Der Käufer besteht auf Freunde & Familie
Wenn der Käufer auf „Freunde und Familie“ besteht, verlierst du als Verkäufer den Verkäuferschutz: Er gilt ausschließlich für Zahlungen für Waren und Dienstleistungen und verlangt den Versand an die in den Transaktionsdetails hinterlegte Adresse. Antworte sachlich, biete Barzahlung als Alternative an — und versende nichts, bevor das geklärt ist.
Warum das Angebot für dich schlechter ist, nicht besser
Auf den ersten Blick klingt es nach deinem Vorteil: keine Gebühr, kein Käuferschutz, also keine Rückbuchung. Die Rechnung geht aber nur auf, wenn du die Zahlungswege dahinter ignorierst. Hat der Käufer aus seinem Bankkonto per Lastschrift gezahlt, kann er die Belastung dort innerhalb von acht Wochen zurückgeben, und PayPal belastet anschließend dich. Bei Kreditkarte kann er ein Chargeback beim Kartenherausgeber auslösen. Gegen beides hilft nur der Verkäuferschutz, und der setzt eine Zahlung für Waren und Dienstleistungen voraus. In der privaten Variante hast du also weder Gebühr noch Schutz, sondern nur das Risiko. Dazu kommt das praktische Problem: Eine Zahlung, die formal keine Kaufzahlung war, ist im Streitfall schwerer als Kaufpreiszahlung nachzuweisen.
Zwei Sätze, die das Thema beenden
Du brauchst keine Diskussion, sondern eine klare Position. „Ich versende nur gegen eine Zahlung über Waren und Dienstleistungen. Wenn dir die Gebühr zu hoch ist, gern Abholung gegen Bargeld.“ Damit ist beides gesagt: dein Weg und eine echte Alternative. Wenn der Käufer nachlegt, wiederhole denselben Satz, statt zu begründen. Begründungen laden zum Verhandeln ein, eine Wiederholung nicht. Bleibt er dabei, brich den Kontakt ab und stell die Anzeige wieder online — die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Käufer zahlt und schweigt, ist gering. Und schick unter keinen Umständen vorab „zur Sicherheit“ schon einmal das Paket los. Ware ohne Zahlung ist der einzige Fehler in dieser Situation, den du nicht mehr korrigieren kannst.
Am wenigsten Diskussion hast du, wenn schon im Inserat steht, wie bezahlt wird — bei zweito trägst du das in zwei Minuten in die Beschreibung ein. Anzeige aufgeben
Wer die Gebühr trägt, entscheidet ihr vorher
Die Gebühr ist selten der eigentliche Streitpunkt, aber sie ist der Anlass. Klär sie deshalb, bevor jemand irgendetwas sendet. Drei übliche Varianten: Du trägst sie und kalkulierst sie in den Preis ein, der Käufer trägt sie und überweist entsprechend mehr, oder ihr teilt sie. Rechne den Betrag konkret aus und schreib ihn in die Nachricht, dann gibt es beim Eingang keine Überraschung. Bei 80 Euro sind es 2,34 Euro, bei 200 Euro 5,33 Euro. Wichtig für die Formulierung: Der Käufer sendet trotzdem als Zahlung für Waren und Dienstleistungen, der Aufschlag ändert daran nichts. Wer den Preis von vornherein inklusive Gebühr angibt, spart sich die Diskussion vollständig — dann steht in der Anzeige ein Betrag, und der stimmt.
Wann du den Kontakt einfach beendest
Es gibt Signale, bei denen weitere Verhandlung nur Zeit kostet. Der Käufer will unbedingt privat senden und gleichzeitig sofort Versand. Er bietet an, mehr zu zahlen, wenn du auf den Schutz verzichtest. Er schickt ein Foto eines Ausweises, obwohl du nicht danach gefragt hast. Er drängt auf eine Abwicklung außerhalb des Portals, per Messenger oder Mail. Jedes einzelne dieser Signale ist erklärbar, in Kombination sind sie ein Muster. Beende die Unterhaltung mit einem Satz, melde das Profil und stell die Anzeige neu ein. Der zweite Interessent kommt fast immer, und du hast in dieser Zeit weder Ware noch Geld verloren. Diese Beschreibung folgt der üblichen Praxis und ist keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Häufige Fragen
Ist es schlimm, wenn ich einmal privat kassiere?
Es kann teuer werden. Ohne Verkäuferschutz stehst du bei einer Lastschriftrückgabe oder einem Kreditkarten-Chargeback allein da und schuldest PayPal den Betrag. Dazu kann PayPal solche Zahlungen als Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen werten, wenn erkennbar ein Kauf dahintersteht. Zwei Euro Ersparnis stehen gegen den vollen Warenwert.
Der Käufer will die Gebühr übernehmen. Kann ich zustimmen?
Der Übernahme ja, dem Zahlungsweg nein. Er kann dir den Betrag plus Gebühr über Waren und Dienstleistungen senden, dann bleibt der Schutz für beide erhalten. Sendet er den Aufschlag privat und den Rest regulär, hast du für den privaten Teil trotzdem keine Absicherung.
Was mache ich, wenn das Geld schon privat angekommen ist?
Versende noch nicht sofort. Du kannst den Betrag zurücksenden und um eine Zahlung für Waren und Dienstleistungen bitten. Willst du die Sache abwickeln, dann am besten bei persönlicher Übergabe mit Quittung. Bei Versand ohne Schutz trägst du das Rückbuchungsrisiko allein.
Darf ich Käufer ablehnen, die auf dieser Zahlungsart bestehen?
Ja. Solange kein Vertrag geschlossen ist, entscheidest du frei, an wen und zu welchen Bedingungen du verkaufst. Eine Anzeige ist rechtlich nur eine Einladung, ein Angebot abzugeben. Nenn die von dir akzeptierten Zahlungsarten am besten gleich in der Anzeige. Dann fällt diese Diskussion von vornherein weg.