Drucker gebraucht kaufen
Lass dir vor dem Kauf die Konfigurations- oder Statusseite ausdrucken: Bei Laserdruckern steht darauf der Gesamtseitenzähler, bei vielen Tintendruckern der Füllstand und die Kopfreinigungszyklen. Diese eine Seite sagt mehr als jede Beschreibung — und sie beweist nebenbei, dass das Gerät überhaupt druckt. Bei Tintendruckern ist der Kaufpreis ohnehin die kleinere Zahl.
Die Testseite ist der halbe Kauf
Jeder Laserdrucker kann über sein Menü eine Konfigurations- oder Statusseite ausdrucken. Darauf stehen Modell, Firmwarestand, Netzwerkeinstellungen und der Gesamtseitenzähler. Diese Zahl ist bei Druckern das, was der Kilometerstand beim Auto ist. Bürodrucker sind für sechsstellige Seitenzahlen ausgelegt, kleine Heimgeräte für deutlich weniger — die Herstellerangabe zur monatlichen Druckleistung findest du im Datenblatt. Ein Gerät mit vierzigtausend Seiten ist bei einem robusten Arbeitstiermodell fast neu und bei einem kleinen Heimdrucker am Ende. Bring dazu ein eigenes Blatt mit Text und Grafik mit und lass es drucken: Streifen, Schatten oder Schlieren zeigen dir eine müde Trommel oder eine verschmutzte Fixiereinheit. Wenn der Verkäufer den Drucker nicht anschließen kann oder will, kaufst du eine Kiste.
Bei Tinte ist das Gerät billig und der Betrieb teuer
Gebrauchte Tintendrucker sind fast immer ein schlechtes Geschäft, und der Grund ist die Chemie. Tinte trocknet in den Düsen ein, wenn ein Gerät wochenlang steht, und genau so stehen die meisten Geräte vor dem Verkauf. Bei Modellen mit fest eingebautem Druckkopf ist ein eingetrockneter Kopf ein wirtschaftlicher Totalschaden, weil Ersatz und Einbau mehr kosten als ein neues Gerät. Zweitens die Folgekosten: Die Patronen für ältere Modelle werden teurer und irgendwann schlecht verfügbar. Sieh nach, was ein Satz Originalpatronen für dieses Modell heute kostet, und vergleich das mit dem Kaufpreis des Druckers. Drittens: Patronen haben ein Haltbarkeitsdatum, und mitgelieferte alte Restbestände sind nichts wert. Lohnend sind gebrauchte Tintendrucker eigentlich nur mit nachfüllbaren Tanksystemen und nur, wenn sie zuletzt regelmäßig liefen.
Wenn dein alter Drucker nur noch Platz kostet, druck einmal die Statusseite aus und leg sie als Foto in die Anzeige. Anzeige aufgeben
Verbrauchsmaterial und Firmware entscheiden über die Folgekosten
Rechne vor dem Kauf durch, was das Drucken pro Seite kostet. Bei Lasergeräten sind Toner und Trommel getrennt oder in einer Einheit verbaut; die Trommel hält mehrere Tonerfüllungen, ist aber ein eigener Kostenblock. Prüf, ob es für das Modell noch Verbrauchsmaterial gibt und zu welchem Preis. Zweiter Punkt: Firmware. Hersteller haben in der Vergangenheit über Aktualisierungen die Nutzung von Fremdpatronen eingeschränkt. Frag, ob das Gerät automatisch aktualisiert wird, und schalte diese Funktion nach dem Kauf gegebenenfalls ab. Dritter Punkt: Anschluss und Treiber. Ein Drucker ohne Treiber für dein aktuelles Betriebssystem ist unbrauchbar, auch wenn er mechanisch tadellos ist. Such vor dem Treffen auf der Herstellerseite, ob es Treiber für deine Systemversion gibt — bei Geräten, die älter als zehn Jahre sind, ist das keine Selbstverständlichkeit.
Transport, Zubehör und was in der Anzeige fehlen darf
Laserdrucker sind schwer und mögen keine Erschütterungen; nimm die Tonerkassette für die Fahrt heraus und leg sie in eine Tüte, damit kein Toner ins Gehäuse rieselt. Tintendrucker transportierst du waagerecht mit eingesetzten Patronen. Klär vorher, was dabei ist: Netzkabel, USB-Kabel, Papierkassetten und bei größeren Geräten die zweite Zuführung. Ersatzkassetten sind einzeln teuer und werden gern vergessen. Beim Kauf von privat gibt es keine Gewährleistung, wenn sie ausgeschlossen wurde, und kein Widerrufsrecht. Was bleibt, sind Zusagen: Steht in der Anzeige eine Seitenzahl oder „Toner fast voll“, ist das eine vereinbarte Beschaffenheit. Lass dir beides auf der Statusseite zeigen und behalte den Chatverlauf. Beschrieben ist damit die übliche Rechtslage beim Gerätekauf unter Privatleuten, keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein gebrauchter Tintendrucker?
Selten. Eingetrocknete Düsen sind bei Geräten mit fest verbautem Druckkopf ein wirtschaftlicher Totalschaden, und die Patronenpreise übersteigen den Gerätepreis schnell. Wenn überhaupt, dann ein Modell mit nachfüllbarem Tanksystem, das zuletzt regelmäßig gelaufen ist. Lass es dir in jedem Fall vorführen.
Wie viele Seiten hält ein Laserdrucker aus?
Das hängt vom Modell ab und steht im Datenblatt als monatliche Druckleistung. Robuste Bürogeräte schaffen sechsstellige Gesamtzahlen, kleine Heimdrucker deutlich weniger. Lass dir die Statusseite mit dem Zähler ausdrucken und vergleich sie mit der Herstellerangabe, dann weißt du, wo das Gerät steht.
Was kostet der Toner für ein älteres Modell?
Prüf es vor dem Kauf, denn die Antwort entscheidet über das ganze Geschäft. Für verbreitete Bürodrucker gibt es günstige Nachbauten, für Nischenmodelle nur teure Originale oder gar nichts mehr. Rechne die Kosten pro Seite aus und vergleich sie mit einem neuen Gerät der aktuellen Generation.
Bekomme ich für einen alten Drucker noch Treiber?
Bei den großen Herstellern oft ja, aber nicht für jedes Betriebssystem. Such vor dem Treffen auf der Support-Seite nach dem exakten Modell und deiner Systemversion. Geräte, die nur über Netzwerk mit Standardprotokollen drucken, sind unkritischer als solche, die einen speziellen Treiber brauchen.