Abholung, wenn du allein zu Hause bist
Wenn du allein bist, findet die Übergabe an der Wohnungstür oder vor dem Haus statt, nicht im Wohnzimmer. Stell die Sache vorher in den Flur und zieh die Tür hinter dir zu. Sag einer Person, wann jemand kommt. Wer trotzdem hinein will, hat dafür einen Grund, der dir nicht gefällt.
Die Sache steht im Flur, nicht im Wohnzimmer
Der wirksamste Schritt passiert vor dem Klingeln. Trag die Kiste, den Monitor oder den Stuhl in den Hausflur oder direkt neben die Wohnungstür, so dass der Abholer die Wohnung nicht betreten muss. Damit fällt die Frage „Darf ich mal kurz rein?“ weg, ohne dass du sie beantworten musst. Räum außerdem den sichtbaren Bereich: Schlüssel, Portemonnaie, Laptop und Post gehören nicht auf die Kommode neben der Tür. Bei sperrigen Sachen, die du nicht allein bewegen kannst, verschieb den Termin auf einen Zeitpunkt, an dem jemand bei dir ist — das ist keine Übervorsicht, sondern die einzige Variante, die auch beim Tragen funktioniert. Und mach Licht im Treppenhaus, bevor du öffnest: Die meisten unguten Situationen entstehen im Halbdunkel an der Haustür.
Ein Zeuge kostet nichts
Die zweite Person muss nicht danebenstehen. Es genügt, wenn jemand weiß, dass um 17 Uhr ein Abholer kommt, wie er heißt und was er holt — ein Nachbar, ein Freund per Nachricht, jemand am Telefon. Schick vorher eine kurze Nachricht mit dem Nutzernamen und dem vereinbarten Zeitfenster. Wenn du magst, ruf zwei Minuten vor dem Termin jemanden an und lass das Gespräch laufen; hörbar zu telefonieren verändert die Situation spürbar. Bei größeren Beträgen ist eine anwesende zweite Person die bessere Lösung, schon wegen des Bargelds. Und leg die Termine an den Tag: Zwischen 10 und 18 Uhr sind Treppenhäuser belebt, abends nicht. Wer nur nach 21 Uhr kann, kann auch am Wochenende — dieser Vorschlag kostet dich nichts und filtert zuverlässig.
Etage, Aufzug und ein festes Zeitfenster in der Anzeige nehmen die meisten Gründe weg, überhaupt nach dem Inneren zu fragen. Anzeige aufgeben
Dein Hausrecht endet nicht an der Höflichkeit
Wer deine Wohnung betreten hat und nach der Aufforderung zu gehen bleibt, begeht Hausfriedensbruch nach § 123 StGB — Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, verfolgt wird die Tat auf Antrag. Du musst niemanden hinauskomplimentieren und keine Begründung liefern. Ein klarer Satz genügt: „Bitte verlassen Sie jetzt meine Wohnung.“ Sag ihn laut und ohne Diskussion. Wird es unangenehm, ist der Notruf 110 der richtige Schritt und nicht der letzte, sondern der erste. Öffne die Tür, bevor du das tust, und geh selbst in Richtung Ausgang statt in Richtung Wohnzimmer. Das klingt drastisch für einen Verkauf von 40 Euro, ist aber in dreißig Sekunden gedacht und im Ernstfall der Unterschied. Beschrieben ist der Normalfall der Rechtslage, keine Rechtsberatung.
Was in die Anzeige gehört, damit es nicht so weit kommt
Vieles lässt sich im Text vorwegnehmen. Schreib hin, dass die Übergabe an der Haustür stattfindet und die Sache bereitsteht. Nenn ein festes Zeitfenster statt „nach Absprache“. Gib an, ob ein Aufzug vorhanden ist und in welchem Stock du wohnst — das beantwortet die häufigste echte Rückfrage, ohne dass jemand hineinschauen muss. Bei Möbeln, die zerlegt werden müssen, schreib dazu, dass sie bereits zerlegt sind oder dass Werkzeug mitzubringen ist. Je konkreter die Anzeige, desto weniger Gründe gibt es, die Wohnung zu betreten. Und lass Fotos von Innenräumen weg, auf denen mehr zu sehen ist als die Sache selbst: Ein Regal vor einer Wohnzimmerwand zeigt nebenbei den Fernseher, die Konsole und den Laptop.
Häufige Fragen
Muss ich den Abholer in die Wohnung lassen?
Nein, nie. Das Hausrecht liegt bei dir, und für die Übergabe genügt die Tür. Stell die Sache vorher in den Flur, dann stellt sich die Frage nicht. Wer auf einem Blick in die Wohnung besteht, obwohl die Ware bereitsteht, verfolgt ein anderes Ziel als den Kauf.
Wie sage ich freundlich Nein, wenn jemand reinwill?
Kurz und ohne Entschuldigung: „Passt gerade nicht, ich hab es dir rausgestellt.“ Kein langer Grund, keine Ausrede. Die meisten akzeptieren das sofort, weil sie einfach nur gefragt haben. Und wer nachbohrt, hat dir gerade eine wichtige Information über sich selbst gegeben.
Ist es sicherer, sich draußen zu treffen?
Bei kleinen Sachen ja. Ein Treffpunkt in der Nähe hält deine Adresse aus dem Spiel und ist bei Handys, Kleidung oder Werkzeug problemlos machbar. Bei Möbeln, Weißware und allem, was ein Fahrzeug braucht, geht es nicht — dann Termin am Tag, zweite Person im Haus, Übergabe an der Tür.
Was mache ich bei Bargeld in der Wohnung?
Nichts offen liegen lassen und nach der Übergabe nicht zählen, während die Tür offen steht. Zähl das Geld an der Tür einmal in Ruhe, bevor die Ware übergeben wird, und schließ danach ab. Bei größeren Beträgen ist eine Überweisung vor der Abholung die deutlich ruhigere Variante.