SHS-Regel
Die SHS-Regel ist eine Merkhilfe für den sicheren Privatkauf: selbst sehen, hier übergeben, sofort bezahlen — sie steht in keinem Gesetz, schließt aber genau die drei Lücken, die jede gängige Betrugsmasche braucht.
Was die drei Schritte im Einzelnen leisten
Selbst sehen: Du prüfst die Sache in der Hand, statt Fotos zu glauben — beim Handy die IMEI und den Sperrstatus, beim Fahrrad die Rahmennummer, beim Werkzeug den Anlauf unter Strom. Hier übergeben: Ware und Geld wechseln am selben Ort zur selben Zeit den Besitzer, ohne Vorschuss und ohne Nachlieferung. Sofort bezahlen: bar oder mit einer Zahlung, deren Eingang du im eigenen Konto siehst, bevor die Sache das Haus verlässt. In Anzeigen liest sich das dann so: „Abholung, Prüfung vor Ort ausdrücklich erwünscht, Zahlung bei Übergabe in bar.“ Wer das schreibt, sortiert einen Großteil der unseriösen Anfragen vor dem ersten Termin aus.
Wo die Regel endet
Die Merkhilfe ist keine feststehende Norm, und je nach Quelle werden die drei Buchstaben leicht anders aufgelöst — die Stoßrichtung bleibt dieselbe. Sie deckt außerdem nicht alles ab. Sie sagt nichts über die Beschreibung der Ware, sie ersetzt keinen Beleg, und sie hilft nicht, wenn zwischen euch 400 Kilometer liegen. Für den Versand brauchst du andere Werkzeuge: eine versicherte Sendung, den Einlieferungsbeleg und Fotos vom verpackten Paket. Und selbst bei perfekter Übergabe lohnen zwei Zeilen Quittung mit Datum, Sache, Preis und beiden Namen. Rechtlich zählt ohnehin nicht die Zusage im Chat, sondern der Moment, in dem die Sache tatsächlich übergeben wird. Diese Einordnung gibt den gesetzlichen Regelfall wieder und ist keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Gilt die SHS-Regel auch beim Verkauf, nicht nur beim Kauf?
Ja, in gespiegelter Form. Du lässt den Käufer prüfen, übergibst nur vor Ort und nimmst das Geld entgegen, bevor die Sache mitgeht. Für dich ist der wichtigste Teil die Reihenfolge: Erst zählst du das Geld oder siehst den Eingang im eigenen Konto, dann geht die Ware aus der Hand.
Was mache ich, wenn Abholung wirklich nicht geht?
Dann ersetzt du jeden der drei Schritte einzeln: statt Prüfen ein Video der laufenden Ware mit Tageszeitung oder Zettel, statt Übergabe eine versicherte Sendung mit Sendungsverfolgung, statt Bargeld eine Zahlungsart mit Käuferschutz für Waren. Das ist mehr Aufwand, aber es bleibt nachvollziehbar, wer wann was geleistet hat.