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Lohnt sich kostenloser Versand

Kostenloser Versand lohnt sich bei leichten, gut vergleichbaren Artikeln, weil dein Angebot dann in Preislisten weiter oben steht und zuerst geöffnet wird. Bei schweren oder sperrigen Sachen rechnest du dich damit arm: Das Porto frisst die Marge, und verhandeln will der Käufer trotzdem noch.

Was „Versand inklusive“ mit deinem Preis macht

Kostenloser Versand ist nie kostenlos, er ist eingepreist. Wenn du eine Jacke für 25 Euro plus 4,99 Euro Porto anbietest, sind das für den Käufer 29,99 Euro. Nennst du 30 Euro inklusive Versand, steht dieselbe Summe da, aber sie wirkt aufgeräumter und lässt keine Rechnung offen. Der Effekt liegt nicht im Preis, sondern in der Reibung: eine Zahl statt zwei, keine Nachfrage, kein Nachrechnen. Wer viele gleichartige Angebote nebeneinander sieht, entscheidet nach der Zahl, die er als Endsumme liest. Der Nachteil ist ebenso einfach: In einer nach Preis sortierten Liste stehst du mit 30 Euro hinter dem, der 25 Euro plus Porto verlangt, obwohl beide gleich teuer sind. Prüf also, wie in deiner Kategorie tatsächlich gesucht wird.

Die Rechnung, die du vorher machst

Zwei Zahlen entscheiden: Portoanteil am Preis und Gewicht. Bei einem Buch, einer Bluse oder einem Kabel liegt das Porto bei ein paar Euro und damit im einstelligen Prozentbereich, wenn der Artikel dreißig Euro kostet. Das kannst du einpreisen, ohne dass es auffällt. Bei einem Monitor, einem Drucker oder einem Karton Bücher stehen zehn bis zwanzig Euro Porto gegen vielleicht vierzig Euro Verkaufspreis, und dann ist der halbe Erlös weg. Nimm als grobe Grenze: Bis etwa zwei Kilogramm und einem Portoanteil unter zehn Prozent ist „Versand inklusive“ ein guter Hebel. Darüber nennst du Porto und Preis getrennt und bietest zusätzlich die Abholung an. Und rechne den Karton mit, den du kaufen musst, wenn du keinen passenden im Keller hast.

Wenn die Rechnung aufgeht und der Versand im Preis stecken kann, ist die Anzeige mit Endsumme in zwei Minuten eingestellt. Anzeige aufgeben

Die Preisangabenverordnung gilt für dich nicht

Die Preisangabenverordnung richtet sich an Unternehmer, die Verbrauchern Waren anbieten. Für einen einzelnen Privatverkauf gilt sie nicht, du musst Versandkosten also weder ausweisen noch getrennt aufführen. Nur schützt dich das nicht vor der Praxis: Was nicht dasteht, wird gefragt oder führt zum Weiterklicken. Wer regelmäßig und in größerer Zahl verkauft, sollte allerdings genauer hinsehen, denn dann kann aus dem Privatverkauf eine gewerbliche Tätigkeit werden, und mit ihr kommen Informationspflichten, Widerrufsrecht und Impressum. Die Grenze verläuft nicht bei einer festen Stückzahl, sondern bei Planmäßigkeit, Wiederholung und Einkauf zum Weiterverkauf. Solange du deinen eigenen Hausrat verkaufst, bist du davon weit entfernt. Das ist die allgemeine Rechtslage, keine Einschätzung deines konkreten Verkaufsverhaltens. Für dich heißt das praktisch: Du entscheidest frei, ob du Versand und Preis trennst oder zusammenfasst, solange die Angabe stimmt und vor dem Kauf sichtbar ist.

Wo kostenloser Versand nach hinten losgeht

Drei Situationen sprechen dagegen. Erstens Sperrgut: Sobald Gurtmaß oder Gewicht in die teuren Stufen rutschen, verlierst du bei jedem Verkauf, und ein Rückzieher des Käufers wird richtig teuer. Zweitens die Verhandlung: Wer 30 Euro inklusive Versand liest, handelt trotzdem auf 25 Euro herunter, und dann zahlst du das Porto aus einem Preis, den du gar nicht wolltest. Nenn in solchen Fällen lieber „Preis Fixum, Versand inklusive“ und bleib dabei. Drittens die Rücksendung: Bei eingerechnetem Porto ist selten klar, was bei einer Rückabwicklung erstattet wird. Schreib deshalb dazu, dass sich der genannte Betrag aus Ware und Versand zusammensetzt, und nenn beide Teile im Chat. Dann steht fest, worüber ihr im Fall der Fälle redet.

Häufige Fragen

Verkaufe ich mit kostenlosem Versand schneller?

Bei leichten, häufig angebotenen Artikeln oft ja, weil eine einzige Zahl weniger Rückfragen erzeugt als zwei. Bei schweren Sachen dreht sich der Effekt um, denn dein Preis wirkt hoch, obwohl er die Lieferung enthält. Entscheide nach Gewicht und Portoanteil, nicht nach Gefühl.

Wie viel Porto darf ich auf den Preis draufschlagen?

So viel, wie der Versand tatsächlich kostet, plus Verpackung. Ein Aufschlag, der deutlich über dem realen Porto liegt, fällt Käufern auf, die dieselbe Strecke selbst buchen könnten. Sauberer ist es, den Endpreis zu nennen und im Text zu erwähnen, dass Versand und Verpackung enthalten sind.

Was mache ich bei Sperrgut wie einem Sofa?

Sperrige Möbel schickst du nicht als Paket. Biete Abholung an, nenn Etage, Treppenhaus und ob das Stück zerlegt ist, und überlass den Transport dem Käufer. Wer trotzdem eine Lieferung braucht, kann eine Spedition beauftragen, dann läuft das aber über ihn und auf seine Rechnung.

Soll ich Versand inklusive schreiben oder den Preis senken?

Rechnerisch ist es dasselbe, in der Wahrnehmung nicht. „Inklusive Versand“ liest sich als Zusage und beendet die Portofrage, ein gesenkter Preis lädt zum Weiterhandeln ein. Wenn du ohnehin nachlassen wolltest, nimm den Versand als Gegenleistung und halte den Preis stabil.

Porto gerechnet, Preis steht — jetzt darf das Teil raus

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.