Wohnung auflösen: Zeitplan für vier Wochen
Vier Wochen reichen, wenn du rückwärts planst: Woche eins sortieren und die teuren Stücke inserieren, Woche zwei übergeben und Preise senken, Woche drei verschenken, Woche vier Sperrmüll und Endreinigung. Der übliche Fehler ist, erst in Woche drei mit dem Inserieren anzufangen.
Woche eins: sortieren und die teuersten Stücke online stellen
Der Verkauf braucht Kalenderzeit, nicht Arbeitszeit — eine Anzeige liegt im Schnitt Tage, bevor die erste ernsthafte Anfrage kommt. Deshalb gehört das Inserieren an den Anfang und nicht ans Ende. Geh am ersten Tag durch alle Räume und markiere die fünf Gegenstände mit dem höchsten erwarteten Erlös. Fotografiere sie noch am selben Tag bei Tageslicht, miss sie aus, und stell sie am Abend ein, verteilt über zwei bis drei Tage. Erst danach beginnst du mit dem eigentlichen Sortieren. Ruf in derselben Woche bei der Abfallwirtschaft an und frag nach der Wartezeit für Sperrmüll; in vielen Kommunen sind es mehrere Wochen, und dieser Termin bestimmt am Ende deinen ganzen Plan. Bestell den Container noch nicht, frag nur nach dem Vorlauf.
Woche zwei: Übergaben bündeln und Preise anpassen
Jetzt kommen die Anfragen, und jetzt entscheidet sich, ob du eine Woche verlierst. Leg zwei feste Abholfenster fest, etwa Mittwochabend und Samstagvormittag, und biete allen Interessenten genau diese an. Einzeltermine über die ganze Woche verteilt kosten dich mehr Zeit als der gesamte Rest. Was nach fünf Tagen keine Anfrage hat, wird um zehn Prozent gesenkt, nicht diskutiert. Gleichzeitig inserierst du die zweite Reihe: Kleinmöbel, Küchengeräte, Werkzeug, Fahrräder. Und du beginnst mit dem Bündeln — Kiste Geschirr, Karton Bücher, Sack Bettwäsche. Ein praktischer Hinweis für die Anzeigen dieser Woche: Schreib die Etage und ob ein Aufzug vorhanden ist dazu. Das beantwortet die häufigste Rückfrage, bevor sie gestellt wird, und spart dir bei jeder Anzeige zwei Nachrichten.
Weil der Verkauf Kalenderzeit braucht, gehören die fünf teuersten Stücke schon am ersten Abend online — hier ohne Gebühr und ohne Anzeigenlimit. Anzeige aufgeben
Woche drei: verschenken, was sonst in den Container geht
Alles, was funktioniert, aber unter zwanzig Euro liegt, wird jetzt als „zu verschenken“ inseriert — mit einem festen Abholzeitraum, sonst kommt niemand oder alle gleichzeitig. Formuliere es konkret: „Abholung Samstag zwischen 10 und 14 Uhr, steht im Hausflur, kein Klingeln nötig.“ Diese Woche ist außerdem die Woche der Sonderwege. Elektrogeräte, Leuchtmittel, Farben und Chemikalien gehören nicht in den Sperrmüll; kleine Elektroaltgeräte nehmen größere Händler kostenlos zurück, und die kommunalen Wertstoffhöfe nehmen den Rest. Textilien, Bücher und Geschirr finden bei Sozialkaufhäusern und Kleiderkammern Abnehmer, die oft sogar abholen. Ruf dort früh in der Woche an, nicht am Freitag — die meisten arbeiten mit Ehrenamtlichen und brauchen Vorlauf für einen Transport, oft eine ganze Woche.
Woche vier: Sperrmüll, Übergabe und die Fristen im Blick
In dieser Woche wird nichts mehr inseriert, sondern nur noch geräumt, gereinigt und übergeben. Zwei Fristen bestimmen dabei den Rahmen. Für Mieter beträgt die Kündigungsfrist nach § 573c Absatz 1 BGB drei Monate: Die Kündigung muss spätestens am dritten Werktag eines Kalendermonats zugehen, um zum Ablauf des übernächsten Monats zu wirken. Und wenn die Wohnung nach einem Todesfall aufgelöst wird, können die Erben oder Eintretenden das Mietverhältnis nach § 564 BGB innerhalb eines Monats ab Kenntnis vom Tod außerordentlich mit gesetzlicher Frist kündigen. Diese eine Monatsfrist wird häufig verpasst und kostet dann eine volle Monatsmiete. Mach am Übergabetag Fotos jedes Raums und lass dir das Protokoll aushändigen. Das fasst die übliche Rechtslage zusammen und ist keine Beratung im Einzelfall.
Häufige Fragen
Reichen vier Wochen für eine ganze Wohnung?
Für eine Zwei- bis Dreizimmerwohnung ja, wenn in Woche eins inseriert wird und du zwei feste Abholfenster einhältst. Eng wird es bei Kellern, Dachböden und Werkstätten — dort steckt das Volumen. Plan dafür ein zusätzliches Wochenende ein und beginne mit diesen Räumen zuerst.
Was mache ich mit Sachen, die bis zum Schluss nicht weggehen?
Am letzten Wochenende alles zusammen als Abholung gegen Selbstabbau inserieren, mit Fotos vom gesamten Raum. Es gibt Menschen, die genau darauf warten. Was dann noch steht, geht auf den Sperrmüll — den Termin hast du in Woche eins schon abgefragt und passend gelegt.
Wann muss ich den Strom abmelden?
Erst nach der Übergabe, nicht vorher. Ohne Strom keine Reinigung, kein Licht im Treppenhaus, keine Vorführung von Geräten. Melde zum Übergabetag ab, notiere den Zählerstand und fotografiere ihn zusammen mit der Zählernummer — das erspart die häufigste Diskussion mit dem Versorger.
Darf ich die Wohnung besenrein übergeben?
Was geschuldet ist, steht im Mietvertrag, und besenrein ist der übliche Maßstab. Schönheitsreparaturen dagegen hängen von der Wirksamkeit der Klausel ab und werden oft zu Unrecht verlangt. Prüf die Klausel, bevor du streichst — und dokumentiere den Zustand bei der Übergabe mit Fotos.