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Kaminofen: der teuerste und der billigste Monat

Am teuersten sind gebrauchte Kaminöfen im Oktober und November, am günstigsten zwischen April und Juni. Der Auslöser ist der erste kalte Abend, nicht das Datum. Wer verkauft, ist im September online. Wer kauft, wartet bis zum Frühjahr — und klärt vorher zwei Dinge: Baujahr und Schornsteinfeger.

Der Preis folgt der ersten Kältewelle

Zwischen Mai und September fragt kaum jemand nach einem gebrauchten Ofen. Wer dann verkauft, verkauft an Leute, die planen — und Planer verhandeln. Sobald die erste Nacht unter null Grad gemeldet wird, dreht sich das um: Dann suchen Menschen, die frieren, und Frieren verhandelt nicht. Genau deshalb liegen zwischen dem Frühjahrs- und dem Herbstpreis desselben Ofens oft mehrere hundert Euro. Für Verkäufer folgt daraus ein enges Fenster: Anfang bis Mitte September einstellen, dann bist du online, bevor die Suche anspringt, und hast noch Zeit für die Abwicklung. Für Käufer gilt das Gegenteil: Im April und Mai steht dieselbe Ware zum halben Preis, weil viele Öfen bei Heizungswechseln, Umbauten und Haushaltsauflösungen anfallen und niemand sie im Sommer sehen will. Beide Seiten spielen dasselbe Spiel, nur von verschiedenen Enden.

Baujahr und Typenschild entscheiden über den Wert

Seit den Stufen der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes gelten für ältere Einzelraumfeuerungsanlagen Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid; für Öfen, die zwischen 1995 und dem 21. März 2010 errichtet wurden, endete die Übergangsfrist am 31. Dezember 2024. Betroffene Geräte mussten nachgerüstet, ausgetauscht oder stillgelegt werden. Für den Gebrauchtmarkt heißt das ganz praktisch: Ein Ofen ohne nachweisbares Baujahr ist schwer verkäuflich, und ein sehr alter Ofen ist oft nur noch als Deko oder Ersatzteilspender etwas wert. Fotografiere deshalb das Typenschild und nenne Hersteller, Modell, Baujahr und Nennwärmeleistung in Kilowatt. Wenn eine Prüfbescheinigung oder ein Messprotokoll existiert, leg sie dazu. Käufer prüfen das inzwischen als Erstes. Das beschreibt die übliche Rechtslage und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

Wenn der Ofen ohnehin raus soll, entscheidet der Monat über mehrere hundert Euro — [stell ihn im September mit Typenschild-Foto ein](/anzeige/neu?kategorie=heizen&thema=kaminofen-verkaufen). Anzeige aufgeben

Vor dem Kauf gehört ein Anruf beim Schornsteinfeger

Ob ein bestimmter Ofen an deinem Schornstein betrieben werden darf, entscheidet nicht der Verkäufer und nicht der Katalog, sondern die Abnahme durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger. Er prüft, ob der Zug ausreicht, ob die Mehrfachbelegung zulässig ist, ob Abstände zu brennbaren Bauteilen eingehalten sind und ob das Gerät zu deiner Situation passt. Dieser Anruf kostet nichts und erspart im schlimmsten Fall einen kompletten Fehlkauf samt Transport. Frag vorher nach der Nennwärmeleistung, die zu deinem Raum passt — ein zu großer Ofen wird gedrosselt betrieben, qualmt und verrußt die Scheibe. Kläre außerdem, ob ein Anschlussstutzen oben oder hinten benötigt wird, denn das lässt sich nicht immer ändern. Wer diese drei Punkte vor dem Kauf klärt, kauft in der Nebensaison mit deutlich weniger Risiko.

Beim Verkauf ist der Transport das eigentliche Thema

Ein Kaminofen aus Stahl wiegt oft zwischen 80 und 150 Kilogramm, gusseiserne oder speckstein-verkleidete Modelle deutlich mehr. Das ist keine Nebensache, sondern der Punkt, an dem Verkäufe scheitern. Nenne das Gewicht laut Herstellerangabe, schreib, in welchem Stockwerk der Ofen steht, ob er bereits abgebaut ist und ob du beim Tragen hilfst. Sackkarre, Spanngurte und eine zweite Person gehören zur Abholung, und wenn du das in der Anzeige ansprichst, kommen die Leute vorbereitet. Kläre vorher, wer den Ofen vom Rohr trennt — der Abbau erzeugt Ruß, deshalb gehören Folie und Eimer bereit. Verkaufe nie „inklusive Anschluss“, denn das ist die Aufgabe des Käufers und seines Schornsteinfegers. Und rechne die Scheibe zum Zustand: Ein Riss im Sichtfenster ist ein Ersatzteil, kein Totalschaden, aber er gehört in die Anzeige.

Häufige Fragen

Wann kaufe ich einen gebrauchten Kaminofen am günstigsten?

Zwischen April und Juni. Dann fallen Öfen aus Umbauten und Haushaltsauflösungen an, und es sucht kaum jemand. Im Oktober zahlst du für dasselbe Gerät deutlich mehr. Kläre in der Nebensaison aber vorher mit dem Schornsteinfeger, ob der Ofen an deinem Schornstein zulässig ist.

Darf ich einen alten Kaminofen noch verkaufen?

Verkaufen darfst du ihn, betreiben darf ihn der Käufer nur, wenn er die geltenden Grenzwerte einhält oder nachgerüstet wird. Nenne Baujahr und Typenschild ehrlich und schreib dazu, dass die Abnahme Sache des Schornsteinfegers ist. Verschweigen führt zu Rückabwicklungsversuchen und Ärger. Das ist keine Rechtsberatung.

Wie viel Kilowatt braucht mein Ofen?

Das hängt von Raumgröße und Dämmung ab und sagt dir der Schornsteinfeger genauer als jede Tabelle. Zu groß ist der häufigere Fehler als zu klein: Ein überdimensionierter Ofen läuft gedrosselt, verrußt die Scheibe und verbrennt schlecht. Frag deshalb vor der Besichtigung, nicht danach.

Wer baut den Ofen ab?

Regel dich das vorher und schreib es in die Anzeige. Üblich ist, dass der Verkäufer den Ofen abgebaut bereitstellt oder der Käufer ihn mit Hilfe abbaut. Rechne mit Ruß: Folie, Eimer und Handschuhe gehören bereit. Für den Transport braucht ihr Sackkarre, Gurte und eine zweite Person.

Im September inserieren, im Oktober verkaufen

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.