Kleiderschrank ausmisten
Räum den Schrank komplett leer, leg alles aufs Bett und sortiere in drei Stapel: bleibt, geht, unsicher. Der Stapel „unsicher“ kommt in eine Kiste mit Datum. Verkaufen lohnt sich bei Marken, Größen jenseits der Standardgrößen und bei allem, was mit Etikett oder in gutem Zustand ist.
Erst leer räumen, dann entscheiden
Solange die Sachen hängen, entscheidest du gegen den Schrank und nicht über die Kleidung. Alles raus, auch die Schublade mit den Socken, auch die Kiste oben drauf. Auf dem leeren Boden siehst du zum ersten Mal, wie viele schwarze Shirts du besitzt. Sortiere danach in genau drei Stapel und leg jedes Teil einmal an, bei dem du zögerst — nicht ansehen, anziehen. Kleidung, die im Spiegel funktioniert, aber beim Hinsetzen zwickt, wird nie getragen. Wer den Schrank nicht an einem Stück schafft, nimmt die Bügel-Methode: Alle Bügel für ein halbes Jahr verkehrt herum einhängen und nach dem Tragen richtig herum zurück. Was nach sechs Monaten noch falsch herum hängt, hast du in einer kompletten Saison nicht gebraucht. Das ist die ehrlichste Statistik über den eigenen Kleiderschrank, die du bekommen kannst.
Was sich verkaufen lässt und was nicht
Verkaufen funktioniert bei drei Gruppen zuverlässig: bekannte Marken in gutem Zustand, Spezialkleidung wie Skianzüge, Trachten, Umstandsmode, Anzüge und Abendkleider, und Kinderkleidung im Bündel nach Größe. Fast nie verkauft sich einfache Basismode ohne Marke, ausgewaschene Shirts und alles mit Flecken oder Pilling. Das ist keine Frage des Preises, sondern der Konkurrenz: Von weißen T-Shirts gibt es Tausende Anzeigen, von einem Dirndl in Größe 44 zwanzig. Was du anbietest, braucht drei Angaben, sonst folgt die Nachfrage: Marke, Größe laut Etikett und Maße im flach ausgelegten Zustand, also Schulter, Brust, Länge. Konfektionsgrößen fallen je nach Hersteller unterschiedlich aus, und genau daran scheitern die meisten Kleiderverkäufe. Fotografiere auf einem Bügel vor einer glatten Wand bei Tageslicht, nicht auf dem Bett.
Sobald der Stapel „geht“ sortiert ist, [schreib die erste Bündel-Anzeige mit Größe und Maßen](/anzeige/neu?kategorie=kleidung&thema=groesse-und-masse) — die Maße sparen dir zehn Nachfragen. Anzeige aufgeben
Bündeln ist bei Kleidung fast immer besser
Einzelne Shirts für drei Euro bringen weder Geld noch Freude — der Aufwand für Foto, Chat und Versand ist derselbe wie bei einem Mantel für 60 Euro. Bündle deshalb nach einem klaren Kriterium: gleiche Größe, gleiche Saison, gleiche Zielgruppe. „Damen Größe 38, Sommer, 12 Teile, alle getragen, keine Flecken“ verkauft sich besser als zwölf Einzelanzeigen und kostet dich einen Bruchteil der Zeit. Bei Kinderkleidung ist das Bündel sogar der übliche Weg, weil Eltern schnell eine ganze Größe brauchen. Nenne die Stückzahl, die Größe und einen Gesamtpreis, und schreib dazu, wenn einzelne Teile Gebrauchsspuren haben. Ein Paket mit 20 Teilen, bei dem zwei Teile getragen aussehen, verkauft sich weiter — eines, bei dem es der Käufer erst zu Hause merkt, führt zur Rückfrage und zur schlechten Erfahrung auf beiden Seiten.
Der Rest: Altkleider, Givebox, Sozialkaufhaus
Was nicht verkäuflich ist, ist deshalb noch kein Müll. Tragbare Kleidung gehört in die Altkleidersammlung, in eine Givebox oder ins Sozialkaufhaus, das für Menschen mit Berechtigungsschein günstig abgibt. Seit Anfang 2025 müssen Alttextilien EU-weit getrennt gesammelt werden, sie gehören also nicht mehr in den Restmüll — auch nicht die zerschlissenen. Für kaputte Textilien gibt es Sammelstellen, die sie zu Putzlappen und Dämmstoff verarbeiten. Bring Kleidung sauber und trocken in verschlossenen Säcken, feuchte Ware verdirbt den ganzen Sack. Schuhe paarweise zusammenbinden, sonst finden sie sich nie wieder. Und ein Punkt, der oft vergessen wird: Durchsuche vorher alle Taschen. In Jacken tauchen regelmäßig Schlüssel, Ausweise und Bargeld auf, und nach der Abgabe sind sie weg.
Häufige Fragen
Wie viel bekomme ich für gebrauchte Kleidung?
Bei Standardmarken liegt der übliche Rahmen bei einem kleinen Bruchteil des Neupreises, bei gefragten Marken und wenig getragener Ware deutlich darüber. Realistisch wird es, wenn du nach verkauften Angeboten derselben Marke und Größe suchst, nicht nach den Wunschpreisen, die gerade online stehen. Spezialkleidung hält ihren Wert am besten.
Muss ich Löcher und Flecken in der Anzeige nennen?
Ja, und zwar mit Foto der Stelle. Ein genannter Fleck kostet ein paar Euro, ein entdeckter kostet den ganzen Verkauf und meistens auch die Rückabwicklung. Formuliere sachlich: „Kleiner Fleck am linken Ärmel, siehe Bild 3“. Käufer, die den Hinweis lesen und trotzdem kaufen, melden sich hinterher nicht mehr.
Wie verschicke ich Kleidung am günstigsten?
In einem Polybeutel oder einem gebrauchten Karton als Päckchen. Kleidung ist leicht, deshalb entscheidet meist das Volumen. Drück die Luft heraus, wickle das Teil eng und wiege das fertige Paket, bevor du das Porto buchst. Zu klein gebuchtes Porto führt zu Nachforderungen, die den Gewinn auffressen.
Was tue ich mit Kleidung, die nur ich schön finde?
Behalten, wenn du sie trägst — sonst weg. Der Markt ist kein Urteil über deinen Geschmack, sondern über Nachfrage. Ein Einzelstück, für das sich niemand meldet, gehört in die Givebox statt in eine Anzeige, die drei Monate steht. Dort findet es schneller jemanden, dem es genauso gefällt wie dir.