iPhone gebraucht kaufen
Prüf drei Dinge, bevor Geld fließt: den Batteriezustand in den Einstellungen, ob das Gerät aus der Apple-ID des Verkäufers abgemeldet ist, und ob die angezeigte IMEI zur Anzeige passt. Alles andere — Kratzer, Karton, Ladekabel — ist Verhandlungssache. Diese drei Punkte entscheiden, ob du ein Telefon kaufst oder einen Briefbeschwerer.
Den Batteriezustand lässt du dir zeigen, nicht beschreiben
Auf dem iPhone steht die Zahl unter Einstellungen, Batterie, Batteriezustand: maximale Kapazität in Prozent. Bitte den Verkäufer schon im Chat um ein Foto dieses Bildschirms und wiederhol es bei der Übergabe — ein Screenshot lässt sich aus einer alten Anzeige kopieren, der Bildschirm vor dir nicht. Ab etwa 85 Prozent merkst du im Alltag wenig. Zwischen 80 und 85 solltest du den Preis eines Batterietauschs einkalkulieren, denn er kommt innerhalb des nächsten Jahres. Unter 80 Prozent gilt die Batterie bei Apple als erheblich gealtert, und dann gehört der Tauschpreis in die Verhandlung, nicht in dein Bauchgefühl. Steht dort statt einer Zahl der Hinweis, dass die Batterie nicht überprüft werden kann, wurde sie meist mit einem Fremdteil ersetzt. Das ist kein Ausschlussgrund, aber ein Preisargument — und du weißt, dass am Gerät schon jemand gearbeitet hat.
Ein iPhone, das nicht abgemeldet ist, kannst du nicht benutzen
Solange „Wo ist?“ aktiv ist, verlangt das iPhone nach jedem Zurücksetzen die Apple-ID des bisherigen Besitzers. Ohne dieses Passwort bleibt der Einrichtungsbildschirm stehen, für immer. Deshalb gilt eine Regel bei der Übergabe: Das Gerät wird vor deinen Augen zurückgesetzt und vor deinen Augen bis zum Startbildschirm neu eingerichtet. Erst danach zahlst du. Verkäufer, die das ablehnen, weil es zu lange dauere, verkaufen dir ein Risiko. Der Vorgang braucht mit WLAN ein paar Minuten — plan sie ein, trefft euch an einem Ort mit Netz, und nimm dein eigenes Ladekabel mit. Wenn das iPhone bereits gelöscht in der Verpackung liegt, tipp dich einmal durch die Einrichtung, bis der Home-Bildschirm erscheint. Kommt vorher eine fremde Apple-ID-Abfrage, brich ab und geh.
Wenn dein altes iPhone nach dem Kauf im Schrank liegt, stell es mit dem Batteriewert im Titel ein — danach wird gesucht. Anzeige aufgeben
Reparierte Teile sind kein Makel, aber sie gehören genannt
Ein getauschtes Display, eine Fremdbatterie, eine ersetzte Kamera: Das iPhone weiß das und schreibt es unter Einstellungen, Allgemein, Info in den Teile- und Serviceverlauf. Dort steht bei neueren Modellen, ob ein Bauteil ein Originalteil von Apple ist oder unbekannter Herkunft. Schau dort nach, bevor du zahlst. Ein Display vom freien Reparaturbetrieb funktioniert oft tadellos, kann aber schwächer leuchten, True Tone verlieren oder Face ID mitnehmen. Prüf deshalb konkret: Face ID einrichten, alle vier Ecken des Bildschirms antippen, Frontkamera und Hauptkamera je ein Foto, Blitz, beide Lautsprecher, Mikrofon per Sprachmemo, Ladebuchse mit deinem Kabel. Das dauert zusammen keine fünf Minuten und ersetzt jede Diskussion hinterher. Sag dem Verkäufer vorher, dass du das machen wirst — wer nichts zu verbergen hat, findet das normal.
Nach dem Privatkauf gibt es kein Rückgaberecht
Kaufst du von einer Privatperson, hast du kein Widerrufsrecht — das gilt nur gegenüber Unternehmern im Fernabsatz. Der Verkäufer darf die Gewährleistung außerdem ausschließen, und die meisten tun das mit einer Zeile in der Anzeige. Zwei Grenzen bleiben: Ein Ausschluss hilft ihm nicht, wenn er einen Mangel arglistig verschwiegen hat, und er hilft ihm nicht gegen eine Eigenschaft, die er dir ausdrücklich zugesagt hat. Steht in der Anzeige „Batterie 92 Prozent“ und sind es 79, ist das eine vereinbarte Beschaffenheit und kein Ausschlussfall. Deshalb: Screenshot der Anzeige machen, Chatverlauf behalten, Zusagen schriftlich im Chat bestätigen lassen statt am Telefon. Wer eine Zusage nur mündlich hat, hat sie faktisch nicht. Das beschreibt die übliche Rechtslage beim Privatkauf und ist keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Ab wie viel Prozent Batteriezustand sollte ich die Finger lassen?
Unter 80 Prozent lohnt der Kauf nur mit eingerechnetem Batterietausch. Der Herstellerpreis dafür steht öffentlich auf der Apple-Support-Seite, freie Werkstätten sind günstiger. Zieh diesen Betrag vom Preis ab und vergleich das Ergebnis mit anderen Angeboten. Oft ist ein Gerät mit 88 Prozent für 40 Euro mehr das bessere Geschäft.
Wie erkenne ich, ob ein iPhone gestohlen ist?
Sicher erkennst du es nicht. Du kannst aber das Risiko senken: Übergabe an einem öffentlichen Ort, Originalrechnung oder Kaufbeleg zeigen lassen, Ausweis abgleichen und darauf bestehen, dass das Gerät vor Ort abgemeldet und neu eingerichtet wird. Wer bei allen vier Punkten mauert, hat einen Grund dafür.
Lohnt sich ein iPhone ohne Originalverpackung?
Ja, der Karton hat für dich keinen Nutzwert. Er ist nur für Sammler und beim Weiterverkauf ein kleines Argument. Wichtiger sind Batteriewert, Teileverlauf und ein sauber abgemeldetes Gerät. Nutz den fehlenden Karton lieber als Verhandlungspunkt, statt ihn zur Bedingung zu machen.
Was mache ich, wenn der Verkäufer nur Vorkasse akzeptiert?
Dann kaufst du woanders. Bei einem Telefon in dieser Preisklasse ist die persönliche Übergabe gegen Bargeld der Normalfall, und jede Abweichung davon kommt vom Verkäufer, nicht von dir. Erst Ware sehen, dann zahlen — oder beides gleichzeitig bei der Übergabe. Eine dritte Reihenfolge brauchst du nicht.