Versand oder Abholung
Abholung ist bequemer und sicherer. Versand vergrößert den Kreis der Käufer von zwanzig Kilometern auf ganz Deutschland. Welches von beidem richtig ist, hängt fast nur an der Größe und am Wert.
Die einfache Rechnung
Versand lohnt sich, wenn die Ware klein genug für ein Paket ist und teuer genug, dass die Portokosten nicht ins Gewicht fallen. Als grobe Grenze: Unter zwanzig Euro Warenwert frisst das Porto den Verkauf, über fünfzig Euro spielt es kaum noch eine Rolle.
Alles, was nicht in ein Paket passt — Möbel, Geräte, Fahrräder, Reifen —, wird abgeholt. Speditionsversand gibt es, kostet aber schnell mehr als die Sache wert ist.
Wer zahlt, und wer trägt das Risiko
Beim Privatverkauf gilt: Wenn nichts anderes vereinbart ist, trägt der Käufer die Versandkosten, und mit der Übergabe an den Paketdienst geht die Gefahr auf ihn über. Kommt das Paket nicht an, ist das rechtlich sein Problem, nicht deins — anders als beim Kauf bei einem Händler, wo der Händler das Risiko trägt.
Praktisch hilft dir das wenig, wenn der Käufer wütend ist und schlecht über dich redet. Deshalb: versichert versenden, Sendungsnummer schicken, Einlieferungsbeleg aufheben. Das kostet zwei Euro mehr und erspart die gesamte Diskussion.
Das ist eine Beschreibung der üblichen Rechtslage, keine Rechtsberatung. Wenn es um Geld geht, das dir wehtut, frag jemanden, der dafür haftet.
Ordentlich verpacken ist Teil des Verkaufs
- Der Karton darf nicht der Originalkarton der Ware sein — der ist bei Elektronik oft Teil des Werts
- Nichts darf sich im Paket bewegen, wenn man es schüttelt
- Zerbrechliches gehört in die Mitte, mit Polster an allen sechs Seiten
- Ein Zettel mit deinem Namen ins Paket, für den Fall, dass das Etikett abreißt
Abholung: Was du vorher klärst
- Wann genau — nicht „irgendwann Samstag“
- Ob die Sache getragen werden muss und ob jemand mit anfassen kann
- Ob es in ein Auto passt: Maße nennen, bevor jemand vierzig Kilometer fährt
- Dass bar gezahlt wird, und in welcher Größenordnung von Scheinen
Häufige Fragen
- Muss ich versenden, wenn der Käufer das will?
- Nein. Was in der Anzeige steht, gilt: Wenn dort „nur Abholung“ steht, ist das die Bedingung deines Angebots.
- Was ist mit unversichertem Versand als Warensendung?
- Möglich, aber du hast bei Verlust keinen Nachweis, dass du überhaupt eingeliefert hast. Bei Sachen über zwanzig Euro ist das den Aufpreis nicht wert.
- Wer trägt die Kosten, wenn der Käufer zurückschicken will?
- Beim Privatverkauf gibt es kein Widerrufsrecht — du musst also gar nicht zurücknehmen. Nimmst du freiwillig zurück, klärt ihr die Kosten miteinander, vorher.
Stand: 2026-08-24