Zum Inhalt springen
Anzeige aufgeben

Du hast auf einen Phishing-Link geklickt

Ein Klick allein richtet in den meisten Fällen keinen Schaden an. Gefährlich wird es erst, wenn du etwas eingegeben, eine Datei geöffnet oder eine Freigabe in der Banking-App bestätigt hast. Geh diese drei Fragen durch, bevor du in Panik verfällst — sie entscheiden über alles Weitere.

Drei Fragen, die den Schaden eingrenzen

Erstens: Hast du etwas eingegeben? Zugangsdaten, Kartennummer, IBAN, Passwort, eine TAN. Wenn nein, ist das Risiko gering. Zweitens: Hast du eine Datei heruntergeladen und geöffnet, etwa eine angebliche Rechnung als Anhang, oder eine App außerhalb des offiziellen Stores installiert? Drittens: Hast du in deiner Banking-App eine Freigabe bestätigt, eine Push-Meldung genehmigt oder ein neues Gerät zugelassen? Wenn du alle drei mit Nein beantwortest, schließ die Seite, lösche die Nachricht und prüfe in den nächsten Tagen deine Kontoauszüge. Beantwortest du eine mit Ja, handle sofort. Ein bloßer Seitenaufruf über einen aktuellen Browser führt nur in seltenen Ausnahmefällen zu einer Infektion; das eigentliche Risiko liegt fast immer in dem, was du danach getan hast.

Was du in der ersten halben Stunde tust

Trenn das Gerät vom Netz, wenn du eine Datei geöffnet hast — WLAN aus, mobile Daten aus. Ändere danach Passwörter, aber nicht auf dem betroffenen Gerät, sondern von einem anderen aus: zuerst das der Mailadresse, dann Onlinebanking, dann Konten mit gespeicherter Zahlungsart. Aktiviere überall Zwei-Faktor-Anmeldung. Prüfe in deinem Mailkonto, ob eine Weiterleitungsregel eingerichtet wurde — das ist der häufigste stille Nachbau, weil damit alle Rücksetz-Mails mitgelesen werden. Sieh in deinen Bankkonten nach neu registrierten Geräten oder geänderten Limits. Lass Karte und Zugang sperren, wenn Zahlungsdaten betroffen sein könnten; die Schritte dafür stehen unter [Bank informieren nach einem Betrugsfall](/loesungen/bank-informieren-nach-betrug). Lass zuletzt einen vollständigen Virenscan laufen und installiere alle ausstehenden Systemupdates. Notiere dabei, was du wann geändert hast — diese Liste brauchst du, falls die Bank später nach dem Ablauf fragt.

Nachrichten mit Links kommen vor allem dort an, wo deine Mailadresse öffentlich steht — [gib deine nächste Anzeige mit verborgener Mailadresse auf](/anzeige/neu?thema=mailschutz). Anzeige aufgeben

Warum eine Freigabe schlimmer ist als ein Passwort

Passwörter allein reichen bei Banken längst nicht mehr. Was Betrüger wirklich brauchen, ist deine Bestätigung im zweiten Faktor — die Push-Meldung, der Code aus der App, die Freigabe eines neuen Geräts. Genau darauf zielt jeder gute Phishing-Ablauf. Deshalb kommen Anrufe von angeblichen Bankmitarbeitern, die dich bitten, „zur Abwehr eines Angriffs“ eine Meldung zu bestätigen. Eine Bank ruft nie an und lässt nie eine Freigabe bestätigen. Rechtlich ist dieser Punkt entscheidend: Nach § 675v Absatz 4 BGB ist der Zahler abweichend von den Absätzen 1 und 3 nicht zum Schadensersatz verpflichtet, wenn sein Zahlungsdienstleister keine starke Kundenauthentifizierung verlangt hat. Wurde eine Zahlung ohne zweiten Faktor ausgelöst, stehst du deutlich besser da, als die Bank zunächst behauptet. Gemeint ist die übliche Rechtslage. Wenn es um viel Geld geht, frag jemanden, der dafür haftet.

Wie du die Nachricht beim nächsten Mal erkennst

Die Merkmale sind seit Jahren dieselben, nur besser gemacht. Es gibt einen Grund zur Eile — Konto gesperrt, Zahlung fehlgeschlagen, Paket nicht zustellbar. Es gibt einen Link statt eines Wegs, den du selbst kennst. Und es gibt eine Eingabe, die verlangt wird, obwohl der Absender die Daten längst hätte. Prüf die Absenderadresse vollständig, nicht nur den angezeigten Namen; achte auf Domains, die fast stimmen. Öffne im Zweifel die App über dein eigenes Lesezeichen und sieh dort nach — echte Vorgänge stehen dort, gefälschte nicht. Diese Gewohnheit trägt auch bei der [Sicher-bezahlen-Anfrage](/loesungen/sicher-bezahlen-anfrage-pruefen). Hast du bereits Daten eingegeben, geh weiter zu [Bankdaten auf einer falschen Seite eingegeben](/loesungen/bankdaten-eingegeben). Weitere Wege sammeln die [Lösungen](/loesungen).

Häufige Fragen

Ich habe nur geklickt und nichts eingegeben — ist etwas passiert?

Wahrscheinlich nicht. Ein Seitenaufruf mit aktuellem Browser und aktuellem Betriebssystem führt nur in seltenen Ausnahmefällen zu einer Infektion. Schließ die Seite, lösche die Nachricht, installiere ausstehende Updates und sieh in den nächsten zwei Wochen deine Kontoauszüge durch, auch auf Beträge von wenigen Euro.

Welche Passwörter muss ich ändern?

Zuerst das deiner Mailadresse, weil darüber alle anderen Konten zurückgesetzt werden können. Danach Onlinebanking, Zahlungsdienste und alle Konten mit hinterlegter Zahlungsart. Nutze dafür ein anderes Gerät und aktiviere überall Zwei-Faktor-Anmeldung. Prüfe außerdem, ob in deinem Postfach eine unbekannte Weiterleitungsregel eingerichtet wurde.

Ich habe eine Freigabe in der Banking-App bestätigt — was jetzt?

Ruf sofort deine Bank an und lass Zugang und Karte sperren, notfalls über 116 116. Widersprich allen Buchungen, die du nicht veranlasst hast, schriftlich. Notiere Uhrzeit und Wortlaut der Aufforderung, die du bekommen hast. Eine Bank fordert niemals telefonisch dazu auf, eine Freigabe zu bestätigen.

Muss ich mein Handy zurücksetzen?

Nur wenn du eine App außerhalb des offiziellen Stores installiert oder einer App Bedienungshilfen erlaubt hast. Dann ist ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen der sichere Weg. Bei einem bloßen Seitenaufruf reicht es, Updates einzuspielen, den Browser-Cache zu leeren und die Berechtigungen der installierten Apps durchzusehen.

Weniger sichtbare Kontaktdaten heißt weniger Phishing im Postfach

Inserat aufgeben

Anzeige jederzeit ändern oder löschen — mit einem Klick

Weiterführend

Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.