagter Verkauf noch platzt. Notier dir Gewicht und Maße direkt neben dem Artikel, dann hast du sie beim Schreiben der Anzeige griffbereit.
Zwei Preise nebeneinander funktionieren gut
Schreib Abholung und Versand als zwei Zeilen untereinander, jeweils mit Summe. „Abholung 45 Euro, Versand 45 plus 6,99 Euro“ ist in einer Sekunde erfasst und macht die Abholung sichtbar attraktiver, ohne dass du sie loben musst. Käufer, die in deiner Nähe wohnen, greifen dann eher zur Abholung, und du sparst dir das Packen. Ergänze den Hinweis, wie du versendest: versichert oder nicht, mit oder ohne Sendungsverfolgung, wann du zur Filiale kommst. „Ich bringe das Paket dienstags und freitags weg“ ist eine kleine Angabe mit großer Wirkung, weil sie die zweite Standardfrage bereits beantwortet. Je weniger offene Fragen deine Anzeige hinterlässt, desto kürzer wird der Weg vom Klick zur Zusage. Und schreib dazu, ob du für Verpackung etwas berechnest, damit am Ende genau die Summe überwiesen wird, die in der Anzeige steht.
Häufige Fragen
Muss ich die Versandkosten überhaupt angeben?
Pflicht ist es für einen Privatverkauf nicht, sinnvoll fast immer. Ohne Zahl schätzt der Interessent, liegt daneben und fragt nach oder klickt weiter. Eine Zeile mit Betrag, Paketgröße und Versandart beantwortet die häufigste Rückfrage, bevor sie geschrieben wird. Zwei Zeilen mehr im Text ersetzen fünf Nachrichten im Postfach.
Kann ich die Versandkosten nachträglich erhöhen?
Nur wenn der Käufer zustimmt. Steht in der Anzeige eine Summe und ihr habt euch darauf geeinigt, gehört sie zum Vertrag. Verschätzt du dich beim Gewicht, sag es offen und biete an, die Differenz zu teilen. Eine kommentarlose Nachforderung kostet dich meistens den ganzen Verkauf.
Was schreibe ich, wenn ich das Porto noch nicht kenne?
Dann nenn die Rahmenbedingungen statt einer Zahl: Paketgröße, Gewicht und den Dienstleister, den du nutzen würdest. Besser ist es aber, einmal zu wiegen und zu messen, denn der Preis steht in jedem Online-Rechner der Anbieter in weniger als einer Minute.
Darf ich Verpackungsmaterial mitberechnen?
Ja, wenn du es in der Anzeige ankündigst. Zwei Euro für Karton und Polster sind üblich und akzeptiert, solange sie nicht erst nach dem Kauf auftauchen. Wer es sauber machen will, nennt eine Gesamtsumme für Porto und Verpackung und lässt es dabei.