Schmuck gebraucht kaufen
Beim Schmuckkauf entscheidet die Punze. 585 heißt 58,5 Prozent Feingold, also 14 Karat, 750 steht für 18 Karat und 925 für Sterlingsilber. Lass dir die Punze fotografieren und das Gewicht in Gramm nennen — daraus berechnest du den Materialwert selbst.
Punzen lesen und den Materialwert ausrechnen
Der Feingehaltsstempel steht in Tausendteilen: 333, 375, 585, 750, 900 und 999 bei Gold, 800, 835 und 925 bei Silber, 950 bei Platin. Er sitzt an der Innenseite des Rings, an der Schließe der Kette oder am Bügel des Ohrrings. Mit Punze und Gewicht rechnest du den Materialwert in zwei Schritten: Gewicht mal Feingehalt ergibt das enthaltene Edelmetall, dieses mal dem aktuellen Kurs ergibt den Materialwert. Beispiel: Ein Ring mit 8 Gramm und Stempel 585 enthält 4,68 Gramm Feingold. Diese Zahl ist deine Untergrenze in der Verhandlung, nicht der Kaufpreis — Arbeit, Marke und Steine kommen darauf. Achte darauf, dass Ketten mit Anhänger und Steinen einzeln gewogen gehören, sonst rechnest du Steingewicht als Gold.
Was der Stempel nicht beweist
Eine Punze lässt sich fälschen, und Vergoldung wird gern als Gold verkauft. Drei Prüfungen kommen ohne Labor aus. Erstens der Magnet: Gold und Silber sind nicht magnetisch; zieht der Magnet an, ist Eisen im Spiel. Zweitens der Blick auf Kanten und Ösen — bei vergoldeten Stücken scheuert die Schicht an Reibestellen durch und darunter kommt ein anderer Farbton hervor. Drittens das Gewicht im Verhältnis zur Größe: Gold ist deutlich schwerer, als es aussieht, und eine große, auffallend leichte Kette ist verdächtig. Für alles darüber gibt es den Prüfstein mit Säure beim Juwelier oder eine zerstörungsfreie Messung. Bei größeren Beträgen lohnt der Gang dorthin vor dem Kauf, und ein ehrlicher Verkäufer geht mit. Wer sich weigert, sagt dir alles, was du wissen musst.
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Steine, Marken und der Rest des Preises
Diamanten und Farbsteine erhöhen den Preis nur, wenn sie belegt sind. Für Diamanten gibt es Zertifikate anerkannter Labore mit Angaben zu Gewicht in Karat, Farbe, Reinheit und Schliff; ohne solchen Beleg ist ein Stein für dich in der Kalkulation ein Schmuckstein und kein Wertträger. Frag nach dem Zertifikat und danach, ob die Steinmaße darin zum Stück passen. Zweiter Punkt: Marke. Signierte Stücke bekannter Häuser liegen deutlich über Materialwert, aber nur mit Punze, Seriennummer und passender Verarbeitung. Dritter Punkt: Zustand. Abgeriebene Ringschienen, ausgebrochene Fassungen und ausgeleierte Kettenglieder sind Reparaturen, die schnell dreistellig werden. Lass dir die Fassungen im Makro fotografieren — dort erkennst du, ob die Krappen noch am Stein anliegen oder bereits verbogen sind.
Übergabe, Prüfung und Erbschmuck
Bei Schmuck ist die Übergabe vor Ort fast immer die bessere Wahl, weil Gewicht, Punze und Sitz nur in der Hand zu prüfen sind. Treffe dich an einem belebten Ort oder direkt in einem Juweliergeschäft, wenn du prüfen lassen willst. Geld und Ware wechseln gleichzeitig den Besitzer, nicht nacheinander. Bei Erbschmuck kommt eine Frage dazu, die oft übersehen wird: Wem gehört das Stück? In einer Erbengemeinschaft verwalten die Erben den Nachlass gemeinsam, und einzelne Gegenstände kann ein Miterbe nicht ohne Weiteres allein veräußern. Lass dir bei größeren Käufen aus Nachlässen sagen, wie die Eigentumslage ist, und halte die Angaben schriftlich fest. Dies ist eine Darstellung der allgemeinen Rechtslage und ersetzt keine Prüfung deines konkreten Falls.
Häufige Fragen
Wie berechne ich, was mein Goldschmuck wert ist?
Gewicht in Gramm mal Feingehalt ergibt das enthaltene Feingold, das multiplizierst du mit dem Tageskurs. Bei 10 Gramm mit Stempel 750 sind das 7,5 Gramm Feingold. Der so errechnete Materialwert ist die Untergrenze; Ankäufer zahlen darunter, private Käufer je nach Arbeit und Marke darüber.
Woran erkenne ich vergoldeten Schmuck?
An Reibestellen und am Gewicht. Vergoldete Stücke scheuern an Kanten, Ösen und Schließen durch, darunter zeigt sich ein anderer Farbton. Außerdem ist Gold für seine Größe auffallend schwer. Ein Magnettest schließt Eisenkerne aus, letzte Sicherheit gibt nur die Prüfung beim Juwelier.
Lohnt sich der Kauf von Schmuck ohne Punze?
Nur zum Preis unbekannten Materials. Ohne Stempel kannst du weder Feingehalt noch Wert berechnen, und die Aussage des Verkäufers ist keine Grundlage. Entweder du lässt vor dem Kauf prüfen, oder du zahlst, was dir das Stück als Schmuck wert ist — nicht, was es als Gold wert wäre.
Wo treffe ich mich zur Übergabe?
An einem belebten Ort, am besten tagsüber, oder direkt bei einem Juwelier, der prüfen kann. Nimm jemanden mit, wenn es um höhere Beträge geht. Geld und Ware wechseln gleichzeitig, und Bargeld zählst du vor Ort — nachträgliche Klärungen funktionieren bei Schmuck fast nie.