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Alle aktuellen Maschen auf einen Blick

Es sind im Kern sechs Maschen, und sie wiederholen sich seit Jahren: der gefälschte Bezahllink, die Testüberweisung, der Prüfziffer-Trick, die Überzahlung, die Fake-Anzeige mit Vorkasse und der Spediteur, den es nicht gibt. Alle sechs verlangen von dir denselben Schritt — eine Abweichung von dem, was ihr vereinbart hattet.

Was dir passiert, wenn du verkaufst

Drei Maschen richten sich gegen Verkäufer. Die erste kommt als Nachricht mit einem Link zu einer Seite, die aussieht wie eine Bezahlfunktion: Du sollst deine Kartendaten eingeben, damit „das Geld freigegeben“ wird. Tatsächlich autorisierst du eine Abbuchung. Die zweite ist die Testüberweisung: Der Käufer will angeblich prüfen, ob dein Konto funktioniert, und bittet dich um eine kleine Zahlung, die er sofort erstatte. Erstattet wird nie. Die dritte ist der Prüfziffer-Trick am Telefon: Du liest eine Zahl vor, die angeblich den Zahlungseingang bestätigt — in Wahrheit ist es eine TAN oder ein Bestätigungscode. Alle drei laufen über einen Kanal oder ein Formular, das der Käufer mitgebracht hat. Keine dieser Maschen kommt ohne diesen Umweg aus, und keine funktioniert bei Barzahlung an der Haustür.

Was dir passiert, wenn du kaufst

Auch hier drei Varianten. Die Fake-Anzeige: Ein Wohnwagen, ein Traktor oder eine Wohnung steht deutlich unter Marktpreis, der Anbieter ist im Ausland, gezahlt werden soll per Überweisung oder Gutscheincode. Die Bilder findest du oft mit einer Rückwärts-Bildersuche auf einer älteren Anzeige wieder. Die zweite: der Spediteur, den es nicht gibt. Eine angebliche Logistikfirma schreibt dich an, bestätigt die Abwicklung und verlangt eine Anzahlung für Transport oder Versicherung. Die dritte: die vorgeschobene Treuhand — eine erfundene Plattform bestätigt per Mail, dass dein Geld „hinterlegt“ sei. Prüfbar ist das nie, denn die Firma existiert nur als Website. Bezahl bei Distanzkäufen nur mit einer Zahlungsart, die einen Käuferschutz kennt, und lass dich nicht von einer angeblich schon reservierten Ware treiben. Ein Preis weit unter dem üblichen ist kein Glücksfall, sondern der Köder.

Wer die Abwicklung von vornherein im Portal hält, nimmt fünf dieser sechs Maschen die Grundlage — dafür genügt eine Anzeige mit klaren Angaben bei zweito. Anzeige aufgeben

Alle sechs haben denselben Bauplan

Erstens: ein Wechsel des Kanals, weg vom Portal, hin zu Messenger oder privater Mail. Zweitens: ein Link oder ein Formular, das nicht von dir stammt. Drittens: Eile mit einer Begründung, die von außen kommt — eine Reise, ein Kurier, eine Frist. Viertens: eine Zahlung, die entweder nicht rückholbar oder ohne Schutz ist, also Gutscheincodes, Bargeldtransfer oder „Freunde und Familie“. Fünftens: eine Erklärung, warum die Übergabe ausgerechnet in diesem Fall nicht möglich ist. Wenn du drei dieser fünf Punkte in einer Unterhaltung findest, brauchst du keine Namen für die Masche mehr. Der Nachrichtenverlauf ist der Beweis: Fast immer steht der Umweg dort wörtlich beschrieben, meistens schon in der zweiten Nachricht. Lies sie ein zweites Mal, bevor du antwortest — beim zweiten Lesen fällt der Bruch sofort auf.

Rechtlich ist das kein Grauzonenthema

Wer sich durch Täuschung einen Vermögensvorteil verschafft, begeht Betrug nach § 263 StGB — der Strafrahmen reicht bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, und schon der Versuch ist strafbar. Das ist der Grund, weshalb sich eine Anzeige auch dann lohnt, wenn nichts abgeflossen ist: Der Versuch allein reicht für ein Verfahren. Wer Kartendaten über eine gefälschte Seite abgreift und damit Zahlungen auslöst, kommt zusätzlich in den Bereich des Computerbetrugs nach § 263a StGB. Für dich praktisch heißt das: Verlauf sichern, Screenshots vom Profil und der Anzeige machen, Kontoauszug ausdrucken, Anzeige erstatten und deine Bank informieren. Je vollständiger diese Unterlagen sind, desto eher wird aus einer Anzeige ein Verfahren. Beschrieben ist hier die geltende Rechtslage in Grundzügen, nicht die Beratung deines Falls.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich eine gefälschte Bezahlseite?

An der Adresszeile. Echte Bezahldienste nutzen ihre eigene Domain ohne Zusätze; Fälschungen hängen Wörter an oder verschieben den Namen hinter einen Bindestrich. Öffne die Seite nie über den zugeschickten Link, sondern tippe die Adresse selbst ein oder nutze die App. Wenn dort kein Vorgang wartet, gibt es keinen.

Warum will jemand meine Handynummer für den Kauf?

Weil dort Bestätigungscodes ankommen. Mit deiner Nummer lassen sich Konten bei anderen Diensten anlegen oder freischalten, sobald du den Code weitergibst. Für den Kauf selbst ist eine Nummer nicht nötig, die Nachrichtenfunktion im Portal reicht. Gib keinen Code weiter, den du nicht selbst angefordert hast.

Ich habe schon überwiesen — kann ich das noch stoppen?

Manchmal, wenn du sofort reagierst. Ruf deine Bank an und bitte um einen Überweisungsrückruf; solange der Auftrag nicht ausgeführt ist, klappt das gelegentlich. Bei einer Echtzeitüberweisung ist das Geld in Sekunden gutgeschrieben und praktisch nicht mehr erreichbar. Erstatte in beiden Fällen Anzeige und sichere alle Nachrichten.

Muss ich eine Masche melden, wenn mir nichts passiert ist?

Melden ja, unbedingt. Ein gemeldetes Profil wird geprüft und trifft dann nicht den Nächsten, der weniger aufmerksam ist. Die Meldefunktion im Portal ist dafür der schnellste Weg. Eine Strafanzeige kannst du zusätzlich stellen, auch wenn kein Schaden entstanden ist — der Versuch ist strafbar.

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.