Bank informieren nach einem Betrugsfall
Ruf sofort an, nicht morgen. Sag drei Dinge: was abgebucht wurde, dass du diese Zahlung nicht autorisiert hast, und dass du Karte und Onlinebanking gesperrt haben willst. Bei nicht autorisierten Zahlungen muss die Bank den Betrag unverzüglich erstatten, spätestens bis zum Ende des folgenden Geschäftstags.
Die Nummer, die immer geht
Wenn die Hotline deiner Bank besetzt ist oder du sie nicht findest, wähl den Sperr-Notruf 116 116. Er ist rund um die Uhr erreichbar und aus dem deutschen Netz kostenlos, und über ihn lassen sich Girokarten, Kreditkarten und Onlinebanking-Zugänge vieler Institute sperren. Halte bereit: Kontonummer oder IBAN, deine Adresse, Geburtsdatum und, falls vorhanden, die Kartennummer. Lass dir Datum und Uhrzeit der Sperrung bestätigen und notiere den Namen der Person am Telefon. Diese Uhrzeit ist später wichtig, denn ab dem Zeitpunkt der Sperrung haftest du für weitere Schäden grundsätzlich nicht mehr. Sperre alles, was betroffen sein könnte, nicht nur das Offensichtliche — wer Zugangsdaten auf einer gefälschten Seite eingegeben hat, muss davon ausgehen, dass mehr als eine Karte in Reichweite ist.
Der Unterschied, an dem alles hängt
Es gibt zwei Fälle, und sie werden völlig verschieden behandelt. Fall eins: Von deinem Konto wurde abgebucht, ohne dass du zugestimmt hast — durch abgegriffene Kartendaten, eine untergeschobene Lastschrift oder eine Freigabe, die jemand anders ausgelöst hat. Das ist ein nicht autorisierter Zahlungsvorgang, und nach § 675u BGB hat die Bank den Betrag unverzüglich zu erstatten, spätestens bis zum Ende des Geschäftstags, der auf den Tag der Anzeige folgt; das Konto ist auf den Stand ohne die Belastung zu bringen. Fall zwei: Du hast selbst überwiesen, weil du getäuscht wurdest. Diese Zahlung ist autorisiert, ein Erstattungsanspruch besteht nicht. Sag deshalb am Telefon genau, welcher Fall vorliegt, und formuliere im ersten Fall ausdrücklich: „Ich habe diesen Zahlungsvorgang nicht autorisiert.“ Gemeint ist die übliche Rechtslage. Wenn es um viel Geld geht, frag jemanden, der dafür haftet.
Wenn du künftig verkaufen willst, ohne dass Bankdaten überhaupt eine Rolle spielen, [stell deine Anzeige mit Barzahlung bei Abholung ein](/anzeige/neu?thema=barzahlung). Anzeige aufgeben
Was du schriftlich nachreichst
Das Telefonat sichert die Sperre, den Rest brauchst du auf Papier. Schick am selben Tag eine Mail oder ein Schreiben mit: Kontonummer, Datum und Uhrzeit der Sperrung, Auflistung der beanstandeten Buchungen mit Betrag, Datum und Empfänger, dem ausdrücklichen Satz, dass du diese Vorgänge nicht autorisiert hast, der Aufforderung zur Erstattung mit Fristsetzung, und dem Aktenzeichen der Strafanzeige, sobald du es hast. Häng Screenshots an. Verzichte auf lange Schilderungen, wie es dazu kam — je nachdem, wie du es formulierst, liest die Bank daraus ein Fehlverhalten heraus. Sachlich bleiben, Vorgänge auflisten, Erstattung fordern. Lehnt die Bank ab, verlang eine schriftliche Begründung und wende dich an die Schlichtungsstelle deiner Bankengruppe; das Verfahren ist für dich kostenfrei.
Wie lange du Zeit hast
Zeit ist knapper, als die meisten denken, aber nicht so knapp wie befürchtet. Melden musst du unverzüglich nach Feststellung. Die äußere Grenze liegt bei dreizehn Monaten ab dem Tag der Belastung — danach sind Ansprüche wegen nicht autorisierter oder fehlerhaft ausgeführter Zahlungen ausgeschlossen. Diese Frist läuft allerdings nur, wenn dich die Bank ordnungsgemäß über den Vorgang unterrichtet hat. Praktisch heißt das: Prüfe deine Auszüge, auch wenn nichts passiert ist. Kleine Testbuchungen über wenige Euro sind ein bekanntes Muster, mit dem geprüft wird, ob ein Datensatz funktioniert; die große Abbuchung folgt Wochen später. Wer die kleine Buchung übersieht, bemerkt den Rest zu spät. Die weiteren Schritte stehen unter [Bankdaten auf einer falschen Seite eingegeben](/loesungen/bankdaten-eingegeben) und [Du hast einen SMS-Code weitergegeben](/loesungen/sms-code-weitergegeben). Gemeint ist die übliche Rechtslage. Wenn es um viel Geld geht, frag jemanden, der dafür haftet.
Häufige Fragen
Welche Nummer rufe ich nachts an?
Den Sperr-Notruf 116 116. Er ist rund um die Uhr erreichbar, aus dem deutschen Netz kostenlos und sperrt Karten und Onlinebanking-Zugänge vieler Institute. Halte IBAN, Adresse und Geburtsdatum bereit und lass dir Datum und Uhrzeit der Sperrung bestätigen. Ab diesem Zeitpunkt haftest du für weitere Schäden grundsätzlich nicht mehr.
Muss die Bank mir das Geld erstatten?
Bei nicht autorisierten Abbuchungen ja, und zwar unverzüglich, spätestens bis zum Ende des folgenden Geschäftstags. Bei Überweisungen, die du selbst freigegeben hast, nicht. Deshalb ist entscheidend, wie du den Vorgang schilderst: nicht „ich wurde betrogen“, sondern „diese Buchung habe ich nicht autorisiert“, wenn das zutrifft.
Bis wann muss ich den Vorfall melden?
Unverzüglich nach Feststellung. Die äußerste Grenze liegt bei dreizehn Monaten ab Belastung, danach sind Ansprüche ausgeschlossen. Sie greift nur, wenn dich deine Bank ordnungsgemäß informiert hat. Verlass dich nicht darauf: Prüfe die Auszüge regelmäßig, auch auf Kleinstbeträge von wenigen Euro.
Die Bank lehnt die Erstattung ab — was kann ich tun?
Verlang eine schriftliche Begründung und widersprich ebenfalls schriftlich. Danach kannst du die Schlichtungsstelle deiner Bankengruppe einschalten, das Verfahren ist für dich kostenfrei. Leg Screenshots, die Sperrzeit und das Aktenzeichen der Strafanzeige bei. Eine pauschale Ablehnung wegen grober Fahrlässigkeit muss die Bank begründen können.