Money Mule
Money Mule ist die Person, die ihr Konto für fremdes Geld hergibt — meist ohne zu ahnen, dass sie damit an einer Geldwäsche mitwirkt und am Ende für den Betrag geradesteht.
Wie die Anwerbung im Alltag klingt
Drei Varianten begegnen dir beim Privatverkauf. Erstens das angebliche Jobangebot: Finanzagent, Zahlungsabwickler, „Heimarbeit, du behältst zehn Prozent“. Zweitens die Bitte im Chat: Der Käufer habe versehentlich zu viel überwiesen, du sollst die Differenz an eine dritte Person schicken. Drittens die Freundschaftsvariante über soziale Netzwerke, bei der jemand angeblich kein eigenes Konto in Deutschland eröffnen kann und deins nur kurz mitbenutzen möchte. Gemeinsam ist allen: Es geht Geld ein, das nichts mit deiner Ware zu tun hat, und du sollst es weiterleiten. Genau dieser Schritt ist der Zweck der ganzen Übung, denn er unterbricht die Spur zum ursprünglichen Opfer.
Der Irrtum: Wer nichts wusste, kann nichts falsch gemacht haben
Unwissenheit schützt hier nur begrenzt. Geldwäsche kann bereits leichtfertig begangen werden, und wer einen fremden Betrag ohne nachvollziehbaren Grund weiterleitet, muss sich fragen lassen, warum er nicht nachgefragt hat. Praktisch kommt hinzu, was schnell passiert: Das Konto wird gesperrt, während die Bank prüft, das geschädigte Opfer fordert seinen Betrag zurück, und eine neue Kontoeröffnung wird schwierig. Die richtige Reaktion ist deshalb immer dieselbe: Geld nicht anfassen, nicht weiterleiten, sondern die Bank informieren und den Betrag über sie an den Absender zurückführen lassen. Angebote dieser Art meldest du der Plattform. Das ist eine allgemeine Beschreibung der Rechtslage, keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Ein Käufer hat zu viel überwiesen und will die Differenz zurück — darf ich das?
Nicht auf eigene Faust und nie an ein anderes Konto als das des Absenders. Wende dich an deine Bank und lass die Rücküberweisung über sie abwickeln. Zu viel gezahlte Beträge sind ein klassischer Einstieg in diese Masche, weil die Überzahlung selbst aus einer Straftat stammen kann und später zurückgefordert wird.
Was passiert, wenn ich schon Geld weitergeleitet habe?
Informiere sofort deine Bank und erstatte Anzeige, auch wenn dir das unangenehm ist. Eine frühe eigene Meldung ist besser als eine Nachfrage der Ermittler Wochen später. Sichere alle Nachrichten, aus denen hervorgeht, wie du angeworben wurdest, und rechne damit, dass dein Konto vorübergehend gesperrt wird.