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SSD und Festplatte gebraucht

Lies vor dem Kauf die SMART-Werte aus: Sie nennen Betriebsstunden, Einschaltvorgänge und bei einer SSD die insgesamt geschriebene Datenmenge. Vergleich diese Menge mit der TBW-Angabe des Herstellers, dann weißt du, wie viel Schreibleistung noch übrig ist. Bei klassischen Festplatten ist der Wert für verlagerte Sektoren die entscheidende Zahl.

Drei Werte, die du dir zeigen lässt

Jedes Laufwerk führt intern Buch. Ein kostenloses Auslese-Programm zeigt dir die Tabelle in wenigen Sekunden. Der erste wichtige Wert sind die Betriebsstunden: Achttausend Stunden entsprechen etwa einem Jahr Dauerbetrieb oder drei bis vier Jahren Bürobetrieb. Der zweite Wert ist die Anzahl der Einschaltvorgänge, die dir zeigt, ob das Laufwerk in einem Server oder in einem Notebook saß. Der dritte, bei SSDs entscheidende, ist die Summe der geschriebenen Daten, oft als „Total Host Writes“ ausgewiesen. Lass dir einen Screenshot dieser Tabelle schon im Chat schicken. Ein Verkäufer, der das nicht liefern will oder behauptet, so etwas gebe es nicht, hat entweder nicht nachgesehen oder etwas zu verbergen. Bei externen Festplatten funktioniert das Auslesen über USB nicht bei jedem Gehäuse — dann bau die Platte zum Test aus.

Was die TBW-Angabe wirklich bedeutet

SSD-Hersteller nennen für jedes Modell eine Schreiblast in Terabyte, die das Laufwerk innerhalb der Garantiezeit verkraften soll, abgekürzt TBW. Diese Zahl ist eine Zusicherung, keine Verfallsgrenze: Praxistests haben gezeigt, dass viele Laufwerke ein Vielfaches davon schreiben, bevor sie ausfallen. Umgekehrt ist eine SSD, die ihre TBW schon überschritten hat, ohne Garantie unterwegs. Für den Gebrauchtkauf heißt das: Such die TBW-Angabe deines Modells auf der Herstellerseite, vergleich sie mit dem ausgelesenen Wert und rechne den Rest aus. Bei einer normal genutzten Systemplatte aus einem Privatrechner sind nach vier Jahren oft nur wenige Prozent der TBW verbraucht. Achte zusätzlich auf den Prozentwert für die verbleibende Lebensdauer, den viele Laufwerke direkt ausgeben — er fasst dasselbe in einer Zahl zusammen.

Wenn du ein Laufwerk abgibst, leg einen Screenshot der SMART-Werte in die Anzeige — das ist der Beweis, den jeder Käufer sehen will. Anzeige aufgeben

Bei mechanischen Platten zählen andere Zahlen

Eine klassische Festplatte stirbt anders als eine SSD: nicht durch Abnutzung des Speichers, sondern durch Mechanik und Oberflächenfehler. Deshalb schaust du hier auf die verlagerten Sektoren, die schwebenden Sektoren und die nicht korrigierbaren Fehler. Steht bei einem dieser Werte etwas anderes als null, ist die Platte für wichtige Daten nicht mehr geeignet, auch wenn sie noch läuft. Klackernde oder schleifende Geräusche beim Anlaufen sind ein sofortiger Abbruchgrund. Große Platten aus Netzwerkspeichern haben oft fünfstellige Betriebsstundenzahlen — das ist bei Dauerlaufmodellen normal, macht die Platte aber zum Archivmedium und nicht zur einzigen Kopie deiner Daten. Und unabhängig vom Zustand gilt: Eine gebrauchte Festplatte ersetzt keine Sicherung. Sie ist die zweite oder dritte Kopie, nie die einzige.

Löschen, bevor du verkaufst — richtig

Wer ein Laufwerk weitergibt, gibt seine Daten mit, wenn er nur die Dateien in den Papierkorb schiebt. Bei einer klassischen Festplatte reicht ein Überschreiben der gesamten Oberfläche, dafür gibt es kostenlose Werkzeuge. Bei einer SSD funktioniert Überschreiben schlecht, weil der Controller intern anders schreibt als du denkst — hier ist das im Laufwerk eingebaute sichere Löschen der richtige Weg, meist über das Hersteller-Werkzeug oder das UEFI des Mainboards. War das Laufwerk verschlüsselt, genügt es, den Schlüssel zu verwerfen. Formatieren allein ist keine Löschung. Wenn du das nicht sauber hinbekommst, verkauf das Laufwerk nicht, sondern zerstör es physisch und gib es in die Elektronikannahme. Ein weitergegebener Datenbestand ist ein Problem, das dich noch Jahre später erreichen kann.

Häufige Fragen

Wie lange hält eine gebrauchte SSD noch?

Rechne es aus: Zieh die geschriebene Datenmenge aus den SMART-Werten von der TBW-Angabe des Modells ab. Bei einer normal genutzten Systemplatte aus einem Privatrechner sind nach mehreren Jahren häufig erst wenige Prozent verbraucht. Viele Laufwerke zeigen zusätzlich eine Restlebensdauer in Prozent an.

Kann ich SMART-Werte fälschen?

Es ist aufwendig, aber möglich, und im Umlauf sind vor allem Laufwerke mit manipulierter Firmware, die eine falsche Kapazität melden. Prüf deshalb zusätzlich mit einem Schreibtest über die volle Kapazität. Kauf Speicher ohnehin nur dort, wo du das Laufwerk vor der Zahlung anschließen kannst.

Wie lösche ich eine SSD vor dem Verkauf richtig?

Über die eingebaute Funktion zum sicheren Löschen, erreichbar über das Werkzeug des Herstellers oder das UEFI des Mainboards. Mehrfaches Überschreiben ist bei SSDs weder nötig noch zuverlässig. War das Laufwerk verschlüsselt, reicht das Verwerfen des Schlüssels. Formatieren allein löscht nichts Wichtiges.

Lohnt sich eine gebrauchte Festplatte für Backups?

Als zusätzliche Kopie ja, als einzige nein. Prüf die verlagerten Sektoren, sie müssen bei null stehen. Plan mindestens zwei Kopien an unterschiedlichen Orten ein. Der Preisvorteil gebrauchter Platten ist real, aber er rechnet sich nur, solange du keine Daten verlierst, die du nicht ersetzen kannst.

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.