Kontoübernahme
Kontoübernahme, im Englischen Account Takeover oder kurz ATO, heißt: Jemand meldet sich mit deinen echten Zugangsdaten an und handelt unter deinem Namen weiter — mit deinen Bewertungen als Vertrauensvorschuss.
Die Anzeichen, bevor Nachrichten von Geschädigten kommen
Typisch sind Anzeigen, die du nicht eingestellt hast, oft in einer ganz anderen Warengruppe als deiner: plötzlich Smartphones, plötzlich Konsolen, immer gegen Vorkasse. Weitere Zeichen: Nachrichten sind gelesen, obwohl du sie nicht geöffnet hast, deine hinterlegte E-Mail-Adresse wurde geändert, oder du bekommst eine Anmeldebestätigung aus einer Stadt, in der du nie warst. Auch der stille Fall zählt: Du wirst ohne Grund abgemeldet und dein Passwort funktioniert nicht mehr. Der Weg dorthin führt fast immer über ein Passwort aus einem Datenleck oder über eine Phishing-Seite, seltener über eine echte Sicherheitslücke der Plattform.
Die richtige Reihenfolge, wenn es passiert ist
Zuerst das E-Mail-Konto, nicht die Plattform. Dort landen alle Links zum Zurücksetzen; solange jemand dein Postfach mitliest, holst du dir nichts zurück. Also Passwort der Mailadresse ändern, zweiten Faktor aktivieren, Weiterleitungsregeln prüfen — eingerichtete Weiterleitungen sind der häufigste übersehene Punkt. Danach das Plattformkonto zurückholen, alle aktiven Sitzungen beenden und fremde Anzeigen löschen. Melde den Vorfall dem Support mit Zeitpunkt und Anzeigennummern, damit Geschädigte den Zusammenhang erkennen. Wurde über dein Konto auch bezahlt, informiere sofort deinen Zahlungsdienstleister: Für nicht autorisierte Zahlungen gilt eine kurze Erstattungspflicht. Das ist die übliche Rechtslage und ersetzt keine Prüfung deines Einzelfalls.
Häufige Fragen
Hafte ich für Verkäufe, die jemand über mein Konto abgewickelt hat?
Nicht automatisch, aber du musst mitwirken. Melde den Vorfall der Plattform und der Polizei, damit dokumentiert ist, ab wann du keinen Zugriff mehr hattest. Schwieriger wird deine Lage, wenn du Warnungen ignoriert oder Zugangsdaten weitergegeben hast. Je früher und vollständiger du meldest, desto klarer ist die Trennlinie.
Reicht es, das Passwort zu ändern?
Nein. Ein Angreifer bleibt über bestehende Sitzungen häufig angemeldet, auch nach einem neuen Passwort. Beende deshalb alle aktiven Sitzungen, prüfe die hinterlegte E-Mail-Adresse und die Telefonnummer und schalte den zweiten Faktor ein. Kontrolliere anschließend dein Postfach auf Weiterleitungen, die du nicht selbst angelegt hast.