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Betrug bei der Polizei anzeigen – so geht es

Anzeigen kannst du bei jeder Polizeidienststelle, bei der Staatsanwaltschaft oder beim Amtsgericht — mündlich oder schriftlich, nach § 158 StPO. Die meisten Bundesländer bieten zusätzlich eine Onlinewache an. Es kostet nichts, dauert etwa zwanzig Minuten und funktioniert nur so gut, wie deine Unterlagen vorbereitet sind.

Wo du die Anzeige anbringen kannst

Nach § 158 Absatz 1 StPO können Anzeige und Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft, bei den Behörden und Beamten des Polizeidienstes und bei den Amtsgerichten angebracht werden, mündlich oder schriftlich. Mündlich heißt: Du gehst hin und schilderst den Fall, die Angaben werden protokolliert. Praktisch ist die Onlinewache deines Bundeslands meistens der schnellste Weg, weil du dort in Ruhe tippen und Dateien anhängen kannst. Zuständig ist grundsätzlich die Dienststelle an deinem Wohnort — auch wenn der Täter irgendwo anders sitzt oder gar nicht bekannt ist. Auf Antrag bekommst du eine schriftliche Bestätigung des Eingangs mit einer kurzen Zusammenfassung deiner Angaben zu Tatzeit, Tatort und angezeigter Tat. Frag danach ausdrücklich, denn du brauchst das Aktenzeichen später gegenüber Bank, Versicherung und Plattform. Gemeint ist die übliche Rechtslage. Wenn es um viel Geld geht, frag jemanden, der dafür haftet.

Was du mitbringst, damit es nicht zweimal dauert

Die Qualität deiner Anzeige entscheidet darüber, ob überhaupt ermittelt werden kann. Bring mit: Screenshots der Anzeige, des Profils und des vollständigen Chatverlaufs, alle Mails mit Kopfzeilen, den Kontoauszug mit IBAN und Empfängername, den Verwendungszweck, Rufnummern und Mailadressen der Gegenseite, sämtliche Sendungsnummern, sowie eine Liste mit Datum und Uhrzeit jedes Schritts. Nimm die Unterlagen ausgedruckt und zusätzlich digital mit, etwa auf einem Stick. Formuliere den Ablauf in kurzen Sätzen und in der Reihenfolge, in der er passiert ist — beginne mit dem Tag der Anzeige, nicht mit deinem Ärger. Und stelle den Strafantrag gleich mit, das ist im Formular meist ein Ankreuzfeld. Wie du die Belege sauber sicherst, steht bei der [Beweissicherung mit Screenshots](/recht/beweissicherung-screenshots).

Damit sich der Aufwand nicht wiederholt, lohnt sich beim nächsten Verkauf ein Portal, das deine Daten gar nicht erst zeigt — [erstelle deine Anzeige mit verborgenen Kontaktdaten](/anzeige/neu?thema=kontaktdaten-verborgen). Anzeige aufgeben

Was danach passiert und was nicht

Die Polizei nimmt auf, die Staatsanwaltschaft entscheidet. In vielen Anzeigenfällen laufen die Spuren ins Leere: Konten sind auf gestohlene Identitäten eröffnet, Rufnummern sind Wegwerfkarten, IP-Adressen führen ins Ausland. Häufig kommt daher nach einigen Monaten die Einstellung mangels Ermittlungsansätzen. Das ist enttäuschend, macht die Anzeige aber nicht sinnlos: Erst wenn mehrere Anzeigen zusammenkommen, entsteht ein Muster, und genau daraus werden Verfahren. Was die Anzeige nicht leistet, ist die Rückholung deines Geldes — dafür ist der zivilrechtliche Weg da, siehe [Geld zurückholen nach einem Betrug](/loesungen/geld-zurueckholen-nach-betrug). Rechne mit mehreren Wochen bis zur ersten Rückmeldung. Wenn du zwischendurch nichts hörst, ist das normal; frag mit dem Aktenzeichen nach, statt eine zweite Anzeige zu stellen.

Der häufigste Fehler: zu spät und zu unvollständig

Zwei Dinge gehen regelmäßig schief. Erstens wird zu lange gewartet, weil man hofft, dass sich die Sache noch klärt. In dieser Zeit werden Profile gelöscht, Konten geräumt und Nummern abgeschaltet. Zweitens fehlen Angaben, die man am Anfang noch hatte: Der Chat ist weg, weil das Konto der Gegenseite gelöscht wurde, oder die Anzeige ist nicht mehr auffindbar. Sichere deshalb zuerst, zeige danach an — nicht umgekehrt. Ein dritter Punkt betrifft die Erwartung: Anzeigen wegen Beleidigung, schlechter Bewertung oder Vertragsbruch gehören nicht hierher. Wer nicht zahlt, ist noch kein Betrüger; dafür ist der Zivilweg zuständig. Und wenn du auf einen Link geklickt hast, geh vorher [die Schritte nach einem Phishing-Klick](/loesungen/phishing-link-geklickt) durch. Weitere Muster zeigt [Quishing per QR-Code](/sicherheit/quishing-qr-code), Versandbegriffe erklärt die [Büchersendung](/glossar/buechersendung).

Häufige Fragen

Kann ich Betrug online anzeigen?

Ja, die meisten Bundesländer betreiben eine Internetwache, über die du Anzeige erstatten und Dateien anhängen kannst. Der Weg ist gleichwertig zur Anzeige auf der Dienststelle. Bei größeren Schäden oder komplizierten Abläufen ist der persönliche Termin trotzdem oft besser, weil du Rückfragen sofort klären kannst.

Was kostet eine Strafanzeige?

Nichts. Weder die Anzeige noch der Strafantrag kosten Gebühren, weder online noch auf der Dienststelle. Kosten entstehen erst, wenn du zivilrechtlich vorgehst, etwa mit einem Mahnbescheid oder einer Klage. Das sind zwei getrennte Wege, und du kannst beide parallel nutzen.

Ich kenne nur den Nutzernamen — reicht das für eine Anzeige?

Ja, für die Anzeige reicht das. Die Ermittlungsbehörden können bei Plattformen und Banken Auskünfte einholen, die dir selbst verwehrt sind. Liefere alles, was du hast: Nutzername, Profillink, Anzeigennummer, IBAN, Rufnummer, Mailadresse. Je mehr Anknüpfungspunkte, desto größer die Chance auf eine Zuordnung.

Wie lange dauert es, bis ich etwas höre?

Meist mehrere Wochen, in größeren Verfahren auch Monate. Bekommst du eine Einstellungsnachricht, ist das in Anzeigenfällen leider häufig. Frag mit dem Aktenzeichen nach, statt neu anzuzeigen. Für Bank und Versicherung ist bereits die Eingangsbestätigung nützlich, du musst dafür nicht auf das Ergebnis warten.

Der beste Zeitpunkt für Beweissicherung ist vor dem Schaden

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.