Gebrauchtes in deiner Nähe
Am nächsten dran bist du, wenn Anzeige und Suche denselben Ort nennen. Wer den Ortsnamen in den Titel schreibt, taucht in der kurzen Trefferliste auf, in der tatsächlich gekauft wird. Wer ihn weglässt, steht in der langen. Das gilt für beide Seiten: für Käufer, die filtern, und für Verkäufer, die gefunden werden wollen.
Nähe misst sich in Minuten, nicht in Kilometern
Zwanzig Kilometer über die Autobahn sind eine Viertelstunde. Dieselben zwanzig Kilometer über Landstraße mit drei Ortsdurchfahrten sind vierzig Minuten, und mit einem Regal auf der Rückbank werden fünfzig daraus. Stell deinen Suchradius deshalb nach Fahrzeit ein, nicht nach einer runden Zahl. Rund um eine Großstadt enthält ein Radius von 30 Kilometern oft mehr Angebote, als du an einem Samstag abfahren kannst. Rund um einen Ort in dünn besiedelter Gegend enthält derselbe Radius manchmal drei Treffer. Fang deshalb eng an und weite erst, wenn die Liste zu kurz wird. Bei allem, was sperrig ist, rechnest du den Rückweg getrennt: Beladen fährt sich anders, und ein zweiter Sitzplatz geht verloren. Und bei allem, was zu zweit getragen werden muss, ist die wichtigste Frage nicht die Entfernung, sondern ob jemand mitkommt.
Der Ortsname gehört in den Titel, nicht nur ins Ortsfeld
Eine Portalsuche liest den Titel anders als ein Formularfeld, und Google liest ihn zuerst. „Esstisch Eiche massiv, 180 cm, Bonn-Beuel“ wird gefunden, wenn jemand nach Esstisch Bonn sucht. Derselbe Tisch ohne Ort im Titel taucht auch auf, aber weiter unten. Schreib den Ort so hin, wie Leute ihn eingeben: die Stadt, bei größeren Städten zusätzlich den Stadtteil. Kleine Gemeinden nennst du zusammen mit der nächstgrößeren Stadt, weil kaum jemand nach dem Namen eines Dorfes mit 900 Einwohnern sucht — „Bad Honnef, 20 Minuten von Bonn“ hilft mehr als der Ortsname allein. Was nicht in den Titel gehört, ist deine Straße mit Hausnummer. Der Stadtteil zeigt genug Nähe und verrät nicht, wo genau ein Fernseher steht. Die Adresse gibst du weiter, wenn ein Termin steht.
Wenn du selbst etwas abzugeben hast, gehört der Ort in die erste Zeile — [leg deine Anzeige gleich mit Stadt und Stadtteil im Titel an](/anzeige/neu?thema=ortsangabe), dann steht sie in der kurzen Liste statt in der langen. Anzeige aufgeben
Rechne die Fahrt gegen die Ersparnis
Eine Abholung kostet Sprit, Zeit und manchmal einen Mietwagen. Bevor du 60 Kilometer für ein Fahrrad fährst, das 30 Euro günstiger ist als das im Nachbarort, zähl zusammen: Hinweg, Rückweg, ein halber Samstag und das Risiko, dass das Rad vor Ort doch nicht passt. Bei kleinen Beträgen gewinnt fast immer das nähere Angebot. Bei großen Beträgen dreht es sich um. Für ein Cello, eine Werkbank oder ein gutes Ledersofa lohnen zwei Stunden Fahrt, weil dasselbe Stück in deiner Stadt womöglich ein halbes Jahr lang nicht wieder auftaucht. Die Faustregel dahinter ist einfach: Je seltener die Sache, desto größer darf der Radius sein. Je alltäglicher sie ist, desto kleiner. Ein Kinderfahrrad findest du in zehn Kilometern Umkreis, einen Röhrenverstärker eher in hundert.
Bei der Übergabe fallen Zahlung und Risiko zusammen
Vor Ort gibt es nur eine saubere Reihenfolge: prüfen, zahlen, mitnehmen — im selben Moment. Sobald die Sache in deinen Händen ist, trägst du das Risiko dafür. Genau das steht in § 446 BGB: Mit der Übergabe geht die Gefahr des zufälligen Untergangs auf den Käufer über. Wenn der Spiegel auf dem Rückweg im Kofferraum bricht, ist das dein Problem und nicht das des Verkäufers. Deshalb prüfst du vorher und nicht im Auto. Schalte Elektrogeräte ein, roll das Fahrrad zehn Meter, klapp die Couch auf, zieh eine Schublade heraus. Was dir dabei auffällt, lässt sich noch besprechen. Was dir danach auffällt, gehört dir. Umgekehrt gilt für Verkäufer: Prüfen lassen ist kein Risiko, sondern der beste Schutz vor späteren Diskussionen. Das ist der Regelfall, kein Rechtsrat für deinen Einzelfall.
Häufige Fragen
Wie groß soll ich den Suchradius einstellen?
Fang bei zehn Kilometern an und weite erst, wenn zu wenig kommt. Enge Radien liefern kurze Listen, und kurze Listen arbeitest du wirklich ab. Bei seltenen Stücken kannst du direkt auf hundert Kilometer gehen, weil dort ohnehin kein zweites Angebot nachrückt und die Fahrt sich über die Verfügbarkeit rechnet.
Muss ich meine Adresse in die Anzeige schreiben?
Nein, und du solltest es nicht. Stadt und Stadtteil reichen, damit Interessenten die Entfernung einschätzen können. Die genaue Adresse schickst du erst, wenn ein Termin fest steht. Wer vorher darauf besteht, hat selten Kaufinteresse, sondern möchte wissen, wo etwas Wertvolles steht und wann niemand zu Hause ist.
Kann ich vor Ort noch über den Preis reden?
Ja, aber nur über das, was du vorher nicht sehen konntest. Stand der Kratzer auf den Fotos, ist er kein Argument mehr. Findest du etwas Neues, nenne einen konkreten Betrag statt „geht da noch was“. Wer zwei Stunden auf dich gewartet hat, reagiert auf eine Zahl deutlich besser als auf eine offene Frage.
Lohnt sich eine weite Fahrt für ein günstiges Möbelstück?
Selten. Sprit, Zeit und ein möglicher Mietwagen fressen 40 Euro Ersparnis meist auf. Anders liegt es bei Stücken, die es in deiner Umgebung schlicht nicht gibt, etwa einem bestimmten Designklassiker oder einer alten Werkbank. Dann bezahlst du mit der Fahrt keine Ersparnis, sondern die Tatsache, dass es das Stück überhaupt gibt.