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Was in deutschen Haushalten ungenutzt liegt

Handys, Fahrräder, Werkzeug, Küchengeräte, Spielekonsolen und Kindersachen: Das sind die Gruppen, die in fast jeder Wohnung ungenutzt herumliegen und gleichzeitig einen lebendigen Gebrauchtmarkt haben. Der Digitalverband Bitkom kommt in seinen Umfragen allein bei Althandys auf weit über hundert Millionen Stück in deutschen Schubladen. Ob etwas Geld bringt, entscheidet dabei weniger das Alter als die Vollständigkeit.

Sechs Schubladen, in denen fast immer Geld liegt

Erstens Handys und Tablets: Geräte der letzten fünf Jahre haben einen klaren Preis, ältere gehen als Zweitgerät oder für Ersatzteile weg. Zweitens Fahrräder, besonders Kinderräder — sie werden jährlich zu klein und sind deshalb dauerhaft gefragt. Drittens Werkzeug und Akkugeräte: Marken mit verbreitetem Akkusystem verkaufen sich schneller als Baumarkt-Eigenmarken, weil Käufer ihr vorhandenes System erweitern. Viertens Küchen-Kleingeräte, die viele einmal geschenkt bekommen und nie benutzt haben: Küchenmaschine, Eismaschine, Heißluftfritteuse. Fünftens Konsolen und Spiele, wo ältere Titel und Originalverpackungen erstaunlich stabile Preise halten. Sechstens Babyausstattung, die pro Kind nur zwölf bis achtzehn Monate im Einsatz ist und danach ein Jahrzehnt im Keller steht. Wer nur diese sechs Gruppen durchgeht, hat den größten Teil des Werts einer Wohnung erfasst.

Vollständig schlägt neuwertig

Zwischen zwei gleich alten Geräten entscheidet fast immer, was dabeiliegt. Ein Akkuschrauber mit zwei Akkus, Ladegerät und Koffer bringt ein Vielfaches desselben Geräts ohne Zubehör. Ein Kinderfahrrad mit Ständer, Klingel und passendem Schlüssel für das Schloss verkauft sich in Tagen, ohne Schlüssel bleibt es liegen. Eine Konsole mit dem originalen Netzteil und zwei Controllern ist ein Gerät, dieselbe Konsole ohne Netzteil ist ein Problem, das der Käufer erst lösen muss. Bevor du fotografierst, geh deshalb einmal durch die Wohnung und such das Zubehör zusammen: Originalkarton, Anleitung, Ersatzschlüssel, Halterungen, Fernbedienung, Reinigungsbürste. Zehn Minuten Suchen sind hier meistens der bestbezahlte Teil des Verkaufs. Und was du nicht findest, schreibst du hin — fehlendes Zubehör drückt den Preis, eine spätere Überraschung kostet dich den Verkauf.

Wenn du das Ladegerät und den Originalkarton gefunden hast, [stell das Gerät gleich zusammen mit dem Zubehör ein](/anzeige/neu?kategorie=handy&thema=zubehoer) — mit vollständiger Liste im Text. Anzeige aufgeben

Was ehrlicherweise fast nichts mehr bringt

Nicht alles im Keller hat einen Markt, und Wochen mit einer aussichtslosen Anzeige zu verbringen ist verlorene Zeit. Praktisch unverkäuflich sind alte Röhrenfernseher, Tintenstrahldrucker älterer Baureihen, ausgemusterte Standard-Serviettengarnituren und Geschirrsets ohne Marke, Lexikonreihen, Schulbücher alter Auflagen und Sperrmüllmöbel aus Spanplatte. Das ist kein Urteil über den Zustand, sondern über die Nachfrage: Diese Dinge sind neu so günstig oder so verbreitet, dass niemand dafür durch die halbe Stadt fährt. Der richtige Weg dafür heißt verschenken statt verkaufen, und zwar mit Abholung und ohne Preisverhandlung. Ein Test, der schnell Klarheit schafft: Such selbst nach demselben Artikel und sieh nach, ob es abgeschlossene Anzeigen dazu gibt. Findest du nur Angebote und keine Bewegung, ist der Markt die Antwort.

Steuerlich passiert beim Kellerinhalt praktisch nichts

Die häufigste Sorge beim großen Ausräumen ist unbegründet. Gegenstände des täglichen Gebrauchs sind von der Besteuerung privater Veräußerungsgeschäfte ausdrücklich ausgenommen — Waschmaschine, Sofa, Fahrrad, Handy, Kinderwagen fallen darunter, und zwar auch dann, wenn du sie mit Gewinn verkaufst, was ohnehin selten vorkommt. Anders liegt es bei Wertgegenständen, die zur Wertsteigerung taugen: Schmuck, Sammlungen, Edelmetalle, Kunst. Dort greift § 23 EStG mit einer Jahresfrist zwischen Kauf und Verkauf, und Gewinne bleiben steuerfrei, solange sie im Kalenderjahr zusammen unter 1.000 Euro bleiben. Wer eine geerbte Münzsammlung auflöst, sollte also anders rechnen als jemand, der den Keller leert. Praktisch bedeutet das für den normalen Hausrat: Du musst weder Belege sammeln noch Verkäufe aufschreiben, egal wie viele Kisten am Ende zusammenkommen. Bei den genannten Wertgegenständen dagegen lohnt eine kurze Notiz mit Kaufdatum und Verkaufspreis, weil die Jahresfrist sonst später niemand mehr nachvollziehen kann. Das ist der übliche Rahmen und keine Steuerberatung für deinen Einzelfall.

Häufige Fragen

Wie viel ist mein altes Handy noch wert?

Das hängt an drei Dingen: Modell, Speichergröße und Akkuzustand. Sieh dir an, wofür dasselbe Modell mit derselben Speichergröße gerade angeboten wird, und zieh etwas ab, wenn Displaykratzer oder ein schwacher Akku dazukommen. Notiere den Batteriezustand in Prozent — diese eine Angabe erspart dir die Hälfte aller Rückfragen.

Lohnt es sich, Kleinkram für unter zehn Euro einzustellen?

Einzeln selten, als Bündel schon. Fünf Bücher derselben Reihe, ein Karton Legosteine, drei Kinderjacken in derselben Größe: Sammelanzeigen sind für Käufer attraktiver und für dich eine Übergabe statt fünf. Alles, was auch als Bündel unter zehn Euro bleibt, ist schneller verschenkt als verkauft.

Muss ich Verkäufe in der Steuererklärung angeben?

Beim Verkauf normaler Haushaltsgegenstände nicht, weil Gegenstände des täglichen Gebrauchs von den privaten Veräußerungsgeschäften ausgenommen sind. Relevant wird es bei Schmuck, Sammlungen oder Edelmetallen, die du innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit Gewinn abgibst. Bei größeren Beträgen fragst du besser einmal beim Steuerberater nach.

Was ist mit Sachen, die noch original verpackt sind?

Die schreibst du auch genau so hin: „ungeöffnet, Originalfolie" ist eines der wenigen Merkmale, für die Käufer nachweislich mehr zahlen. Fotografiere die Verpackung von allen Seiten samt Etikett. Und öffne den Karton nicht für ein besseres Foto — genau der ungeöffnete Zustand ist hier das Verkaufsargument.

Sechs Schubladen, ein Nachmittag, und der Keller ist Geld statt Lagerfläche

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Weiterführend

Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.