Die allererste Anzeige – ein Ablauf ohne Umwege
Für die erste Anzeige brauchst du vier Dinge: einen Titel mit Marke und Modell, fünf bis acht Fotos bei Tageslicht, eine Beschreibung mit Maßen, Alter und Mängeln und einen Preis, der zu vergleichbaren, bereits verschwundenen Anzeigen passt. Der Rest ist Ablauf: einstellen, am selben Tag antworten, Zug um Zug übergeben.
Titel und Fotos entscheiden, ob jemand überhaupt klickt
Der Titel ist die Suchanfrage des Käufers, nicht deine Beschreibung. Schreib hinein, was jemand tippt: Marke, Modell, Größe oder Zustand — „Bosch PSB 750 RCE Schlagbohrmaschine mit Koffer“ statt „Bohrmaschine günstig“. Der Ort gehört in das dafür vorgesehene Feld, nicht in den Titel. Für die Fotos gilt Tageslicht, gerader Winkel, aufgeräumter Hintergrund und fünf bis acht Bilder: eines vom Ganzen, je eines von den Seiten, eines vom Typenschild oder Etikett, eines vom Zubehör und ausdrücklich eines vom Mangel. Der Kratzer auf dem Foto verkauft besser als der Kratzer als Überraschung. Räum den Hintergrund frei, denn ein Sofa vor der Wäschespinne wirkt billiger, als es ist. Und fotografiere quer, weil Vorschaubilder quer zugeschnitten werden.
Die sieben Angaben, nach denen sonst gefragt wird
Sieben Angaben verhindern die meisten Rückfragen: Marke und Modell, Alter oder Kaufjahr, Maße oder Größe, Zustand mit konkret benanntem Mangel, Zubehör und Originalverpackung, Grund für den Verkauf, Abholung oder Versand. Schreib sie in kurzen Zeilen untereinander statt als Fließtext, weil auf dem Telefon gelesen wird. Ein Beispiel für die Zustandszeile: „Gebraucht, funktioniert; unten rechts eine drei Zentimeter lange Schramme, auf Foto 4 zu sehen.“ Dazu ein Satz zum Ablauf: „Abholung in [Ort] nach Absprache, Versand als versichertes Paket möglich, Kosten trägt der Käufer.“ Ans Ende gehört der Gewährleistungsausschluss: „Privatverkauf, keine Rücknahme, keine Garantie.“ Er wirkt allerdings nicht bei arglistig verschwiegenen Mängeln, und genau deshalb nennst du sie vorher. Das ist die übliche Rechtslage, nicht die Prüfung deines Vertrags.
Wer Titel, Fotos und die sieben Angaben beisammen hat, füllt das Formular für die erste Anzeige in wenigen Minuten aus. Anzeige aufgeben
Den Preis findest du in abgelaufenen Anzeigen, nicht in laufenden
Der Preis steht nicht in den laufenden Anzeigen, sondern in den verschwundenen. Laufende zeigen, was jemand fordert; verschwundene zeigen, was jemand bezahlt hat. Such dein Modell, notier fünf Preise vergleichbarer Angebote und beobachte über zwei Wochen, welche davon verschwinden. Der Mittelwert dieser Preise ist deine Zahl. Setz sie glatt und ohne Verhandlungsbasis, wenn du zügig verkaufen willst: „VB“ lädt zum Handeln ein und kostet meist den ersten Nachlass, bevor überhaupt jemand vor der Tür stand. Willst du verhandeln, kalkulier den Spielraum ein und schreib ihn als VB dazu. Zu hoch angesetzt heißt keine Anfragen und nach zwei Wochen die Senkung, die du dir sparen wolltest. Zu niedrig heißt zwanzig Anfragen in einer Stunde, davon achtzehn mit dem Wunsch nach Versand gegen Vorkasse.
Die Übergabe: die Reihenfolge, die es nur einmal gibt
Bei der Übergabe gibt es genau zwei zulässige Reihenfolgen: erst das Geld, dann die Ware — oder beides gleichzeitig, Zug um Zug. Eine dritte existiert nicht, und jede Bitte, davon abzuweichen, ist das Signal zum Abbruch. Bei Abholung heißt das: Bargeld zählen, Scheine ansehen, Ware übergeben, fertig. Bei Versand: Zahlungseingang auf deinem Konto abwarten, nicht die Ankündigung und nicht den Screenshot einer angeblichen Überweisung, danach versichert und mit Sendungsnummer verschicken. Ab etwa hundert Euro lohnt eine kurze Quittung mit Datum, Gegenstand, Preis, beiden Namen und zwei Unterschriften; ein Foto davon genügt als Kopie. Triff dich drinnen und bei Tageslicht, bei größeren Summen mit einer zweiten Person. Und bleib bis zum Schluss im Chat der Plattform, dort ist nachlesbar, was vereinbart wurde.
Häufige Fragen
Wie viele Fotos brauche ich?
Fünf bis acht genügen: eines vom Ganzen, je eines von den Seiten, eines vom Typenschild, eines vom Zubehör und eines vom Mangel. Mehr als acht sieht sich kaum jemand an, weniger als vier wirkt, als wäre etwas zu verbergen. Tageslicht am Fenster schlägt jede teure Kamera.
Muss ich meine Telefonnummer angeben?
Nein. Der Kontakt läuft über den Chat, und deine Nummer bleibt unsichtbar, bis du sie selbst herausgibst. Gib sie erst heraus, wenn ein Übergabetermin steht — vorher ist sie nur ein Einfallstor für Werbeanrufe und für die bekannte Masche mit dem weitergeleiteten Bestätigungscode.
Wie schnell muss ich auf Anfragen antworten?
Am selben Tag, sonst kauft der Interessent woanders. Beantworte die eigentliche Frage und stell eine Gegenfrage nach dem Termin: „Passt Donnerstag ab 18 Uhr?“ bringt den Verkauf weiter als ein bloßes „Ja, noch da“. Auf Nachrichten ohne Bezug zur Sache musst du nicht reagieren.
Was mache ich, wenn sich niemand meldet?
Nach einer Woche ohne Anfrage änderst du zuerst den Titel, dann das erste Foto, dann den Preis — in dieser Reihenfolge und einzeln, damit du siehst, was gewirkt hat. Häufigster Fehler ist ein Titel ohne Modellbezeichnung; danach findet niemand die Anzeige, egal wie gut der Text ist.