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Beweissicherung mit Screenshots

Sichere nicht den Ausschnitt, sondern die ganze Seite: vollständiger Bildschirm mit Adresszeile, Datum und Uhrzeit, anschließend als PDF gespeichert. Ein Screenshot hat keine feste Beweiskraft, er ist ein Indiz — und sein Wert steigt mit Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit und einer zweiten Quelle, die dasselbe zeigt.

Sechs Dinge müssen auf dem Bild sein

Erstens die vollständige Adresszeile, damit erkennbar ist, wovon die Aufnahme stammt. Zweitens die Systemzeit, die auf den meisten Geräten ohnehin am Rand steht. Drittens Titel und Preis des Angebots. Viertens der Anbietername oder Profilname. Fünftens die Anzeigennummer, die fast jedes Portal unten ausweist. Sechstens ein erkennbarer Zusammenhang: keine abgeschnittenen Nachrichten, keine Lücke zwischen zwei Aufnahmen. Nimm den Vollbildschirm statt eines Ausschnitts und nutze am Handy die scrollende Aufnahme, damit ein langer Verlauf zusammenhängend erhalten bleibt. Speichere das Original unverändert; wenn du etwas markieren willst, markiere in einer Kopie. Nachträglich zusammengesetzte Bilder wirken im Streit immer wie ein Eingeständnis, auch wenn sie ehrlich gemeint waren. Prüfe zum Schluss, ob das Bild ohne dein Vorwissen verständlich ist — wenn ein Fremder erkennt, was wann wo stand, taugt es.

Der PDF-Druck der Seite schlägt das Bild

Wähle im Browser den Befehl zum Drucken und dort die Ausgabe als PDF. Das Ergebnis hat drei Vorteile gegenüber einer Bilddatei: Der Text bleibt durchsuchbar, die Adresse und das Datum stehen in Kopf- oder Fußzeile, und die Erstellungszeit steht in den Dateieigenschaften. Speichere zusätzlich die komplette Seite über die Funktion zum Sichern von Webseiten, dann sind auch die Bilder dabei. Und schick dir die Dateien anschließend selbst per Mail: Der Zeitstempel des Mailservers ist ein unabhängiger Hinweis darauf, dass die Datei zu diesem Zeitpunkt existierte und seitdem nicht entstanden ist. Das ersetzt keine notarielle Feststellung, ist aber deutlich mehr wert als eine Bilddatei, die irgendwann in der Galerie auftaucht. Lege die Dateien in derselben Sitzung ab, in der du sie erzeugt hast; Sammlungen, die über Wochen entstehen, wirken zusammengesucht.

Wer die eigene Anzeige nach dem Verkauf als PDF sichert, hat den Zustand und die Zusagen dokumentiert, ohne später etwas rekonstruieren zu müssen. Anzeige aufgeben

Was du zusätzlich zum Bildschirmfoto brauchst

Der Screenshot zeigt das Angebot, nicht den Vorgang. Dazu gehören: der Zahlungsnachweis als Kontoauszug im PDF-Format statt als abfotografierter Bildschirm, der Einlieferungsbeleg des Pakets, der Sendungsverlauf als Datei, weil Trackingdaten nach Wochen verschwinden, die Anzeigennummer, die Profiladresse, die Bankverbindung samt Namen des Kontoinhabers und jede Telefonnummer, die im Kontakt auftauchte. Lege pro Vorgang einen Ordner an und benenne die Dateien nach dem Muster Datum, Vorgang, Inhalt. Aufbewahren solltest du das, bis die Ansprüche verjährt sind — die regelmäßige Frist beträgt drei Jahre und beginnt erst mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und du vom Schuldner erfahren hast. Notiere zusätzlich in zwei Sätzen, was wann passiert ist — dieser kurze Ablauf ist später mehr wert als die Erinnerung.

Wann sich mehr Aufwand lohnt und wann nicht

Bei kleineren Beträgen reicht die saubere Sammlung aus PDF-Dateien und Belegen vollkommen. Sie kostet zwanzig Minuten und deckt alles ab, was in einem Mahnverfahren gebraucht wird. Bei größeren Summen kommt mehr in Betracht: ein Zeuge, der die Seite gemeinsam mit dir ansieht und das später bestätigen kann, oder eine notarielle Feststellung des Seiteninhalts, die Geld kostet, dafür aber kaum angreifbar ist. Was in keiner Größenordnung hilft: abfotografierte Bildschirme mit Spiegelungen, Aufnahmen ohne Datum, Ausschnitte ohne Kontext und Dateien, die erst Wochen später erstellt wurden. Der Unterschied zwischen brauchbar und wertlos entsteht in den ersten Stunden. Das ist eine Beschreibung der üblichen Praxis und keine Rechtsberatung. Wer sofort sichert, hat später die Wahl; wer wartet, hat nur noch Erinnerungen.

Häufige Fragen

Genügt ein Screenshot als Nachweis?

Als alleiniges Mittel selten. Er ist ein Indiz, das frei gewürdigt wird, und gewinnt durch Vollständigkeit und eine zweite Quelle. Kombiniere ihn mit dem PDF-Druck der Seite, dem Zahlungsnachweis und dem Sendungsverlauf — zusammen ergeben diese Unterlagen ein Bild, das schwer zu bestreiten ist.

Wie sichere ich eine Anzeige, die schon gelöscht wurde?

Prüfe den Zwischenspeicher der Suchmaschinen und Webarchive, sie halten Seiten oft noch Tage bis Wochen vor. Suche außerdem nach Benachrichtigungsmails der Plattform, in denen Titel, Preis und Anzeigennummer stehen. Und frag andere Interessenten, die sich gemeldet hatten — deren Screenshots sind ebenso verwertbar wie deine.

Muss ich Screenshots beglaubigen lassen?

Vorgeschrieben ist das nirgends, weder für Behörden noch für Gerichte. Bei hohen Beträgen kann eine notarielle Feststellung des Seiteninhalts sinnvoll sein, weil sie kaum angreifbar ist. Bei Alltagsfällen steht der Aufwand in keinem Verhältnis; dort genügt eine sorgfältige, sofort erstellte Sammlung mit Datum und Adresszeile.

Wie lange soll ich die Unterlagen behalten?

Mindestens drei Jahre ab dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist — das entspricht der regelmäßigen Verjährung. Läuft ein Verfahren, behältst du alles bis zum rechtskräftigen Abschluss. Digitale Kopien kosten keinen Platz, also lösche im Zweifel später statt früher.

Eine vollständige Anzeige ist der beste Beleg für das, was vereinbart war

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Weiterführend

Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion. Rechtliche Angaben beschreiben die übliche Rechtslage und ersetzen keine Rechtsberatung.