Schuhe verkaufen
Nenn bei Schuhen immer die Innenlänge in Zentimetern zusätzlich zur Größe. Größensysteme unterscheiden sich zwischen Marken und Ländern, die Innenlänge nicht. Dazu ein Foto der Sohle von unten — daran sieht der Käufer den Zustand besser als an jeder Beschreibung des Oberleders.
Warum die Größenangabe allein nicht reicht
Europäische Schuhgrößen beruhen auf dem französischen Stich: Eine Größe entspricht zwei Dritteln eines Zentimeters, also rund 6,7 Millimetern Längenunterschied. Gemessen wird dabei die Leistenlänge, nicht der Fuß — und da jeder Hersteller eigene Leisten verwendet, fällt Größe 42 je nach Marke spürbar anders aus. Für deine Anzeige heißt das: Stell einen Zollstock in den Schuh oder miss die herausnehmbare Innensohle von der Ferse bis zur längsten Zehe und schreib den Wert dazu, etwa „Innenlänge 27,0 cm“. Diese Angabe beantwortet die Frage, die dir sonst dreimal gestellt wird. Nenne zusätzlich die Weite, wenn der Schuh eine hat, und ob er eher schmal oder breit ausfällt. Solche Sätze sind keine Zusicherung von Passform, sie sind Erfahrung — schreib sie als solche.
Die Sohle ist das ehrlichste Foto
Beim Schuh sieht man den Zustand von unten. Fotografiere beide Sohlen nebeneinander bei Tageslicht: Profiltiefe, Abrieb an der Außenkante der Ferse, glatte Stellen unter dem Ballen. Wer das zeigt, wird beim Preis ernst genommen; wer es weglässt, bekommt Angebote weit unter Wert, weil Käufer vom schlechtesten Fall ausgehen. Dazu gehören zwei weitere Bilder: das Innenfutter an der Ferse, wo bei getragenen Schuhen zuerst Löcher entstehen, und die Innensohle mit ihren Abdrücken. Bei Lederschuhen zeigst du außerdem die Kante zwischen Schaft und Sohle — löst sie sich, ist das ein Fall für den Schuster und gehört in den Text. Reinige die Schuhe vorher: Bürste, feuchtes Tuch, bei Leder eine dünne Schicht Creme. Das hebt den Preis mehr als jeder zusätzliche Beschreibungssatz.
Wenn die Innenlänge gemessen und die Sohle fotografiert ist, hast du alles beisammen, was in die Anzeige gehört. Anzeige aufgeben
Welche Paare sich lohnen und welche nicht
Gut verkaufen sich Paare mit Suchbegriff und wenig Verschleiß: Wanderstiefel, Sicherheitsschuhe, Tanz- und Reitstiefel, Motorradstiefel, Ski- und Snowboardschuhe, orthopädisch anpassbare Modelle, Kinderschuhe in gutem Zustand und Markensneaker. Schlecht bis gar nicht verkaufen sich getragene Alltagssneaker ohne Markennamen, Sandalen mit Fußabdruck, ausgetretene Halbschuhe und alles, was innen Löcher hat. Bei Kinderschuhen ist die Grenze der Sohlenzustand: solange das Profil vorhanden ist und das Fersenfutter geschlossen, gibt es Käufer. Rechne beim Preis nüchtern: Ein Paar, das neu achtzig Euro kostet und ein halbes Jahr getragen wurde, liegt gebraucht meist bei einem Bruchteil davon. Wer stattdessen den Neupreis als Anker nennt, verlängert nur die Zeit, bis er auf denselben realistischen Wert heruntergeht. Bei Spezialschuhen ist die Rechnung anders: Dort ist der Neupreis so hoch, dass auch ein deutlich getragenes Paar noch Käufer findet.
Versand, Karton und Hygiene
Schuhe sind schwer und sperrig. Ein Paar Wanderstiefel liegt schnell in der nächsthöheren Portostufe, deshalb wiegst du vor dem Einstellen und nennst den Versandpreis konkret. Der Originalkarton ist gute Verpackung und bei Sneakern ein Preisfaktor; ohne ihn stopfst du Papier in die Schuhe, wickelst beide einzeln und packst sie in einen stabilen Karton, damit die Form erhalten bleibt. Zur Hygiene: Herausnehmbare Einlagen kannst du waschen oder ersetzen und beides in der Anzeige erwähnen — das ist der Punkt, an dem viele Käufer bei gebrauchten Schuhen zögern. Ein Satz wie „Einlagen gewaschen, Innenfutter intakt“ nimmt genau dieses Zögern weg. Und wenn ein Geruch bleibt, schreib es hin. Er verschwindet auf dem Versandweg nicht, und dann kommt die Beschwerde.
Häufige Fragen
Wie messe ich die Innenlänge eines Schuhs?
Nimm die Einlegesohle heraus und miss von der Ferse bis zur längsten Stelle vorn. Ist die Sohle eingeklebt, stell einen Zollstock hochkant in den Schuh und lies an der Zehenspitze ab. Gib den Wert in Zentimetern mit einer Nachkommastelle an, dann kann jeder mit seinem eigenen Paar vergleichen.
Kauft überhaupt jemand getragene Schuhe?
Ja, vor allem bei Spezialschuhen und Kinderschuhen. Wanderstiefel, Sicherheitsschuhe, Reitstiefel und Skischuhe werden gesucht, weil sie neu teuer sind und selten durchgetragen. Bei Alltagsschuhen ohne Markennamen ist die Nachfrage gering — die gibt man besser weiter, statt sie einzeln einzustellen.
Was schreibe ich zu Gerüchen und Einlagen?
Die Wahrheit, und zwar vorher. Schreib, ob die Einlagen gewaschen, erneuert oder original sind und ob ein Geruch verblieben ist. Käufer verzeihen benutzte Ware, aber keine Überraschung beim Auspacken. Ein ehrlicher Satz senkt den Preis um wenige Euro und verhindert die Rückabwicklung.
Lohnt sich Versand bei Schuhen?
Ab etwa zwanzig Euro Verkaufspreis meistens ja, darunter selten. Schuhe sind schwer, ein Paar Stiefel erreicht schnell die nächste Gewichtsstufe. Wieg das Paket vor dem Einstellen, nenn den Versandpreis im Text und pack die Schuhe mit Papier aus, damit sie nicht platt ankommen.