Keine einzige Anfrage – woran es liegt
Meistens liegt es an drei Dingen: am Titel, am ersten Foto und an einer fehlenden Angabe. Der Preis ist seltener schuld, als alle vermuten. Prüfe in dieser Reihenfolge, beginnend beim Titel — denn er entscheidet, ob deine Anzeige in der Trefferliste überhaupt angeklickt wird.
Der Titel entscheidet vor allem anderen
In einer Ergebnisliste wird nicht gelesen, sondern gescannt. Eyetracking-Untersuchungen der Nielsen Norman Group zeigen, dass Nutzer bei Listen vor allem die ersten Wörter einer Überschrift wahrnehmen und den Rest nur streifen. Für dich heißt das: Die ersten beiden Wörter müssen sagen, was du verkaufst. Schlecht ist „Verkaufe schönes gut erhaltenes Fahrrad von meiner Tochter“ — die ersten beiden Wörter sind Füllmaterial. Gut ist „Cube Access WS 27,5 Zoll Damen-MTB, Rahmen 16“. Marke, Modell, Größe, Typ. Diese Wörter tippen Leute in die Suche ein, und danach wird gefiltert. Streiche alles, was auf jeder Anzeige stehen könnte: verkaufe, biete an, super, top, siehe Fotos, an Selbstabholer. Nutze die Zeichen für Angaben, die unterscheiden — Baujahr, Größe, Farbe, Zustand, Zubehör.
Aufrufzahlen als Diagnosewerkzeug
Deine Anzeige liefert dir zwei Zahlen, und aus ihrem Verhältnis liest du die Ursache. Wenige Aufrufe nach fünf Tagen bedeuten ein Sichtbarkeitsproblem: falsche Kategorie, zu allgemeiner Titel, fehlende Ortsangabe. Repariere Titel und Kategorie, nicht den Preis. Viele Aufrufe und keine einzige Nachricht bedeuten das Gegenteil — die Leute finden dich, klicken und springen ab. Dann liegt es am ersten Foto, an der Beschreibung oder daran, dass dein Preis nicht zum sichtbaren Zustand passt. Viele Nachrichten, aber kein Abschluss, ist wieder etwas anderes: Da hängt es an den Bedingungen, etwa an „nur Abholung“ bei Kleinteilen oder an einem Abholfenster, das nur dienstags von 14 bis 16 Uhr offen ist. Ändere immer nur eine Sache und warte 48 Stunden, sonst weißt du hinterher nicht, was gewirkt hat.
Wenn dein Titel mit „Verkaufe“ anfängt, ist das der erste Punkt, den du beim Bearbeiten deiner Anzeige änderst. Anzeige aufgeben
Die eine Angabe, die fehlt
Anzeigen scheitern selten am Preis und oft an einer einzigen Lücke. Bei Möbeln sind es die Maße — ohne Breite, Höhe und Tiefe kann niemand prüfen, ob das Sofa durch den Flur passt, und wer nachfragen muss, fragt meistens gar nicht. Bei Elektronik fehlt das Baujahr oder die genaue Modellnummer, bei Fahrrädern die Rahmenhöhe, bei Kleidung die Innenmaße statt nur der Konfektionsgröße, bei Autoteilen die Teilenummer. Ergänze außerdem drei Angaben, die fast immer gefragt werden: der Grund des Verkaufs, der Zustand in einem ehrlichen Satz samt Macken, und ein konkretes Abholfenster. Wer schreibt „Abholung werktags ab 17 Uhr oder samstags ganztags“, bekommt Nachrichten, die schon einen Termin enthalten, statt zehn Zeilen Terminfindung.
Timing, Saison und der Neustart
Manche Ware ist nicht schlecht inseriert, sondern zur falschen Zeit. Fahrräder und Gartenmöbel laufen ab März, Skiausrüstung und Winterreifen ab Oktober, Möbel rund um Monatsanfang und Monatsende, wenn Umzüge stattfinden. Wer im Dezember ein Rennrad einstellt, konkurriert mit wenigen Anzeigen, aber auch mit wenigen Käufern. Stelle Anzeigen abends zwischen 18 und 21 Uhr ein, weil dort die meisten Leute suchen, und meide Freitagnachmittag. Und wenn nach drei Wochen wirklich nichts passiert: neu schreiben statt neu einstellen. Eine neue Anzeige mit demselben Text bringt zwei Tage Sichtbarkeit und danach dasselbe Ergebnis. Ein neuer Titel, ein anderes Aufmacherfoto und drei ergänzte Angaben machen daraus eine andere Anzeige — und die bekommt eine echte zweite Chance.
Häufige Fragen
Wie lange soll ich warten, bevor ich etwas ändere?
Fünf bis sieben Tage. Vorher hast du keine belastbaren Zahlen, und jede Änderung verwischt die Ursache. Danach änderst du genau eine Sache und wartest 48 Stunden. Diese Geduld ist unbequem, spart dir aber die typische Schleife aus Preissenkung, neuem Foto und neuem Titel innerhalb von zwei Tagen.
Bringt es etwas, die Anzeige zu löschen und neu einzustellen?
Nur mit echtem Umbau. Derselbe Text an neuer Stelle liefert kurz Aufrufe und danach dieselbe Stille. Lohnend wird der Neustart, wenn Titel, erstes Foto und Beschreibung anders sind. Dann testest du wirklich etwas Neues, statt dieselbe Anzeige ein zweites Mal an dieselben Leute auszuspielen.
Wie viele Fotos sind sinnvoll?
Sechs bis zehn, und das erste entscheidet fast alles. Es sollte den gesamten Gegenstand bei Tageslicht vor ruhigem Hintergrund zeigen. Danach folgen Details, Anschlüsse, Typenschild, Zubehör und ein Foto jeder Macke. Ein sichtbarer Kratzer im Bild kostet dich keinen Käufer, sondern spart dir die Diskussion bei der Übergabe.
Soll ich den Ort in den Titel schreiben?
In den Titel gehört die Ware, der Ort gehört ins Ortsfeld und in die Beschreibung. Wichtig ist, dass er überhaupt irgendwo steht: Viele Käufer filtern nach Umkreis, und sperrige Sachen kauft ohnehin nur, wer sie abholen kann. Eine Anzeige ohne Ortsangabe fällt aus den meisten Suchen heraus.