Fremde in die Wohnung lassen – oder besser nicht
Lass niemanden weiter als bis zum Flur, wenn es nicht sein muss. Muss es sein — Waschmaschine, Schrank, Sofa —, dann nur mit einer zweiten Person im Haus, geschlossenen Zimmertüren und weggeräumten Wertsachen. Bei einfachem Diebstahl aus der Wohnung zahlt die Hausratversicherung in der Regel nicht.
Der Unterschied zwischen Flur und Wohnzimmer
Solange die Übergabe an der Tür stattfindet, gibt es kein Problem. Sobald jemand die Wohnung betritt, ändern sich drei Dinge auf einmal: Er sieht, was du besitzt, er sieht den Grundriss, und du bist mit ihm allein in einem geschlossenen Raum. Das ist bei den allermeisten Abholungen völlig unproblematisch — es geht nicht um Misstrauen gegenüber Einzelnen, sondern darum, den Standardfall so zu bauen, dass der Ausnahmefall keinen Schaden anrichtet. Praktisch heißt das: Zimmertüren zu, Wertsachen aus dem Sichtfeld, Wohnungstür offen lassen, während jemand drin ist. Und begleite den Weg: Der Abholer geht nicht allein durch die Wohnung, um „mal eben zu schauen, ob es durch die Tür passt“. Das misst du vorher selbst und schreibst die Maße in die Anzeige.
Was die Versicherung zahlt und was nicht
Hier liegt der Punkt, den die meisten nicht auf dem Schirm haben. Standard-Hausratversicherungen decken Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus nach einem Einbruch — also Fälle mit Spuren gewaltsamen Eindringens. Wenn dagegen jemand, den du selbst hereingelassen hast, das Handy vom Küchentisch mitnimmt, ist das einfacher Diebstahl, und dafür gibt es aus der Hausratversicherung im Regelfall nichts. Es fehlt schlicht das versicherte Ereignis. Für dich folgt daraus eine simple Konsequenz: Was du nicht siehst, kann nicht verschwinden. Schlüssel, Bargeld, Schmuck, Laptop, Ausweise und Karten gehören vor dem Termin in eine geschlossene Schublade, nicht auf die Kommode. Prüfe deine Police im Zweifel selbst — die Bedingungen unterscheiden sich, und die Klausel steht im Abschnitt zu den versicherten Gefahren.
Maße, Stockwerk und Zahl der nötigen Träger gehören in den Anzeigentext, damit vor der Tür nichts improvisiert wird. Anzeige aufgeben
Zu zweit, mit Termin, bei Tageslicht
Bei Möbeln und Weißware geht es nicht ohne Zutritt. Dann gilt die Kombination, die auch Handwerker-Termine funktionieren lässt: fester Termin am Tag, eine zweite Person im Haus, Wohnungstür offen, alles vorbereitet. Zerleg den Schrank vorher, dann steht niemand eine Stunde in deinem Schlafzimmer. Trag kleine Teile schon in den Flur. Sag dem Abholer im Chat, wie viele Personen mitkommen dürfen und wie viele Stufen es sind — beides beugt Überraschungen vor. Und plan realistisch: Eine Waschmaschine aus dem dritten Stock dauert zwanzig Minuten, nicht fünf. Wer den Termin knapp legt, macht hektische Fehler und lässt Türen offen stehen, die zu sein sollten. Zwanzig ruhige Minuten sind sicherer als fünf gehetzte.
Wenn plötzlich Begleitung mitkommt
Ein Muster, das immer wieder auftaucht: Verabredet war eine Person, vor der Tür stehen drei. Manchmal ist das harmlos — beim Sofa braucht es zwei Träger. Trotzdem ist es dein Termin. Du darfst sagen: „Ich lasse eine Person rein, der Rest wartet im Treppenhaus.“ Wenn es beim Tragen wirklich zwei sein müssen, hol dir selbst jemanden dazu oder verschieb. Ein zweites Muster ist der Abholer, der plötzlich Bargeld nachverhandeln will, während die Sache schon im Auto liegt. Deshalb gilt die Reihenfolge auch hier: Geld zählen, dann tragen. Und dokumentier den Termin kurz — Nutzername, Uhrzeit, was mitgenommen wurde, in einer Nachricht an dich selbst. Das dauert eine Minute und ist der einzige Beleg, den du hinterher hast.
Häufige Fragen
Zahlt die Hausratversicherung, wenn beim Abholen etwas verschwindet?
In der Regel nicht. Versichert sind Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus nach Einbruch — nicht der Diebstahl durch jemanden, den du hereingelassen hast. Deshalb ist Wegräumen wirksamer als jede Police. Wirf im Zweifel selbst einen Blick in die Bedingungen deines Vertrags, dort steht die maßgebliche Aufzählung.
Wie viele Personen darf ich hereinlassen?
So viele, wie du willst — es ist deine Wohnung. Bei sperrigen Möbeln sind zwei Träger normal, mehr selten nötig. Sag die Zahl vorher im Chat, dann steht niemand überraschend zu dritt vor der Tür. Wer sich nicht daran hält, muss draußen warten, und das darfst du auch so sagen.
Was mache ich mit Wertsachen vor einem Abholtermin?
Aus dem Sichtfeld räumen, fünf Minuten vorher. Schlüssel, Karten, Ausweise, Bargeld, Laptop und Schmuck in eine geschlossene Schublade. Auch Post mit deinem vollen Namen gehört nicht sichtbar herum. Das ist kein Misstrauen gegen den Einzelnen, sondern eine Routine, die dich unabhängig davon macht, wer kommt.
Kann ich eine Abholung ablehnen, wenn mir der Kontakt komisch vorkommt?
Jederzeit. Solange nichts verbindlich zugesagt ist, sagst du einfach ab; auch danach ist eine einvernehmliche Aufhebung möglich. Du musst weder einen Grund nennen noch dich rechtfertigen. Ein abgesagter Termin kostet dich ein paar Tage, ein schlechtes Gefühl in der eigenen Wohnung deutlich mehr.