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Wenn jemand Paysafecard oder Neosurf verlangt

Brich das Gespräch ab. Paysafecard und Neosurf sind Prepaid-Guthaben für Online-Dienste, kein Zahlungsweg zwischen Privatleuten. Eingelöst wird bei paysafecard ein 16-stelliger Code — wer ihn kennt, verfügt über das Geld, egal wer die Karte gekauft hat. Eine Rückholung existiert nicht, ein Empfängerkonto auch nicht.

Wie das Guthaben technisch funktioniert

Beide Systeme sind als Ersatz für die Kreditkarte bei Online-Spielen und Streaming gedacht. Du kaufst die Karte im Kiosk oder an der Tankstelle, bekommst einen Code auf den Bon und gibst ihn beim Bezahlen ein. Bei paysafecard ist das ein 16-stelliger Code, und ohne registriertes Konto liegt das Limit bei 50 Euro je Vorgang; mit Registrierung sind bis zu 1.500 Euro möglich. Genau diese Konstruktion macht das Verfahren für einen Warenkauf untauglich. Es gibt keinen Empfänger, den man benennen könnte, keine Kontonummer, keinen Namen, keine Rückbuchung, keinen Beleg über eine Zahlung an eine bestimmte Person. Wenn dein Gegenüber später bestreitet, je etwas bekommen zu haben, hast du nichts in der Hand außer einem Kassenbon aus dem Supermarkt und einem Chat, der nichts beweist.

Die Geschichten, mit denen die Anfrage kommt

Kaum jemand fragt direkt. Die Anfrage kommt fast immer als Zwischenschritt, verpackt in eine Erklärung, die nach Bürokratie klingt. „Der Versanddienst verlangt eine einmalige Versicherungsgebühr, kauf bitte ein Neosurf-Ticket über 180 Euro, du bekommst es mit dem Kaufpreis erstattet.“ Oder: „Zur Verifizierung deines Kontos brauche ich einen Testcode.“ Oder, bei Mietanzeigen: „Kauf ein Guthaben in Höhe der Kaution, ich brauche nur ein Foto als Nachweis, dass du es dir leisten kannst.“ Diese letzte Variante ist besonders wirksam, weil sie so tut, als müsstest du das Guthaben gar nicht hergeben — ein Foto reicht ja. Ein Foto reicht auch dem Betrüger. Der Code auf dem Bild ist der Code. Mehr braucht niemand. Vergleichbar aufgebaut ist die [Zahlung per Gutscheinkarte](/loesungen/gutscheinkarten-als-zahlung).

Wenn in deiner Anzeige steht, wie bezahlt wird, fällt diese Anfrage schon vor der ersten Nachricht weg — [erstelle deine Anzeige mit klarem Zahlungshinweis](/anzeige/neu?thema=zahlungshinweis). Anzeige aufgeben

Was gegen die Ausrede „aber ich zahle doch dir“ spricht

Manche Anfragen wirken harmlos, weil das Guthaben angeblich an dich geht: Der Käufer will dir eine Karte schicken statt zu überweisen. Auch das lehnst du ab, und zwar aus einem nüchternen Grund. Du kannst das Guthaben nicht auf dein Konto holen. Es bleibt ein Zahlungsmittel für Online-Dienste, und wenn du es über einen Tauschmarkt zu Geld machen willst, verlierst du je nach Anbieter einen zweistelligen Prozentsatz und landest bei Diensten, die selbst nicht seriös arbeiten. Aus 400 Euro Verkaufserlös werden so schnell 300 Euro Guthaben, das du nicht brauchst. Ein Verkauf, der dich in einen Zweitmarkt zwingt, ist kein Verkauf. Sag stattdessen einen Satz, der die Sache beendet: „Ich nehme Bargeld bei Abholung oder Überweisung, sonst nichts.“ Weitere Varianten stehen in den [Lösungen](/loesungen).

Wenn du den Code schon weitergegeben hast

Ruf sofort die Hotline des Anbieters an und halte Kartennummer, Kaufdatum und Kassenbon bereit. Ist das Guthaben noch nicht verbraucht, besteht eine kleine Chance auf Sperrung; nach einer halben Stunde meist nicht mehr. Danach machst du drei Dinge: den Kassenbon aufbewahren, den Chat sichern, Anzeige erstatten. Deine Bank hilft dir hier nicht — du hast die Karte selbst gekauft und den Code selbst verschickt, das ist keine unautorisierte Zahlung. Der einzige Hebel liegt beim Kartenherausgeber und bei der Strafverfolgung. Wenn du zusätzlich Daten preisgegeben hast, geh die [ersten drei Schritte nach einem Abzug](/loesungen/abgezogen-worden-erste-schritte) durch. Und prüfe künftig jede Nachricht mit der Regel [Stoppen, Hinterfragen, Schützen](/sicherheit/shs-regel). Das beschreibt die übliche Rechtslage und ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Ist Paysafecard grundsätzlich unseriös?

Nein, der Dienst selbst ist legal und für Online-Käufe bei angebundenen Anbietern gedacht. Unseriös ist die Verwendung als Zahlung zwischen Privatleuten. Dafür ist das Produkt nicht gebaut: Es gibt keinen Empfänger, keinen Beleg über eine Zahlung an eine bestimmte Person und keine Möglichkeit, das Guthaben zurückzuholen.

Der Käufer will mir ein Neosurf-Guthaben statt Geld geben — kann ich das nehmen?

Besser nicht. Du kannst es nicht aufs Konto überweisen und müsstest es über einen Tauschmarkt zu Geld machen, mit deutlichem Abschlag und bei Anbietern, die selbst nicht kontrolliert sind. Aus einem Verkauf über 400 Euro wird so leicht ein Restwert von rund 300 Euro. Nimm Bargeld oder Überweisung.

Reicht es, nur ein Foto des Codes zu schicken?

Nein, das ist derselbe Vorgang. Wer das Bild sieht, kann den Code eingeben. Die Bitte um ein Foto „nur als Nachweis“ ist eine der häufigsten Formulierungen bei dieser Masche, weil sie harmlos klingt. Ein Guthabencode ist wie ein Geldschein: Er gehört dem, der ihn in der Hand hat.

Kann ich das Guthaben sperren lassen?

Manchmal, wenn du sehr schnell bist. Ruf die Hotline des Anbieters an, nicht den Chat, und nenne Kartennummer und Kaufzeitpunkt. Ist der Code bereits eingelöst, ist das Guthaben weg. Hebe den Kassenbon in jedem Fall auf, er ist der einzige Nachweis, dass du diese Karte gekauft hast.

Ein Zahlungsweg, der sich belegen lässt, spart dir jede dieser Diskussionen

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Weiterführend

Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.