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Software-Lizenzen weiterverkaufen

Gekaufte Software darfst du weiterverkaufen, auch heruntergeladene. Der EuGH hat 2012 im Verfahren UsedSoft gegen Oracle (C-128/11) entschieden, dass sich das Verbreitungsrecht erschöpft, wenn die Lizenz unbefristet gegen ein einmaliges Entgelt eingeräumt wurde und du deine eigene Kopie unbrauchbar machst. Abo-Lizenzen fallen nicht darunter.

Die Bedingungen, unter denen der Weiterverkauf funktioniert

Der Erschöpfungsgrundsatz greift nur unter klaren Voraussetzungen. Der EuGH hat sie in der Sache C-128/11 vom 3. Juli 2012 aufgezählt: Der Rechtsinhaber muss die Kopie im Europäischen Wirtschaftsraum in Verkehr gebracht haben, gegen ein Entgelt, das ihm eine angemessene Vergütung verschafft, und er muss ein zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht eingeräumt haben. Der Bundesgerichtshof hat das 2013 für das deutsche Recht bestätigt und betont, dass der Erstkäufer seine Kopie unbrauchbar machen muss: deinstallieren, Datenträger übergeben oder vernichten, keine Sicherungskopie behalten. Eine Vertragsklausel, die den Weiterverkauf verbietet, läuft in diesen Fällen ins Leere. Was bleibt, ist eine Beweisfrage — der Käufer will sehen, dass die Lizenz echt ist und die Erstinstallation entfernt wurde. Das beschreibt die allgemeine Rechtslage und ist keine Prüfung deines Lizenzvertrags.

Abo, OEM, Volumenlizenz: die drei Fälle, die scheitern

Drei Konstellationen funktionieren nicht. Erstens Abo-Lizenzen: Wer Software monatlich oder jährlich mietet, hat kein unbefristetes Nutzungsrecht, und ohne das gibt es keine Erschöpfung; der Zugang hängt am Konto und lässt sich nicht übertragen. Zweitens Volumenlizenzen: Ein Paket für fünf Arbeitsplätze darfst du nicht in fünf Einzellizenzen zerlegen, weil der EuGH die Aufspaltung eines Lizenzpakets ausdrücklich ausgeschlossen hat — verkaufen darfst du es nur vollständig. Drittens hardwaregebundene Lizenzen: Eine OEM-Version, die mit einem bestimmten Rechner ausgeliefert wurde, wandert nur zusammen mit diesem Rechner weiter. Der getrennte Verkauf des Aufklebers ist der häufigste Grund, warum ein Schlüssel beim Käufer nicht aktiviert. Ein vierter Fall am Rande sind Schlüssel aus Bundles oder aus Regionen mit abweichender Preisstellung; sie fallen bei der Prüfung durch.

Stehen Version, Lizenzart und Zahl der Aktivierungen fest, ist eine Lizenz-Anzeige ohne sichtbaren Schlüssel schnell geschrieben. Anzeige aufgeben

Was du dem Käufer übergeben musst

Der Käufer braucht mehr als eine Zeichenkette. Übergib den Lizenzschlüssel, den Kaufbeleg der Erstanschaffung, die Versionsbezeichnung und eine schriftliche Erklärung, dass du die Software deinstalliert hast und keine Kopie behältst. Diese Erklärung ist in der Praxis das Entscheidende, weil sie der Nachweis ist, den ein Hersteller sehen will, wenn er die Aktivierung prüft. Formulier sie kurz: Name, Datum, Produkt, Schlüssel, ein Satz zur Deinstallation, Unterschrift. In die Anzeige gehören Produktname, Version, Lizenzart — Vollversion, Upgrade, Retail —, die Zahl der möglichen Aktivierungen und ob ein Datenträger dabei ist. Was dort nicht hineingehört, ist der Schlüssel selbst; er wird sonst kopiert, bevor jemand zahlt. Plan außerdem die Reihenfolge: Zahlung und Schlüsselübergabe gehören zusammen, eine Vorabansicht gibt es nicht.

Spiele, Konten und digitale Bücher

Für Spiele gilt dieselbe Logik mit einer Einschränkung: Ein Datenträger ohne Kontobindung ist ein normaler Gegenstand und frei verkäuflich. Ein Spiel, das dauerhaft mit einem Konto verknüpft ist, ist es nicht, denn verkauft würde faktisch das Konto, und die Nutzungsbedingungen der großen Plattformen untersagen das. Wer sein Konto verkauft, verliert meist die ganze Bibliothek, weil das Konto gesperrt wird. Für E-Books und Hörbücher hat der EuGH 2019 in der Sache Tom Kabinet (C-263/18) entschieden, dass der Weiterverkauf gebrauchter digitaler Bücher nicht unter die Erschöpfung fällt; er gilt als öffentliche Wiedergabe und nicht als Verbreitung. Das gedruckte Buch darfst du verkaufen, die Datei nicht. Diese Trennlinie — körperlicher Datenträger frei, kontogebundene Datei nicht — beantwortet die meisten Fragen in diesem Bereich.

Häufige Fragen

Darf ich meinen Windows-Key verkaufen?

Bei einer Retail-Vollversion ja, sofern du sie unbefristet gekauft und deine Installation entfernt hast. Bei einer OEM-Lizenz, die zu einem bestimmten Rechner gehört, geht das nur zusammen mit diesem Rechner. Leg den Kaufbeleg bei und schreib dazu, dass die Software deinstalliert wurde.

Kann der Hersteller den Weiterverkauf in seinen Bedingungen verbieten?

Hineinschreiben kann er es, durchsetzen kann er es nicht, sofern die Voraussetzungen der Erschöpfung vorliegen. Der EuGH hat entschieden, dass ein vertragliches Weiterveräußerungsverbot das einmal erschöpfte Verbreitungsrecht nicht wieder aufleben lässt. Bei Abo-Modellen und bei Volumenlizenzen sieht die Sache dagegen anders aus, weil dort schon die Voraussetzungen fehlen.

Wie verkaufe ich eine Lizenz, ohne dass der Key vorher kopiert wird?

Schreib den Schlüssel nie in die Anzeige und schick ihn nicht zur Ansicht. Übergib ihn erst, wenn die Zahlung eingegangen ist, und halte den Zeitpunkt im Chat fest. Bei persönlicher Übergabe kannst du direkt vor Ort aktivieren lassen, dann ist die Funktion sofort belegt.

Darf ich ein gekauftes E-Book weiterverkaufen?

Nein. Der EuGH hat 2019 in der Sache Tom Kabinet entschieden, dass der Weiterverkauf gebrauchter E-Books nicht unter den Erschöpfungsgrundsatz fällt; für gekaufte Hörbuchdateien gilt dasselbe. Verkaufen darfst du das gedruckte Buch, die CD und die DVD, also alles Körperliche, das dir gehört.

Datenträger, Spiele, Lizenzen — alles Körperliche darf online

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Weiterführend

Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.