Autoverkauf: die besten Monate
März bis Mai ist für die meisten Autos der beste Verkaufszeitraum. Im Frühjahr steigt die Zahl der Suchenden, Cabrios und Motorräder werden überhaupt erst nachgefragt, und Probefahrten bei Tageslicht auf trockener Straße führen schneller zur Zusage. Am schwersten verkauft sich ein Auto zwischen Weihnachten und Mitte Januar.
Frühjahr für fast alles, Herbst für Allrad
Der Gebrauchtwagenmarkt hat zwei Bewegungen im Jahr. Die große liegt im Frühjahr: Ab Ende Februar ziehen die Anfragen an, im April und Mai ist der Markt am lebendigsten, und alles, was mit gutem Wetter zu tun hat, wird jetzt gesucht — Cabrio, Roadster, Motorrad, Wohnmobil, Anhänger. Wer sein Wohnmobil im Juli einstellt, hat die Saison verpasst, denn geplant wird im Februar und März. Die kleinere Bewegung liegt im Oktober und November und betrifft alles, was mit schlechtem Wetter zu tun hat: Allrad, SUV, Kombi mit Anhängerkupplung, Fahrzeuge mit Standheizung. Die toten Wochen sind für jedes Fahrzeug dieselben: zwischen dem 20. Dezember und Mitte Januar meldet sich fast niemand, und wer sich meldet, verhandelt hart, weil er weiß, dass du keine Alternative hast.
Frischer TÜV ist mehr wert als eine Politur
Pkw müssen alle 24 Monate zur Hauptuntersuchung, fabrikneue Fahrzeuge erstmals nach 36 Monaten. Diese Zahl bestimmt jede Verhandlung mit, weil der Käufer die Restlaufzeit in Geld umrechnet. Ein Auto mit zwei Monaten Rest-TÜV wird behandelt wie ein Auto ohne TÜV, weil der Käufer die Kosten der nächsten Untersuchung plus mögliche Nachbesserung einkalkuliert. Steht die Untersuchung ohnehin an und du weißt, dass das Fahrzeug durchkommt, mach sie vorher: Zwei Jahre frische Plakette sind ein Argument, das keine Waschanlage ersetzt. Bei absehbaren teuren Mängeln gilt das Gegenteil — dann verkaufst du ehrlich mit Hinweis und lässt den Preis das erledigen. Was du in beiden Fällen nennst: Datum der letzten HU, Kilometerstand, Zahl der Vorbesitzer, Datum des letzten Zahnriemen- oder Ölwechsels.
Wenn HU-Datum, Kilometerstand und Vorbesitzerzahl ohnehin im Fahrzeugschein stehen, kannst du sie direkt übernehmen und [dein Auto mit vollständigen Eckdaten einstellen](/anzeige/neu?kategorie=auto&thema=eckdaten). Anzeige aufgeben
Reifen und Saisonkennzeichen kosten Kalendermonate
In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Nach § 2 Abs. 3a StVO dürfen Kraftfahrzeuge bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nur mit geeigneten Reifen gefahren werden. Die bekannte Merkregel „von O bis O“, also von Oktober bis Ostern, steht in keinem Gesetz. Für den Verkauf heißt das zweierlei. Erstens: Ein zweiter Reifensatz ist im Herbst ein echtes Kaufargument und im Mai ein Nebensatz — nenne Profiltiefe und Alter, sonst rechnet der Käufer mit dem Schlechtesten. Zweitens: Wer ein Fahrzeug mit Saisonkennzeichen außerhalb der Saison verkauft, muss die Überführung klären, weil das Fahrzeug außerhalb des Zeitraums nicht am öffentlichen Verkehr teilnehmen darf. Schreib in die Anzeige, ob du beim Kurzzeitkennzeichen mitwirkst oder ob der Käufer einen Anhänger braucht.
Der Kaufvertrag entscheidet mehr als der Monat
Ein Privatverkäufer darf die Gewährleistung ausschließen, und der Satz gehört in jeden Kaufvertrag. Er hat nur zwei Löcher, und beide sind groß. Nach § 444 BGB hilft der Ausschluss nicht, wenn ein Mangel arglistig verschwiegen oder eine Beschaffenheitsgarantie übernommen wurde. Deshalb schreibt man weder „unfallfrei“ ins Inserat, wenn man es nicht weiß, noch „scheckheftgepflegt“ ohne Heft. Formulierungen wie „Bastlerfahrzeug“ oder „läuft und fährt, Zustand siehe Fotos“ sind belastbarer als jede Beteuerung. Ebenso wichtig: Melde das Fahrzeug ab oder lass dir die Ummeldung nachweisen, notiere den Kilometerstand im Vertrag und übergib Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief gegen vollständige Zahlung. Erst Geld, dann Papiere und Schlüssel. Dargestellt ist die übliche Rechtslage beim Autoverkauf von privat und keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Wann verkaufe ich mein Auto am besten?
Im Frühjahr, zwischen März und Mai. Dann sind die meisten Interessenten unterwegs und Probefahrten sind angenehm. Ausnahmen sind Allradfahrzeuge und Kombis mit Anhängerkupplung, die im Oktober und November besser laufen. Vermeide die Wochen zwischen Weihnachten und Mitte Januar, dort verhandelst du gegen einen leeren Markt.
Soll ich vor dem Verkauf noch zum TÜV?
Ja, wenn du sicher bist, dass das Fahrzeug durchkommt. Zwei Jahre frische Plakette bringen im Verkaufsgespräch mehr, als die Untersuchung kostet. Bei bekannten teuren Mängeln lohnt es sich nicht: Dann verkaufst du besser offen mit Hinweis auf den Mangel und setzt den Preis entsprechend an.
Muss ich die Winterreifen mitverkaufen?
Nein, es sei denn, du hast sie in der Anzeige oder im Vertrag zugesagt. Ein zweiter Satz ist ein eigener Verhandlungspunkt: Entweder du schlägst ihn auf den Preis oder du verkaufst ihn separat. Nenne Profiltiefe und DOT-Alter, sonst zieht der Käufer den Wert von sich aus ab.
Kann der Käufer das Auto zurückgeben?
Beim Privatverkauf grundsätzlich nicht, wenn die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen wurde. Ein Widerrufsrecht gibt es zwischen Privatpersonen ohnehin nicht. Anders liegt es bei arglistig verschwiegenen Mängeln oder falschen Zusicherungen — dort greift der Ausschluss nach § 444 BGB nicht, und die Rückabwicklung wird realistisch.