Grill kaufen und verkaufen
Grills verkaufst du zwischen Ostern und Mitte Juni und kaufst sie ab September. Die erste Nachfragewelle kommt mit dem ersten Grillwetter im Frühjahr, nicht im Hochsommer. Ab September stehen dieselben Geräte wieder online, weil Terrasse und Keller leer werden sollen — und diesmal ohne Konkurrenz um jeden Kugelgrill.
Der Markt startet mit dem ersten Grillwetter, nicht im Juli
Sobald ein Wochenende im März oder April die fünfzehn Grad reißt, füllt sich die Suche nach Gasgrill, Kugelgrill und Smoker. Das ist keine ausgedachte Saison, sondern der Moment, in dem die Leute wieder draußen stehen und merken, dass der Rost durchgerostet ist. Wer dann online ist, verkauft. Für dich heißt das: Die Anzeige geht im März raus, nicht wenn im Juli die Grillkohle knapp wird. Fotografiere den Grill sauber, aber nicht steril — ein benutztes Gerät mit ehrlichem Bild wirkt glaubwürdiger als ein Herstellerfoto, und fremdes Bildmaterial hat in einer Privatanzeige ohnehin nichts verloren. Mach Aufnahmen vom geöffneten Deckel, von den Brennern und von der Unterseite. Dort sieht man den Zustand zuerst, und dort schaut jeder Käufer als Erstes hin, sobald er vor dem Gerät steht.
Im Herbst bekommst du das Gerät, das im Mai keiner hergab
Ab September dreht sich die Richtung. Wer umzieht, die Terrasse aufgibt oder auf ein anderes System umsteigt, will den Grill vor dem Winter weghaben, und die Zahl der Interessenten ist überschaubar. Für Käufer ist das die Zeit für die Geräte, die im Frühjahr sofort weg sind: Gasgrills mit mehreren Brennern, Keramikgrills, Smoker mit Seitenkammer. Rechne damit, dass gebrauchte Grills im Herbst häufig ungereinigt angeboten werden. Das ist Verhandlungsmasse, kein Ausschlussgrund — eine Stunde Arbeit mit Grillreiniger und Drahtbürste ändert nichts am Materialwert. Als Verkäufer wiederum lohnt es sich, im Herbst nicht den Mai-Preis zu verlangen, sondern ehrlich zu rechnen: Ein Gerät, das über den Winter unter einer Plane im Freien steht, verliert mehr, als der Nachlass im Oktober ausmacht.
Wenn dein Grill den nächsten Sommer ohnehin nicht mehr erlebt, stell ihn jetzt ein, solange die Suche gerade anzieht — eine Grillanzeige ist in wenigen Minuten fertig. Anzeige aufgeben
Gasflasche: Pfand oder Eigentum ist nicht dasselbe
Beim Gasgrill hängt an der Anzeige fast immer die Frage nach der Flasche. Es gibt zwei Sorten. Eigentumsflaschen gehören dir und dürfen mitverkauft werden. Pfand- oder Tauschflaschen bleiben Eigentum des Gasanbieters; die kannst du nicht verkaufen, weitergeben lässt sich höchstens der Pfandbeleg, und auch das nur bei einer persönlichen Übergabe. Verschickt wird eine gefüllte Flasche nie, denn Flüssiggas ist Gefahrgut und in den Beförderungsbedingungen der Paketdienste ausgeschlossen. Schreib deshalb in die Anzeige, was tatsächlich dabei ist: Flasche voll, teilweise gefüllt, leer oder gar nicht dabei, dazu Druckminderer und Schlauch. Auf Gasschläuchen steht in der Regel ein Herstellungsdatum; nenn es, denn Schläuche altern und werden regelmäßig getauscht. Das gibt die übliche Rechtslage wieder und ist keine Beratung für deinen Einzelfall.
Vier Angaben, dann der Zustand im Klartext
Entscheidend sind Marke und Modell, Grillfläche in Zentimetern, Anzahl der Brenner oder Kesseldurchmesser und das Baujahr. Danach kommt der Zustand, getrennt nach Bauart. Beim Gasgrill: Zünden alle Brenner, ist eine Brennerabdeckung durchgebrannt, wie sieht die Fettauffangschale aus. Beim Kohlegrill: Ist die Kohleschale durchgerostet, schließt der Deckel dicht, lassen sich die Lüftungsschieber bewegen. Beim Pelletgrill zusätzlich die Elektronik — Display, Förderschnecke, Temperaturfühler. Nenne, welches Zubehör mitgeht: Abdeckhaube, Pizzastein, Rotisserie, zweiter Rost. Und schreib, ob es für dein Modell noch Ersatzteile gibt. Bei den verbreiteten Marken ist das ein echtes Kaufargument, bei Baumarkt-Eigenmarken nach ein paar Jahren oft nicht mehr. Ein Satz genügt: Rost und Brenner sind Verschleißteile, für dieses Modell aber noch erhältlich.
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt, einen Grill zu verkaufen?
Zwischen Ostern und Mitte Juni. Die Suche startet mit dem ersten warmen Wochenende, oft schon im März, und läuft bis in den Frühsommer. Ab Juli wird es ruhiger, ab Oktober verkaufst du nur noch mit deutlichem Abschlag. Stell die Anzeige also lieber zwei Wochen zu früh online als zwei zu spät.
Kann ich die Gasflasche einfach mitverkaufen?
Nur, wenn es eine Eigentumsflasche ist. Pfand- und Tauschflaschen gehören dem Gasanbieter, du gibst höchstens den Pfandbeleg weiter. Schreib in die Anzeige, welche Sorte du hast und ob sie gefüllt ist. Verschicken darfst du eine gefüllte Flasche in keinem Fall, das ist Gefahrgut und bei den Paketdiensten ausgeschlossen.
Lohnt sich ein ungereinigter Grill?
Meistens ja. Fett und Ruß sagen wenig über den Zustand aus, entscheidend sind Rost an der Kohleschale, durchgebrannte Brenner und ein verzogener Deckel. Schau dir die Unterseite an und heb den Rost heraus. Ein verdreckter, aber intakter Grill ist der bessere Kauf als ein blitzblankes Gerät mit Löchern im Kessel.
Wie transportiere ich einen großen Gasgrill?
Zerlegt oder auf einem Anhänger. Nimm Rost, Flavorizer und Fettschale heraus, sichere den Deckel mit Spanngurt und leg das Gerät nicht auf die Seite, wenn ein Gasschlauch montiert ist. Bei Wagengrills passen selten mehr als der Kessel und das Untergestell einzeln ins Auto. Kläre das vor dem Termin schriftlich.