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Überweisung annehmen – wann sie sicher ist

Eine Überweisung ist sicher, sobald der Betrag deinem Konto gutgeschrieben ist und nicht per Lastschrift eingezogen wurde. Nach § 675p BGB kann der Zahler den Auftrag nur bis zum Zugang bei seiner Bank widerrufen — danach nicht mehr. Entscheidend ist deshalb der Kontoauszug, nicht der Screenshot des Käufers.

Der Screenshot ist kein Zahlungseingang

Die häufigste Falle beim Verkauf gegen Überweisung ist ein Bild. Der Käufer schickt einen Screenshot seiner Banking-App mit einem ausgeführten Auftrag und bittet um sofortige Übergabe, weil er weit gefahren sei. Screenshots lassen sich in Minuten fälschen, Aufträge lassen sich vor der Ausführung löschen, und Terminüberweisungen sehen aus wie erledigte. Es zählt genau eine Information: dein eigener Kontoauszug mit der Gutschrift. Prüf ihn in deiner eigenen App, nicht auf dem Handy des Käufers, und achte auf Betrag, Absendername und Verwendungszweck. Bei einer normalen SEPA-Überweisung ist das Geld spätestens am nächsten Bankarbeitstag da, bei einer Echtzeitüberweisung in Sekunden. Wer nicht warten will, kann bar zahlen. Wer weder warten noch bar zahlen will, hat einen Grund dafür.

Warum die Bank sie nicht zurückholt

§ 675p Abs. 1 BGB regelt den Punkt klar: Der Zahler kann einen Zahlungsauftrag nach dessen Zugang bei seinem Zahlungsdienstleister nicht mehr widerrufen. Danach ist die Überweisung unterwegs, und die Bank des Zahlers hat keine Handhabe mehr, sie einseitig zurückzuholen. Sie kann bei der Empfängerbank nur um eine freiwillige Rücküberweisung bitten, und die braucht deine Zustimmung. Das ist der wesentliche Unterschied zur Lastschrift, bei der der Zahler acht Wochen lang ohne Angabe von Gründen zurückgeben kann. Für dich als Verkäufer heißt das: Eine echte Überweisung ist die risikoärmste bargeldlose Zahlungsart, die du annehmen kannst. Prüfe deshalb auf dem Auszug, ob dort tatsächlich „Überweisung“ und nicht „Lastschrift“ steht. Beschrieben ist die allgemeine Rechtslage und keine Beratung im Einzelfall.

Wenn du deine bevorzugte Zahlungsart gleich ins Inserat schreibst, kommen die Nachrichten, die nicht dazu passen, gar nicht erst — bei zweito gehört das in die Beschreibung. Anzeige aufgeben

Seit Oktober 2025 prüft die Bank den Empfängernamen

Seit dem 9. Oktober 2025 müssen Banken im Euroraum bei SEPA-Überweisungen prüfen, ob der eingegebene Empfängername zur angegebenen IBAN passt, und den Zahler vor der Freigabe warnen, wenn beides nicht zusammenfällt. Diese Empfängerüberprüfung stammt aus der EU-Verordnung zu Echtzeitüberweisungen und gilt für normale wie für sofortige Überweisungen. Für den Privatverkauf hat das einen praktischen Nebeneffekt: Wenn dir jemand eine IBAN nennt, die auf einen anderen Namen läuft als den, mit dem er auftritt, bekommt der Zahler das jetzt angezeigt. Umgekehrt solltest du stutzig werden, wenn ein Käufer dich bittet, das Geld auf ein Konto weiterzuleiten, das nicht seines ist. Das ist eines der Erkennungsmerkmale für Geldwäsche über fremde Konten. Nimm eine solche Bitte nie an, auch wenn sie freundlich begründet wird.

Übergabe und Zahlung sauber verzahnen

Für den Ablauf gibt es zwei belastbare Reihenfolgen. Bei Abholung: Käufer kommt, prüft die Ware, überweist per Echtzeitüberweisung, du siehst die Gutschrift auf deinem Auszug, dann übergibst du. Das dauert weniger als eine Minute. Bei Versand: Gutschrift abwarten, dann verpacken und mit Sendungsnachweis losschicken. Was du nicht machen solltest: aus Höflichkeit vorleisten, weil jemand schon im Auto sitzt. Notiere im Verwendungszweck einen eindeutigen Bezug, etwa „Kauf Fahrrad, Anzeige 4711“, damit die Zahlung später zuzuordnen ist. Und stell sicher, dass der Absendername zu deinem Vertragspartner passt. Zahlt ein Dritter, hast du im Streitfall eine zusätzliche Person im Spiel — und beim Dreiecksbetrug ist genau das das Muster. Eine Quittung mit Datum, Ware und Betrag rundet den Vorgang ab und kostet dich zwei Zeilen.

Häufige Fragen

Kann der Käufer eine Überweisung zurückholen?

Einseitig nicht. Nach dem Zugang des Auftrags bei seiner Bank ist der Widerruf ausgeschlossen. Möglich bleibt nur eine Bitte um freiwillige Rücküberweisung, der du zustimmen müsstest. Anders ist es bei Lastschriften: Die kann der Zahler acht Wochen lang ohne Begründung zurückgeben lassen.

Wie lange dauert es, bis das Geld da ist?

Eine normale SEPA-Überweisung ist spätestens am nächsten Bankarbeitstag gutgeschrieben, eine Echtzeitüberweisung in der Regel binnen Sekunden. Aufträge am Wochenende oder nach Annahmeschluss verzögern sich entsprechend. Übergib die Ware erst, wenn die Gutschrift in deiner eigenen Banking-App zu sehen ist. Plane den Termin entsprechend, statt unter Zeitdruck zu übergeben.

Der Käufer zeigt mir die Überweisung auf dem Handy. Reicht das?

Nein. Ein Screenshot oder eine App-Ansicht beweist nichts, weil sich beides fälschen und ein Auftrag sich vor Ausführung löschen lässt. Verlass dich ausschließlich auf deinen eigenen Kontoauszug. Wer nicht so lange warten möchte, kann bar zahlen oder eine Echtzeitüberweisung nutzen.

Was, wenn ein anderer Name als der Käufer überweist?

Frag nach, bevor du übergibst. Zahlungen von Dritten sind ein typisches Merkmal beim Dreiecksbetrug, bei dem das Geld von einem weiteren Geschädigten stammt. Bei einer harmlosen Erklärung, etwa der Zahlung durch einen Familienangehörigen, lass sie dir schriftlich im Chat bestätigen.

Erst die Gutschrift, dann die Ware — dieser Satz gehört in jede Anzeige

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Weiterführend

Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.