PayPal-Gebühren beim Privatverkauf – wer zahlt
Bei einer Zahlung für Waren und Dienstleistungen zahlt technisch immer der Empfänger: Im Inland werden ihm 2,49 Prozent des Betrags plus 0,35 Euro Festgebühr abgezogen. Wer sie wirtschaftlich trägt, ist Verhandlungssache — der Bundesgerichtshof hat 2022 entschieden, dass ein Entgelt für die PayPal-Nutzung zulässig ist.
Wie sich der Abzug zusammensetzt
Die Gebühr besteht aus zwei Teilen: einem prozentualen Anteil und einer festen Summe je Transaktion. Im Inland sind das bei einer Zahlung für Waren und Dienstleistungen 2,49 Prozent plus 0,35 Euro. Gerechnet an konkreten Beträgen: Bei 25 Euro bleiben nach Abzug von 0,97 Euro noch 24,03 Euro. Bei 80 Euro werden 2,34 Euro abgezogen. Bei 200 Euro sind es 5,33 Euro, bei 500 Euro 12,80 Euro. Auffällig ist die Wirkung der Festgebühr bei kleinen Summen: Bei 5 Euro frisst sie mit 0,47 Euro fast zehn Prozent. Deshalb ist PayPal für Kleinstbeträge unwirtschaftlich und Bargeld bei Abholung dort meist die vernünftigere Wahl. Bei Zahlungen aus dem Ausland oder in fremder Währung kommen weitere Entgelte hinzu.
Weitergeben ist erlaubt, aber es muss vorher feststehen
Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 25. Oktober 2022 (XI ZR 320/20) entschieden, dass ein Entgelt für die Nutzung von PayPal oder Sofortüberweisung nicht gegen § 270a BGB verstößt. Die Vorschrift verbietet zusätzliche Entgelte für SEPA-Überweisungen und Lastschriften, erfasst diese Bezahldienste aber nicht. Für den Privatverkauf heißt das: Du darfst „Preis plus PayPal-Gebühr“ vereinbaren. Entscheidend ist, dass der Betrag vorher klar ist. Schreib die Zahl in die Absprache, nicht die Formel: „160 Euro plus 4,33 Euro PayPal-Gebühr, insgesamt 164,33 Euro.“ Wer nur „zuzüglich Gebühren“ schreibt, bekommt beim Zahlungseingang eine Diskussion über den Cent-Betrag. Das ist die übliche Rechtslage, eine Rechtsberatung für deinen Einzelfall ist es nicht. Wer den Betrag erst beim Bezahlen nennt, verhandelt am Ende doch wieder über den Preis.
Wenn du die Gebühr direkt einpreist, steht in deiner Anzeige ein glatter Betrag statt einer Fußnote — bei zweito kannst du den Preis jederzeit anpassen, ohne neu zu inserieren. Anzeige aufgeben
Der einfachere Weg: Gebühr einpreisen
Statt aufzuschlagen, kannst du den Betrag von vornherein so wählen, dass der Abzug enthalten ist. Willst du bei 100 Euro herauskommen, brauchst du eine Zahlung von rund 102,91 Euro. Die Rechnung dahinter: gewünschter Betrag plus 0,35 Euro, geteilt durch 0,9751. In der Anzeige steht dann ein glatter Preis, und du diskutierst nicht über Nebenkosten. Das ist auch psychologisch die bessere Variante, weil ein Aufschlag im Chat wie eine nachträgliche Preiserhöhung wirkt, selbst wenn er berechtigt ist. Ein verbreiteter Irrtum: Die Gebühr werde bei „Freunde und Familie“ nur gespart, weil PayPal großzügig sei. Tatsächlich ist die Gebühr der Preis für Käufer- und Verkäuferschutz — sparen heißt hier, den Schutz nicht zu kaufen.
Was zurückkommt, wenn die Zahlung rückabgewickelt wird
Wird eine Zahlung erstattet, bekommt der Käufer den vollen Betrag zurück. Für den Verkäufer ist die Rechnung ungünstiger: Der prozentuale Anteil wird bei Rückerstattungen zurückerstattet, die Festgebühr behält PayPal nach den Nutzungsbedingungen ein. Bei mehreren rückabgewickelten Transaktionen summiert sich das. Rechne diesen Punkt mit, wenn du überlegst, ob du einen Streit über 15 Euro lieber per Erstattung beendest oder per Teilrückzahlung. Eine Teilerstattung erhält den Rest der Transaktion und wirkt oft schneller als eine vollständige Rückabwicklung mit Rücksendung. Prüfe die konkreten Beträge im Transaktionsdetail deines Kontos, bevor du zusagst — dort steht, was tatsächlich abgezogen und was gutgeschrieben wurde. Halte die Zahlen schriftlich fest, bevor du eine Rückabwicklung zusagst, damit ihr über dieselben Beträge sprecht. Bei mehreren kleinen Transaktionen lohnt dieser Blick besonders.
Häufige Fragen
Darf der Verkäufer mir die PayPal-Gebühr aufschlagen?
Ja, wenn ihr das vorher vereinbart. Der Bundesgerichtshof hat 2022 klargestellt, dass § 270a BGB solche Entgelte für PayPal nicht verbietet. Der Aufschlag muss aber vor dem Vertragsschluss feststehen und der Höhe nach klar sein, nicht erst beim Bezahlvorgang auftauchen.
Wie viel bleibt mir bei 200 Euro?
Nach Abzug von 2,49 Prozent und 0,35 Euro bleiben 194,67 Euro. Willst du glatt 200 Euro erhalten, muss der Käufer 205,47 Euro senden. Rechne den Aufschlag vorher aus und nenne ihn als konkreten Betrag, sonst wird beim Zahlungseingang über Cent-Differenzen diskutiert.
Fällt die Gebühr auch bei Freunde und Familie an?
Im Inland fällt bei Zahlung aus Guthaben oder vom Bankkonto keine Gebühr an. Dafür entfallen Käufer- und Verkäuferschutz vollständig. Für Käufe ist diese Variante deshalb die falsche Wahl, auch wenn sie auf den ersten Blick die günstigere zu sein scheint.
Bekomme ich die Gebühr bei einer Erstattung zurück?
Der prozentuale Anteil wird bei einer Rückerstattung gutgeschrieben, die Festgebühr behält PayPal ein. Bei kleinen Beträgen fällt das spürbar aus. Prüfe die genauen Werte im Transaktionsdetail, bevor du eine vollständige Rückabwicklung anbietest — eine Teilerstattung ist oft die günstigere Lösung.