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Der Black-Friday-Effekt auf Gebrauchtpreise

Der Black Friday drückt die Gebrauchtpreise für Elektronik für etwa zwei bis drei Wochen. Wer verkaufen will, ist vorher fertig, spätestens Anfang November. Wer kaufen will, wartet die Rabattwoche ab und schaut danach in die Anzeigen: Dann trennen sich die Leute von den Geräten, die sie gerade ersetzt haben.

Der Termin ist jedes Jahr berechenbar

Black Friday ist der Freitag nach Thanksgiving, und Thanksgiving liegt in den USA auf dem vierten Donnerstag im November. Der Termin fällt damit immer zwischen den 23. und den 29. November, der Cyber Monday auf den Montag danach. In Deutschland hat sich daraus eine Rabattphase entwickelt, die inzwischen die ganze zweite Novemberhälfte umfasst. Für den Gebrauchtmarkt ist das planbar: Du weißt im Sommer, in welcher Woche im November dein Fernseher, dein Kopfhörer oder deine Konsole am schwersten zu verkaufen sein wird. Setz deinen Verkaufstermin entsprechend davor. Anfang bis Mitte November ist die letzte ruhige Phase, in der der Neupreis noch als Vergleichsanker taugt. Danach vergleicht jeder Interessent deine Anzeige nicht mehr mit dem Listenpreis, sondern mit dem Aktionspreis, den er gerade auf dem Handy offen hat.

Warum der Neupreis den Gebrauchtpreis mitzieht

Gebrauchtpreise hängen an einem Anker, und dieser Anker ist der aktuelle Neupreis. Sinkt er um dreißig Prozent, verschiebt sich die Zahlungsbereitschaft für ein gebrauchtes Gerät mit. Am stärksten zeigt sich das bei Massenware mit klarer Modellnummer: Kopfhörer, Fernseher, Tablets, Spielkonsolen, Saugroboter, Küchenmaschinen. Bei Nischenprodukten und Sammlerstücken passiert wenig, weil es dort keinen Aktionspreis gibt, mit dem sich vergleichen ließe. Für dich heißt das konkret: Ein zwei Jahre altes Tablet stellst du im Oktober ein, nicht am 25. November. Und wenn du in der Rabattphase doch verkaufen musst, nimm den Aktionspreis in deine eigene Argumentation auf, statt ihn zu ignorieren. Ein Satz wie „aktuell neu für X, hier mit Restgarantie und Originalkarton für Y“ ist ehrlicher und wirksamer als ein Preis, den jeder mit zwei Klicks widerlegt.

Wenn dein altes Gerät ohnehin weg soll, bring es im Oktober online, bevor die Rabattphase den Vergleichspreis verschiebt. Anzeige aufgeben

Rabatt prüfen statt glauben

Seit dem 28. Mai 2022 gilt § 11 der Preisangabenverordnung: Wer mit einer Preisermäßigung wirbt, muss den niedrigsten Gesamtpreis angeben, den er in den letzten dreißig Tagen vor der Ermäßigung verlangt hat. Das ist der Grund, warum viele Aktionspreise inzwischen zwei Zahlen tragen. Für dich als Privatverkäufer ist das kein Pflichtenkatalog, sondern ein Werkzeug: Du kannst nachvollziehen, ob ein Neupreis im November tatsächlich gefallen ist oder ob nur der Streichpreis aufgeblasen wurde. Wenn dein Interessent mit einem angeblichen Aktionspreis argumentiert, lohnt der Blick auf diese Angabe. Umgekehrt gilt für dich: Erfundene Streichpreise in einer privaten Anzeige sind schlechter Stil und bringen dir Ärger statt Käufer. Nenne den Neupreis als Tatsache oder gar nicht. Das beschreibt die geltende Rechtslage und ist keine Rechtsberatung.

Nach dem Wochenende beginnt die Käuferzeit

Ende November und in der ersten Dezemberhälfte passiert das Gegenteil: Wer sich ein neues Gerät gekauft hat, stellt das alte ein. Die Anzeigenzahl steigt, die Zahl der Käufer bleibt gleich, und die Preise geben nach. Wenn du kaufst, ist das dein Fenster — besonders für die Modellgeneration, die gerade abgelöst wurde und funktional oft identisch ist. Frag in dieser Phase konsequent nach dem Kaufbeleg, denn Geräte aus einer Aktion sind häufig erst wenige Wochen alt und haben Restgarantie. Prüf bei Konsolen und Handys, ob das Gerät zurückgesetzt und aus den Herstellerkonten abgemeldet wurde. Und lass dich nicht von der Formulierung „neu, nur ausgepackt“ blenden: Das kann stimmen, heißt aber ohne Beleg trotzdem, dass du privat kaufst und die Gewährleistung ausgeschlossen ist.

Häufige Fragen

Soll ich meine Elektronik vor oder nach Black Friday verkaufen?

Vorher. Anfang bis Mitte November ist die letzte Phase, in der der reguläre Neupreis als Vergleich zählt. In der Rabattwoche vergleicht jeder Interessent mit dem Aktionspreis, und im Dezember steigt zusätzlich die Zahl der Angebote, weil viele ihr altes Gerät nach dem Neukauf einstellen.

Wann ist Black Friday genau?

Immer am Freitag nach Thanksgiving, also nach dem vierten Donnerstag im November. Das Datum liegt damit zwischen dem 23. und dem 29. November, der Cyber Monday auf dem Montag darauf. In Deutschland zieht sich die Rabattphase inzwischen über die zweite Novemberhälfte, teilweise über den ganzen Monat.

Sind Gebrauchtpreise im Dezember wirklich niedriger?

Bei Massenelektronik ja, bei Nischen- und Sammlerartikeln kaum. Der Effekt entsteht dadurch, dass der gesunkene Neupreis den Vergleichsanker verschiebt und gleichzeitig mehr Altgeräte auf den Markt kommen. Wer ein bestimmtes Modell sucht, hat in der ersten Dezemberhälfte die beste Auswahl.

Wie erkenne ich einen echten Rabatt?

An der Pflichtangabe zum niedrigsten Preis der letzten 30 Tage. Diese Angabe schreibt § 11 PAngV seit Mai 2022 vor. Steht dort fast derselbe Betrag wie der Aktionspreis, war der Streichpreis vor allem Dekoration. Für deine eigene Preisfindung ist die Zahl aus den letzten 30 Tagen der brauchbarere Anker.

Das abgelöste Gerät verliert jede Woche, in der es in der Schublade liegt

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.