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Sozialkaufhäuser finden

Sozialkaufhäuser findest du über Diakonie, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, örtliche Beschäftigungsträger und die Sozialseite deiner Stadtverwaltung. Sie nehmen gut erhaltene Möbel, Hausrat, Kleidung und Elektrogeräte an, meist nach Absprache und oft mit Abholung. Was defekt ist, nehmen sie nicht: Sie verkaufen weiter, sie entsorgen nicht.

Wer diese Häuser betreibt und wofür sie da sind

Hinter fast jedem Sozialkaufhaus steht ein gemeinnütziger Träger oder ein kommunales Beschäftigungsprojekt. Das Haus hat zwei Aufgaben gleichzeitig: Es verkauft gebrauchte Sachen zu niedrigen Preisen, und es schafft Arbeitsplätze für Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt schwer unterkommen — im Verkauf, in der Abholung, in der Aufbereitung. Manche Häuser stehen allen offen, andere verkaufen nur an Menschen mit einem Berechtigungsschein, etwa bei Bezug von Bürgergeld oder Grundsicherung. Das steht auf der jeweiligen Seite oder hängt an der Tür. Für dich als Abgeber ist der Unterschied unwichtig, für dich als Käufer schon. Such nach dem Namen deiner Stadt zusammen mit Sozialkaufhaus, Möbelbörse, Kleiderkammer oder Gebrauchtwarenhaus — die Häuser heißen selten gleich, und viele tauchen unter regionalen Namen auf, die man kennen muss.

Angenommen wird, was ohne Werkstatt weiterverkauft werden kann

Die Grenze verläuft nicht zwischen alt und neu, sondern zwischen brauchbar und nicht brauchbar. Angenommen werden meist: Schränke, Tische, Stühle, Kommoden, Regale, Geschirr, Töpfe, Kleingeräte, Fahrräder, Bettwäsche, Kinderkleidung, Bücher. Elektrogroßgeräte nehmen viele Häuser nur, wenn sie funktionieren, weil sie vor dem Verkauf geprüft werden müssen. Regelmäßig abgelehnt werden Matratzen und Polsterware mit Flecken, Einbauküchen, Sperrholzmöbel, die eine Demontage nicht überstehen, sowie alles, was riecht. Ein durchgesessenes Sofa nimmt niemand, eine gut erhaltene Eckbank sofort. Wenn du unsicher bist, schick zwei Fotos per Mail — das dauert fünf Minuten und ist die verlässlichste Auskunft. Wer ungefragt vor der Tür ablädt, verursacht dem Haus Entsorgungskosten und blockiert die Fläche für Sachen, die tatsächlich verkauft werden können.

Für alles, was ein Haus aus Platzgründen ablehnt, gibt es oft trotzdem Interessenten — [eine Möbelanzeige mit Maßen und Etage](/anzeige/neu?kategorie=moebel&thema=abholung) findet sie meist im selben Viertel. Anzeige aufgeben

Abholung spart dir den Transporter

Der praktische Vorteil gegenüber jeder anderen Lösung ist der Möbelwagen. Viele Häuser holen im Stadtgebiet ab, teils kostenlos, teils gegen eine Pauschale, die deutlich unter einem Mietwagen liegt. Für die Terminvergabe brauchen sie meist: Fotos, ungefähre Maße, die Etage, ob ein Aufzug vorhanden ist und ob die Möbel bereits zerlegt sind. Rechne mit Vorlauf, gerade zum Monatsende und zu den üblichen Umzugsterminen. Wenn eine ganze Wohnung geräumt wird, sag das gleich dazu: Einige Träger schicken dann ein Team und nehmen alles in einem Durchgang mit, was verwertbar ist. Was sie stehenlassen, bleibt deine Aufgabe — plan die Sperrmüllanmeldung deshalb parallel und nicht danach, sonst steht der Rest wochenlang im Flur und blockiert genau den Weg, über den alles hinausgetragen werden muss.

Spendenquittung: was geht und was nicht

Wenn der Träger als steuerbegünstigt anerkannt ist, kann er dir für eine Sachspende eine Zuwendungsbestätigung ausstellen. Nach § 10b EStG darfst du sie als Sonderausgabe ansetzen. Angesetzt wird nicht der frühere Kaufpreis, sondern der gemeine Wert — also das, was die gebrauchte Sache jetzt noch erzielen würde. Für einen zehn Jahre alten Kleiderschrank sind das keine 800 Euro, sondern ein zweistelliger Betrag. Deshalb braucht die Bestätigung eine nachvollziehbare Beschreibung: Was, wie alt, in welchem Zustand, welcher Wert und wie er geschätzt wurde. Sammelposten wie „drei Säcke Kleidung“ akzeptiert das Finanzamt regelmäßig nicht ohne Einzelaufstellung. Frag beim Abgeben direkt nach der Bestätigung, denn nachträglich wird es mühsam. Das ist die übliche steuerliche Handhabung, keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Holt ein Sozialkaufhaus meine Möbel ab?

Viele tun das im eigenen Stadtgebiet, manche gegen eine kleine Pauschale. Nötig sind Fotos, Maße, Etage und die Information, ob ein Aufzug vorhanden ist. Melde dich früh, besonders zum Monatsende, wenn viele Wohnungen geräumt werden. Nicht verwertbare Stücke bleiben stehen und müssen anders entsorgt werden.

Kann dort jeder einkaufen?

Das hängt vom Träger ab. Ein Teil der Häuser verkauft an alle, ein anderer nur an Menschen mit Berechtigungsschein, etwa bei Bürgergeld oder Grundsicherung. Steht nichts auf der Website, hilft ein Anruf. In Häusern mit offenem Verkauf sind Preise und Auswahl für alle gleich.

Bekomme ich für Möbel eine Spendenquittung?

Wenn der Träger steuerbegünstigt ist, ja. Die Bestätigung muss die Sachen einzeln benennen, mit Alter, Zustand und geschätztem Wert. Angesetzt wird der aktuelle Gebrauchtwert, nicht der frühere Neupreis. Frag beim Abgeben danach, denn im Nachhinein lässt sich der Zustand kaum noch dokumentieren.

Was mache ich mit Sachen, die abgelehnt werden?

Erst eine Anzeige, dann Sperrmüll. Vieles, was ein Kaufhaus aus Platzgründen ablehnt, findet privat trotzdem einen Abnehmer — Einzelstücke ohne Set, Möbel in ungewöhnlichen Maßen, Geräte mit kleinem Defekt. Erst was auch dort niemand will, gehört zur Abfuhr oder auf den Wertstoffhof.

Was gut erhalten ist, verdient einen zweiten Haushalt statt eines Containers

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.